- 23.11.2021, 11:29:23
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ÖGB-Schumann: Nach fast zwei Jahren Pandemie müssen Frauen endlich entlastet werden
Vizepräsidentin des ÖGB fordert sofortige Freistellung aller Schwangeren, Ausweitung des Rechtsanspruchs auf Sonderbetreuungszeit und mehr Mittel für den Gewaltschutz
Corona ist und bleibt eine besondere Herausforderung für Frauen, da die Mehrfachbelastung zunimmt. Die Lockdown-Bestimmungen verschärfen diese Situation nur noch. Deshalb setzen sich ÖGB-Frauen gerade jetzt besonders für Verbesserungen ein: „Ob im Homeoffice, im Homeschooling oder als Systemerhalterinnen – Frauen stemmen seit beinahe zwei Jahren den Großteil dieser Krise. Sie haben sich eine Entlastung mehr als verdient“, so ÖGB-Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzende Korinna Schumann.
Freistellung für alle Schwangeren
„Die Inzidenzzahlen steigen und neue Virusvarianten sorgen leider für Impfdurchbrüche. Die geltenden Bestimmungen für die Freistellung von ungeimpft Schwangeren in körpernahen Dienstleistungen werden diesem Umstand schlicht nicht mehr gerecht“, ist Schumann besorgt. Aus diesem Grund fordern die ÖGB-Frauen eine Freistellung aller Schwangeren ab der 14. Schwangerschaftswoche, unabhängig von der Branche, in der sie arbeiten.
Rechtsanspruch auf Sonderbetreuungszeit ausweiten
Die Sonderbetreuungszeit ermöglicht Eltern eine besondere Arbeitsfreistellung, wenn einzelne Klassen, Schulen oder Kindergärten behördlich geschlossen werden oder das eigene Kind in Quarantäne muss. Diese Regelung, die von Anfang September bis Ende des Jahres geht, umfasst insgesamt drei Wochen.
„Es ist klar, dass mit Ende des Jahres die Pandemie nicht vorbei sein wird. Was sollen Eltern dann machen, wenn ihr Kind in Quarantäne muss?“, wundert sich Schumann. Es brauche eine vorausschauende Politik - daher fordern die ÖGB-Frauen eine dringende Ausweitung des Rechtsanspruchs auf Sonderbetreuungszeit auch für die nächsten Monate. „Eltern, die aufgrund schwieriger Umstände bereits die drei Wochen Sonderbetreuungszeit aufgebraucht haben, sollten außerdem die Möglichkeit haben, diese Art der Freistellung auch weiterhin nutzen zu können“, so Schumann weiter.
Mehr Mittel für den Gewaltschutz
Die tragische Statistik der Frauenmorde ist leider auch dieses Jahr in Österreich mehr als bedenklich. Bekannt ist, dass es 27 Femizide und 44 Mordversuche bzw. Fälle von schwerer Gewalt. „Der Lockdown erschwert die Situation von gewaltbetroffenen Frauen. Konflikte kochen auf engstem Raum noch schneller hoch und ein schützendes soziales Umfeld ist weit entfernt“, gibt Schumann zu bedenken.
Die ÖGB-Frauen schließen sich daher den Forderungen der Gewaltschutzeinrichtungen nach 228 Millionen Euro, 3.000 neuen Stellen im Opferschutz und der Umsetzung der Istanbul-Konvention an.
Wiedereinführung des Familienhärtefonds
Da mit dem erneuten Lockdown auch viele Familien wieder von Kurzarbeit oder sogar Arbeitslosigkeit betroffen sein werde, ist auch die Wiedereinführung des Familienhärtefonds unbedingt notwendig. „Mit dem neuerlichen Lockdown sind leider auch viele Existenzen gefährdet. Hier braucht es unbedingt ein Sicherheitsnetz. Daher muss der Familienhärtefonds unbedingt wieder eingeführt werden”, fordert Schumann. Außerdem solle er ausgeweitet, leichter zugänglich und einfacher abgewickelt werden können.
„Corona hat Frauen bereits viele Lasten aufgebürdet. Sie dürfen nicht zu Verliererinnen der Krise werden”, schließt Schumann.
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