• 08.12.2021, 10:00:02
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  • OTS0031

ÖAMTC-Crashtest offenbart gravierende Sicherheitsmängel (+ Fotos, + Videos)

Renault ZOE und Dacia Spring mit schwächsten Ergebnissen seit längerer Zeit

Utl.: Renault ZOE und Dacia Spring mit schwächsten Ergebnissen seit
längerer Zeit =

Wien (OTS) - Die Crashtests des ÖAMTC und seiner
Partnerorganisationen haben in jüngerer Vergangenheit über alle
Fahrzeugklassen hinweg meist sehr gute Ergebnisse gebracht. Für
sieben der elf Pkw im aktuellen Test gilt das ebenfalls: BMW iX, die
Genesis-Modelle G70 und GV70, Mercedes-EQ EQS, Nissan Qashqai, Skoda
Fabia und VW Caddy schaffen fünf Sterne, Fiat 500e und MG Marvel R
immerhin noch vier. Max Lang, ÖAMTC-Experte für Fahrzeugsicherheit
erklärt: "Diese mit fünf Sternen bewerteten Autos verfügen über hohe
Sicherheitsstandards für Erwachsene und Kinder, weiters sind sie mit
umfangreichen Fahrerassistenzsystemen ausgestattet.
Verbesserungsmöglichkeiten gibt es vor allem beim Schutz vulnerabler
Verkehrsteilnehmer:innen." Letzteres sowie Schwächen in der
Kindersicherheit kosten den MG Marvel R den fünften Stern, beim Fiat
500e ist es neben dem Fußgänger:innenschutz vor allem die Sicherheit
für erwachsene Insass:innen, die zu wünschen übrig lässt.

Am anderen Ende der Bewertungsskala stehen Dacia Spring (ein Stern)
und Renault ZOE (null Sterne). Zugelassen zum Verkehr sind übrigens
auch diese beiden Fahrzeuge, sie erfüllen die dafür notwendigen
rechtlichen Voraussetzungen. Die Crashtests nach EuroNCAP sind
allerdings deutlich strenger und haben einen anderen Fokus als die
Verfahren zur Typengenehmigung. "Die schwache Gesamtwertung hat bei
beiden Modellen auch nichts damit zu tun, dass es sich dabei um
Elektroautos handelt. Unsere Crashtests haben ja immer wieder
gezeigt, dass sich E-Fahrzeuge in Sicherheitsbelangen in der Regel
nicht zu verstecken brauchen – so auch der Fiat 500e, der auch von
der Größe her mit diesen beiden Modellen vergleichbar ist und vier
Sterne erreicht", stellt Lang klar.

* Dacia Spring: Die Ergebnisse aller Testkriterien – Erwachsenen-,
Kindersicherheit, Schutz vulnerabler Verkehrsteilnehmer:innen und
Ausstattung mit Assistenzsystemen – sind auf unterdurchschnittlichem
Niveau. ÖAMTC-Experte Lang nennt ein Beispiel: "Potenziell drohen
erwachsenen Insassen in mehreren Szenarien schwerste Verletzungen:
Beim Frontalcrash gegen ein anderes Fahrzeug oder einem
Seitenaufprall kann es auf dem Platz hinter dem Steuer sehr
gefährlich werden, sitzt man hinten, kann es beim Frontalaufprall zu
schwersten Kopfverletzungen, beim Aufprall von hinten zu
lebensgefährlichen Verletzungen an der Halswirbelsäule kommen."

* Renault ZOE: Die Werte des Zoe entsprechen in punkto Erwachsenen-,
Kindersicherheit und Schutz von Fußgänger:innen und Radfahrenden in
etwa denen des Dacia Spring. Im Detail gibt es allerdings
Unterschiede – so läuft man als Fahrer:in des ZOE speziell beim
seitlichen Aufprall gegen einen Baum oder Laternenmasten Gefahr,
lebensgefährliche Kopfverletzungen zu erleiden, während die
Ergebnisse des Frontalcrashs etwas besser ausfallen. Gemeinsam ist
beiden die große Wahrscheinlichkeit von schwersten Verletzungen der
Halswirbelsäule, wenn ein anderes Auto von hinten auffährt. Und: Der
ZOE ist noch kleiner als der Spring, es besteht also auch hier das
Risiko, dass die Person hinter dem Steuer mit dem Kopf an die Tür auf
der gegenüberliegenden Seite prallt, wenn der ZOE seitlich getroffen
wird.

Der Unterschied zwischen einem Stern und null Sternen liegt in der
Ausstattung mit Assistenzsystemen. Der Dacia Spring ist serienmäßig
zumindest mit einem automatischen Notbremssystem ausgestattet, das
auf Autos reagiert und in den meisten Testszenarien auch adäquat
funktioniert. Weitere Assistenten, beispielsweise Unterstützung beim
Spurhalten, sucht man allerdings vergeblich. Renault verzichtet beim
ZOE im Gegensatz dazu komplett auf Assistenten, die über den
vorgeschriebenen Seatbelt-Reminder und einen Speed-Limiter
hinausgehen. "Das ist nicht zeitgemäß und ein Sicherheitsmalus, den
man in diesem Ausmaß selten bei modernen Fahrzeugen sieht. Die
Null-Sterne-Wertung ist die einzig mögliche Konsequenz – hier ist der
Hersteller dringend zur Nachbesserung aufgefordert", hält Lang
abschließend fest.

Aviso an die Redaktionen: Bild- und Videomaterial findet man unter
www.oeamtc.at/presse oder auf Anfrage an [email protected].
Alle Tests des Mobilitätsclubs gibt es unter www.oeamtc.at/tests.

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