• 30.11.2021, 12:49:47
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ÖAMTC: Absage von Straßenausbau kann Menschenleben kosten

Unfallrisiko und -schwere im hochrangigen Straßennetz deutlich geringer

Utl.: Unfallrisiko und -schwere im hochrangigen Straßennetz deutlich
geringer =

Wien (OTS) - Das BMK hat kürzlich die Ausbauprojekte der Asfinag für
die Murtal Schnellstraße (S36) zurückgestutzt und für die
Klagenfurter Schnellstraße (S37) abgesagt. "Vor allem in punkto
Verkehrssicherheit sind diese Schritte kritisch zu sehen. Das zeigt
auch die Unfallstatistik klar", stellt Bernhard Wiesinger, Leiter der
ÖAMTC-Interessenvertretung, fest. Nur rund 16 Prozent der Unfälle
außerhalb des Ortsgebietes passieren im Asfinag-Netz, während rund 84
Prozent im Landes- und Gemeindestraßennetz zu verzeichnen sind.
Wiesinger: "Wenn man die Verkehrsleistung miteinbezieht, passieren
Unfälle im niederrangigen Netz – im Ortsgebiet und auf
Freilandstraßen – etwa achtmal so häufig wie auf Autobahnen und
Schnellstraßen. Pro Fahrzeugkilometer sterben im niederrangingen Netz
viermal so viele Personen wie auf Autobahnen und Schnellstraßen."

Auch die Unfallschwere ist im hochrangigen Netz vergleichsweise
geringer: Bei 1.000 Unfällen mit Personenschaden wurden hier im
Durchschnitt 17 Menschen getötet, auf Freilandstraßen kamen im
Vergleich dazu 24 Personen ums Leben (Quelle: Statistik Austria
2018-20, Bearbeitung: ÖAMTC). Das Autobahn- und Schnellstraßen-Netz
erweist sich demnach, sowohl was Unfallwahrscheinlichkeit als auch
-folgen anbelangt, sicherer als das niederrangige Netz. "All diese
Aspekte müssen einem aber bewusst sein, wenn man Straßenbauprojekte
einfach absagt”, ergänzt Wiesinger.

ÖAMTC fordert Sicherheitsausbau nach Absage

Der Ausbau der B317 zur S37 zwischen St. Veit und Scheifling wurde
gestoppt: Dort kamen seit 2015 bei 283 Unfällen 17 Menschen ums
Leben. Im südlichen Abschnitt der B317 bleibt die gefährliche
Ausführung mit zwei Fahrstreifen pro Richtung, lediglich getrennt
durch eine doppelte Sperrlinie, erhalten. Bernhard Wiesinger fordert:
"Aufgrund der Absage braucht es dringend einen alternativen
Sicherheitsausbau der B317, z.B. einen 2+1 Querschnitt mit baulicher
Mitteltrennung. Was das bedeutet, ist am Beispiel der Umgestaltung
der B303 zur Weinviertler Schnellstraße (S3) zu sehen: Vor dem Ausbau
kam es zwischen 2004 und 2007 zu 62 schweren bis tödlichen Unfällen,
von 2012 bis 2015 wurden sieben schwere Unfälle verzeichnet, keiner
davon tödlich."

Die S36 wird zwar weitergebaut, allerdings will man auf
Pannenstreifen verzichten und lediglich Pannenbuchten einbauen. Die
Folge: Defekte Fahrzeuge, die es nicht zu einer Pannenbucht schaffen,
bleiben am Fahrstreifen liegen. Weiters ist die Bildung einer
Rettungsgasse ohne Pannenstreifen nur schwer möglich. "Es ist nicht
akzeptabel, dass bei einer Evaluierung von jahrelang geplanten
Straßenbauprojekten auf Verkehrssicherheit wenig Rücksicht genommen
wird. Denn der Stopp sinnvoller Infrastrukturprojekte und
Einsparungen an den falschen Stellen können Menschenleben kosten",
stellt Wiesinger abschließend klar.

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