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Rotes Kreuz: Freiwilliges Engagement in der Pandemie weiter stärken – am 5. Dezember ist Tag des Ehrenamts

Sie testen, transportieren Infizierte, klären auf und packen an: Freiwillige im Corona-Einsatz. Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer fordert mehr Respekt für ihre Leistung.

Wien (OTS) - Das Rote Kreuz ist eine wichtige Stütze in der Pandemiebekämpfung. Täglich sind mehr als 1.500 Personen im direkten Corona-Einsatz, auf Teststraßen, in Impfzentren, am Telefon der Gesundheitshotline 1450 und im Rettungsdienst – darunter viele Freiwillige. Besonders nachts sind sie auf Österreichs Straßen unterwegs, um Infizierte sicher in die Spitäler oder wieder nach Hause zu bringen. „Es ist Zeit, nicht nur Danke zu sagen für diesen beherzten Einsatz, der alles andere als selbstverständlich ist, sondern auch Maßnahmen zur Stärkung der Freiwilligkeit umzusetzen, die wir schon lange fordern“, sagt Rotkreuz-Präsident Gerald Schöpfer. „Erstens sollen die Kenntnisse, die Freiwillige erwerben, auch an Hochschulen anerkannt werden – etwa in Form von ECTS-Punkten. Zweitens braucht es mehr Förderung für das Freiwilligenmanagement. Drittens braucht es eine klare Regelung in allen Landeskatastrophenschutzgesetzen dazu, wer für die Lohnkosten aufkommt, wenn Freiwillige im Katastrophenfall freigestellt werden, um in den Einsatz zu gehen. Und wir fordern, dass es möglich wird, Kosten von der Steuer abzusetzen, die im Zusammenhang mit Schulungen und Ausbildungen für eine freiwillige Tätigkeit anfallen.“

Da Freiwillige im Corona-Einsatz vereinzelt aktuell auch verbal angegriffen werden, fordert Schöpfer mehr Respekt für ihre Leistung ein: „Ohne sie wäre die Pandemie nicht zu bewältigen. Zugleich stellen jene, die sich ehrenamtlich einsetzen, das Gemeinsame vor das Trennende, denn wo wird das 'gelebte Gemeinsame' sichtbarer als im Engagement der vielen Freiwilligen für andere?“

Freiwillige im Corona-Einsatz

Österreichweit engagieren sich beim Roten Kreuz 72.000 Freiwillige, davon 38.000 im Rettungsdienst. Michael Hrach zum Beispiel, ein 34-jähriger Event- und Marketingmanager, ist seit 14 Jahren freiwillig aktiv. Derzeit macht er drei Nachtdienste pro Monat im Rettungsdienst in Feldkirch, Vorarlberg. Zum Schlafen kommt er dabei wenig. Ein bis zwei mit dem Corona-Virus Infizierte transportiert er pro Schicht. Das bedeutet: Kittel, Haube, Brille, Maske, doppelt Handschuhe anlegen, den Transport durchführen, sorgfältig wieder ausziehen und etwa 50 Minuten lang das komplette Fahrzeug reinigen. „Das geht schon an die Substanz und man wünscht sich, dass es anders wäre“, sagt er. „Viele sind an der Belastungsgrenze. Aber wir halten die Versorgung aufrecht.“ Dass die meisten Patient:innen Ungeimpfte sind, sei im Rettungswagen meist kein Thema: „Die Leute brauchen Hilfe und sind dankbar. Im Einsatz behandeln wird jede Person gleich.“

Erst seit kurzem freiwillig aktiv ist Susanne Pawlicki aus Wien. Als Ö3 und das Rote Kreuz zu Beginn der Pandemie über das Team Österreich Mitarbeiter:innen für die Corona-Hotline der AGES suchten, meldete sich die 63-jährige Pensionistin. „Dann habe ich wochenlang Fragen zur Pandemie beantwortet. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich beschlossen habe, mehr freiwillige Arbeit zu leisten.“ Nachdem sie Schulstartpakete verteilt hatte, hilft sie jetzt zwei Mal pro Woche in der Impfstraße am Schrödingerplatz, wo derzeit 1.500 Personen täglich gegen Corona geimpft werden. „Die Leute sind dankbar, ich tue etwas Sinnvolles, und die Stimmung im Team ist großartig. Deshalb mache ich das.“

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Margit Draxl
Österreichisches Rotes Kreuz
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