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Julian Assange bekommt heurigen Dr. Karl Renner-Solidaritätspreis

Preisvergabe erfolgt im Dezember 2021 in Wien

Wien (OTS) - Der australische Journalist Julian Assange bekommt den heurigen Dr. Karl Renner Solidaritätspreis. Der Preis wird vom Österreichischen Journalist*innen Club (ÖJC) vergeben. Bisherige Preisträger waren die Journalisten Deniz Yücel, Meşale Tolu und Max Zirngast.

Julian Assange hat mit der Internetplattform WikiLeaks u. a. mehrere amerikanische Kriegsverbrechen im Irak enthüllt sowie Korruption und Voreingenommenheit innerhalb des Führungsgremiums der Demokratischen Partei der Vereinigten Staaten mit dem DNC-E-Mail-Leck aufgedeckt. Die USA begehren die Auslieferung des Journalisten. Er wird seit zwei Jahren im britischen Hochsicherheitsgefängnis HMP Belmarsh (London) unter menschenunwürdigen Haftbedingungen festgehalten, ohne verurteilt worden zu sein. Im Falle einer Auslieferung und Verurteilung in den USA drohen Assange 175 Jahre Haft. Der UN-Sonderberichterstatter für Folter, Prof. Nils Melzer, erklärte nach dem Gerichtstermin in einem Interview: „Sollte Julian Assange sterben, ist er zu Tode gefoltert worden.“

„Julian Assange ist es mit der von ihm gegründeten Enthüllungs-Plattform WikiLeaks schon immer ein Anliegen gewesen, Whistleblower*innen dabei zu unterstützen, die Wahrheit über Verbrechen von Regierungen und Unternehmen an die Öffentlichkeit zu bringen. Er hat das einzig Richtige getan und dafür alle ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der modernen Medienwelt genützt. Von den USA wurde er für seine Arbeit nach dem ESPIONAGE ACT – dem Anti-Spionagegesetz – aus dem Jahr 1917 angeklagt. Es darf nicht sein, dass sich mächtige Staaten wie die USA, Großbritannien und Schweden gegen einen einzelnen Menschen verschwören und ihn vor den Augen der Weltöffentlichkeit zu Grunde richten – und das ohne Verurteilung. Mit der Vergabe des Dr. Karl Renner-Solidaritätspreises an Julian Assange verbinden wir die Forderung nach seiner sofortigen Freilassung, damit auch seine Verlobte und seine zwei kleinen Söhne ihn wieder in die Arme schließen können“, begründet ÖJC-Präsident Prof. Oswald Klotz die einstimmige Entscheidung der Jury.

Der ÖJC engagiert sich seit seiner Gründung 1977 für Pressefreiheit, Menschenrechte und Qualität im Journalismus. Seit 2017 verleiht der ÖJC den Dr. Karl Renner-Solidaritätspreis an verfolgte Journalist*innen, die aufgrund ihrer journalistischen Tätigkeit zu Unrecht inhaftiert worden sind.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Journalist*innen Club (ÖJC)
Ing. Barbara Meister, MA
Generalsekretärin
+43 1 9828555
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www.oejc.at

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