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GW deckt auf! WKO: Unverhältnismäßig hohe Werbeschaltkosten in ungeeigneten Medien

So ver(sch)wendet die WKO die Pflichtmitgliedsbeiträge

  • Wenig überraschend, weil ins Gesamtbild passend, zeigt sich wieder einmal: Die Gelder werden nicht dort hingelenkt, wo sich die Unternehmer:innen informieren, sondern vor allem in den Boulevard. WKÖ-Präsident Harald Mahrer nutzt wieder einmal die Kammergelder für die Selbstdarstellung und Imagepolitur, sowie zur einseitigen Beeinflussung der Öffentlichkeit zur Unterstützung seiner ÖVP-Parteifreunde. Wir sehen darin einen Verstoß gegen die Vorgaben zur Mittelverwendung.
    Sabine Jungwirth, Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft
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  • Die Unternehmer:innen bezahlen mit ihren Kammerumlagen derzeit nicht nur die bestimmt nötigen Informationskampagnen zu Corona-Hilfen etc., sondern auch die Auftritte von Harald Mahrer im Ö3-Wecker bzw. Inserate in Medien, die sie unterdurchschnittlich stark konsumieren. Die Kammer sollte in Bezug auf ihre Werbe- und Inseratenaktivitäten endlich einen Weg der Sparsamkeit sowie der Zweckmäßigkeit einschlagen, anstatt die Gelder der Mitglieder für die eigene Inszenierung auszugeben!
    Sabine Jungwirth, Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft
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Wien (OTS) - Die Wirtschaftskammer gibt – finanziert durch die Beiträge ihrer Pflichtmitglieder, also der Unternehmer:innen Österreichs – jedes Jahr enorme Summen für Inserate aus. Wir haben uns angesehen, in welchen Medien die WKO im ersten Halbjahr 2021 inseriert hat und ob dieses Investment auch die richtigen Zielgruppen anspricht:

Überdurchschnittlich viel Inseratengeld für Boulevard und Ö3, bei unterdurchschnittlicher Nutzung durch Unternehmer:innen

Die Wirtschaftskammer investiert vor allem in den Boulevard und in Kooperationen mit Ö3, obwohl die Unternehmer:innen zu diese Medien eine unterdurchschnittliche Affinität zeigen.

»Wenig überraschend, weil ins Gesamtbild passend, zeigt sich wieder einmal: Die Gelder werden nicht dort hingelenkt, wo sich die Unternehmer:innen informieren, sondern vor allem in den Boulevard. WKÖ-Präsident Harald Mahrer nutzt wieder einmal die Kammergelder für die Selbstdarstellung und Imagepolitur, sowie zur einseitigen Beeinflussung der Öffentlichkeit zur Unterstützung seiner ÖVP-Parteifreunde. Wir sehen darin einen Verstoß gegen die Vorgaben zur Mittelverwendung.«, fasst Sabine Jungwirth, Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft und Aufdeckerin der Werbemittelvergabe der WKO, zusammen.

Im Verhältnis zu den Einnahmen, versenkt die WKO 22x so viel Budget in Werbeschaltungen wie die Bundesregierung

Die Wirtschaftskammerorganisationen zusammen gaben im 1. & 2. Quartal 2021 ca. 7,5 Mio. € für Werbeschaltungen aus. Im Verhältnis zu den Einnahmen von 505,9 Mio. € sind das 1,47 %. Im 4. Quartal sind erfahrungsgemäß nochmal deutlich mehr Ausgaben für Werbeschaltungen zu erwarten.

Im Vergleich dazu fallen die Werbeschaltungen der Bundesregierung deutlich geringer aus. Bei geplanten Einnahmen von 36,26 Mrd. € und Ausgaben von 24,6 Mio. € im ersten Halbjahr ergibt sich ein Prozentsatz von 0,068 %. Die WKO hat demnach für Werbeschaltungen im Verhältnis zu den Einnahmen ca. 22 Mal so viel ausgegeben wie die Bundesregierung.

Ungeeignete Medienauswahl für WKÖ-Inserate

Während in den Länderkammern und Fachgruppen häufiger Anzeigen in zielgruppenspezifischen Branchenmagazinen oder Regionalmedien geschalten werden, sticht die Bundeskammer mit hohen Investments in Boulevardzeitungen sowie Ö3 hervor – eine Gewichtung, die nicht dem Mediennutzungsverhalten der Selbstständigen und Unternehmer:innen entspricht:

Denn diese konsumieren Qualitätszeitungen wie beispielsweise Der Standard und Die Presse überdurchschnittlich stark, zeigen aber eine geringere Affinität zu Boulevardmedien wie Heute oder Österreich. Dennoch überwies die WKÖ an Letztere fast 200.000 € bzw. mehr als 130.000€ für Werbeanzeigen, aber nur ca. 51.000 € bzw. 58.000 € an Erstere. Auch interessant: Obwohl Unternehmer:innen laut Media-Analyse eine hohe Affinität für die Wochenzeitung Falter zeigen, schaltete die WKÖ hier kein einziges Inserat.

»Die Unternehmer:innen bezahlen mit ihren Kammerumlagen derzeit nicht nur die bestimmt nötigen Informationskampagnen zu Corona-Hilfen etc., sondern auch die Auftritte von Harald Mahrer im Ö3-Wecker bzw. Inserate in Medien, die sie unterdurchschnittlich stark konsumieren. Die Kammer sollte in Bezug auf ihre Werbe- und Inseratenaktivitäten endlich einen Weg der Sparsamkeit sowie der Zweckmäßigkeit einschlagen, anstatt die Gelder der Mitglieder für die eigene Inszenierung auszugeben!«, so Sabine Jungwirth abschließend.

Alle Quellenangaben, weiterführende Informationen, Zahlen, Grafiken und Tabellen sind hier zu finden: https://wk-glasklar.gruenewirtschaft.at/

Rückfragen & Kontakt:

Grüne Wirtschaft
Annalena Goldnagl
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