- 06.11.2021, 08:10:04
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61. Kulturpreise des Landes Niederösterreich
LH Mikl-Leitner: Brauchen kritische Mahner, die zum Nachdenken inspirieren
Utl.: LH Mikl-Leitner: Brauchen kritische Mahner, die zum Nachdenken
inspirieren =
St. Pölten (OTS/NLK) - Es sei sehr schön, mit allen
Kulturpreisträgerinnen und -preisträgern wieder ein Fest feiern zu
können, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner am gestrigen
Freitag im Festspielhaus St. Pölten, wo zum mittlerweile 61. Mal die
Kulturpreise des Landes Niederösterreich überreicht wurden.
"Unsere Künstlerinnen und Künstler haben im blau-gelben Kultursommer
mit seinen mehr als 1.500 Veranstaltungen über 360.000 Besucher
verzaubert, nachdem es monatelang nicht möglich war, mit dem Publikum
in Kontakt zu treten, und damit ein kräftiges Signal gegeben",
betonte dabei die Landeshauptfrau und ergänzte, dass die Pandemie
zwar das Leben aller auf den Kopf gestellt, die Kulturschaffenden
aber am meisten getroffen habe.
"Dass die Kultur von heute auf morgen auf null gestellt worden ist,
war für viele eine Existenzbedrohung. Das Land Niederösterreich hat
hier rasch reagiert und die Kulturschaffenden moralisch, juristisch
und finanziell unterstützt. Wir haben unsere Förderzusagen
eingehalten, auch wenn keine Veranstaltungen stattgefunden haben,
neue digitale Formate geschaffen und über 700 Künstlerinnen und
Künstler mit Stipendien unterstützt", sagte Mikl-Leitner.
Niederösterreich habe sich damit auch in schwierigen Zeiten als
fairer und verlässlicher Partner erwiesen, damit Kunst und Kultur
auch weiter stattfinden könnten. "In Niederösterreich sind Kunst und
Kultur in allen Ecken des Landes spürbar, erlebbar und für alle
zugänglich. Das reicht von den großen Häusern mit ihrer nationalen
und internationalen Strahlkraft wie dem Landestheater, dem
Festspielhaus, Grafenegg oder der Kremser Kunstmeile bis zu den
unzähligen Kunst- und Kulturinitiativen abseits der Ballungsräume",
meinte die Landeshauptfrau.
All diese Einrichtungen hätten mit ihren Sicherheitskonzepten
gezeigt, wie man mit der Pandemie umgehen könne. Aufgabe der
Kulturpolitik sei es, für die Künstlerinnen und Künstler die
optimalen organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen zu
schaffen - "denn wir brauchen sie als kritische Mahner, die zum
Nachdenken inspirieren", so Mikl-Leitner abschließend.
Mercedes Echerer bezog sich in ihrer Festrede u. a. auf die 30 in
Siebenbürgen lebenden Ethnien, um über Toleranz als
Selbstverständlichkeit in einer Vielfalt der Kulturen, den Reichtum,
mehr als ein Zuhause zu haben, und das Spannungsfeld zwischen Gast zu
Hause und Gast in der Fremde zu reflektieren. Vor dem Diktum der
Systemrelevanz und Unentbehrlichkeit von Kultur beklagte sie zudem
die in der Pandemie getrennten Wege geschützter und freier Künstler,
die immer mehr ins Prekariat abgerutscht seien: "Freiheit,
Verantwortung und Solidarität sind kommunizierende Gefäße".
Überreicht wurden je ein Würdigungspreis (dotiert mit 11.000 Euro)
und zwei Anerkennungspreise (dotiert mit je 4.000 Euro) in den
Sparten Darstellende Kunst, Bildende Kunst, Erwachsenenbildung,
Literatur, Medienkunst - kinokulturelle Initiativen, Musik,
Volkskultur und Kulturinitiativen sowie als Sonderpreis 2021
Künstlerische und kulturelle Auseinandersetzungen mit der
Menschenwürde.
Preisträger in der Sparte Darstellende Kunst sind Viktoria Schubert
(Würdigungspreis) sowie Sophie Aujesky und die Handikapped Unicorns
Niederösterreich (Anerkennungspreise), in der Sparte Bildende Kunst
Isolde Joham (Würdigungspreis) sowie Anne Glassner und Philip
Patkowitsch (Anerkennungspreise), in der Sparte Literatur Martin
Pollack (Würdigungspreis) sowie Sandra Gugi? und Andrea Winkler
(Anerkennungspreise), in der Sparte Musik Bijan Khadem-Missagh
(Würdigungspreis) sowie Lukas Lauermann und Jörg Leichtfried
(Anerkennungspreise), in der Sparte Medienkunst - kinokulturelle
Initiativen der Filmclub Drosendorf (Würdigungspreis) sowie der
Kulturverein Film.Kunst.Kino und Andreas Zeugswetter
(Anerkennungspreise), in der Sparte Erwachsenenbildung Gerhard
Floßmann (Würdigungspreis) sowie Willkommen - Verein zum Finden einer
neuen Heimat und die Filmchronisten Ötscher:reich
(Anerkennungspreise) und in der Sparte Volkskultur und
Kulturinitiativen Ingeborg Hauser (Würdigungspreis) sowie der
Scheibbser3er und die Villa Kunterbunt (Anerkennungspreise). Den
Sonderpreis Künstlerische und kulturelle Auseinandersetzungen mit der
Menschenwürde erhielten das Wiener Neustädter SOG.Theater
(Würdigungspreis) sowie Sabine Luger und Verena Prenner
(Anerkennungspreise).
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