• 24.11.2021, 12:00:57
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ÖAMTC-Diskussionsforum Diversität "Wir und ihr" zum Umgang mit Vielfalt und Ausgrenzung in einer pluralistischen Gesellschaft

Keynote-Speaker Doron Rabinovici: "Ich gibt es nur im Plural, Diversität ist die Grundlage unserer Zeit"

Utl.: Keynote-Speaker Doron Rabinovici: "Ich gibt es nur im Plural,
Diversität ist die Grundlage unserer Zeit" =

Wien (OTS) - Die Reduktion von Menschen auf ihre sichtbaren
Identitäten führt zu Kategorisierungen. Die vereinfachende Einteilung
in ein "Ihr" und "Wir", ohne differenzierende Wahrnehmung der
Einzigartigkeit der/des Einzelnen, birgt die Gefahr der Ausgrenzung
und Abwertung. Der Umgang mit Vielfalt und die Grenzen von Toleranz
in einer pluralistischen Gesellschaft und wie Organisationen damit
umgehen (sollten), standen im Fokus des ÖAMTC-Diskussionsforums
Diversität "Wir und ihr", das am 24. November in virtueller Form
durchgeführt wurde.

ÖAMTC-Direktor Oliver Schmerold betonte in seiner Begrüßung die
Bedeutung des einigenden "Wir" bei gleichzeitiger Vielfalt für den
Mobilitätsclub: "Auch bei uns gibt es viele Wirs – wir
Pannenfahrer:innen, wir Piloten, wir Stützpunktmitarbeiter:innen, wir
in Wien, wir in den Bundesländern etc. Was uns eint ist, dass für uns
als größte Nothilfeorganisation in Österreich unsere Mitglieder im
Fokus stehen."

Keynote-Speaker Doron Rabinovici sieht Hetze gegen
Andersartige als große Versuchung in einer durch Pluralität
gekennzeichneten Welt

Für Schriftsteller und Historiker Doron Rabinovici gehören das Recht
auf Differenz des Einzelnen und die Diversität unserer Zivilisation
zusammen. "Diversität ist die Grundlage unserer Zeit, denn in einer
Welt, die durch ihre Pluralität gekennzeichnet ist, wird die
Unterdrückung des Anderen zum Angriff auf das Gesamte. Zugleich
gehört die Hetze gegen die Andersartigen gerade in einer solchen
Konstellation zur großen Versuchung, denn irgendein Außenseiter lässt
sich hier besser finden als irgendwo sonst. Es ist der Kontext, der
entscheidet, wer vor wem geschützt werden muss. Wie die Grenzlinie
hier zu ziehen ist, muss in jedem Fall neu diskutiert werden und
kann, je pluralistischer die Gesellschaft wird, durchaus diffizil
werden. Erst ein Verständnis, dass jedes einzelne Subjekt mehrstimmig
ist, kann die Vielfalt der Gesellschaft erfassen, denn der moderne
Mensch in der Pluralität des globalen Zeitalters hat ein Anrecht auf
das Universale und das Partikulare zugleich."

Nasila Berangy-Dadgar, Leiterin ÖAMTC-Diversitätsmanagement,
moderierte die anschließende Diskussion, in der die Teilnehmer:innen
das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten. Einen
pragmatischen, lösungsorientierten Zugang zeigte Sarah Galehr,
Leitung Diversitätsmanagement beim Arbeitsmarktservice (AMS): "Wenn
ich an Diversität und Weiterentwicklung denke, kreisen meine Fragen
nicht um ein Ihr und Wir, sondern um die Frage, was braucht es noch?
Es geht nicht darum, ob ich etwas möchte oder nicht möchte, sondern
darum, Lösungen zu finden, Ideen zu entwickeln, und vor dem
Hintergrund eines antidiskriminatorischen Ansatzes mit dem, was
gegeben und geschenkt ist, weiterzugehen." Zugehörigkeit und Herkunft
per se seien dabei für das AMS kein Kriterium, sehr wohl aber
Kompetenzen, Berufserfahrung, Ausbildung, Arbeitsmarktnähe,
Fluchterfahrung sowie Staatsbürgerschaft und Sprachkenntnisse. "Darum
muss ich mich dann als Organisation kümmern", so Galehr.

Zur Rolle und Verantwortung der Medien befragt hob Anna Maria
Wallner, Leiterin Debattenressort und Podcast-Produzentin bei "Die
Presse", die Wichtigkeit von Transparenz und Objektivität als
oberstes Ziel hervor. "Medien sind im Bestfall Vermittler zwischen
den Welten, also zwischen Politik und Expertinnen und Experten auf
der einen und Leserinnen und Lesern auf der anderen Seite. Und sie
neigen dazu, bei ihren Kunden ein 'Wir'-Gefühl evozieren zu wollen.
Das ist per se nicht schlecht. Problematisch ist das bei neuen
(Online)Medien, die vorrangig Fake News oder gefälschte Wahrheiten
verbreiten und so tun, als seien ihre Informationen aus seriösen
Quellen und ebenso überprüft wie in klassischen Medien."

Diversität beim ÖAMTC

Der ÖAMTC legt größten Wert auf Gleichwertigkeit und Gleichbehandlung
von Mitarbeitenden, Bewerber:innen und Mitgliedern. Mit regelmäßigen
Aktivitäten im Bereich Diversität lebt Österreichs größter
Mobilitätsclub gesellschaftliche Verantwortung.

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