- 29.10.2021, 10:57:12
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Kirchliche Umweltbeauftragte appellieren vor COP26 an Kanzler
Schallenberg soll Österreich bei Klimagipfel "als Vorreiter positionieren" - Experte Gerhartinger: "Für ein friedliches und gutes Miteinander braucht es eine intakte Umwelt"
Utl.: Schallenberg soll Österreich bei Klimagipfel "als Vorreiter
positionieren" - Experte Gerhartinger: "Für ein friedliches
und gutes Miteinander braucht es eine intakte Umwelt" =
Wien (KAP) - "Positionieren Sie Österreich als Vorreiter, Herr
Bundeskanzler!" Diesen Appell haben die Umweltbeauftragten der
katholischen Diözesen an Regierungschef Alexander Schallenberg
gerichtet, der zur 26. UN-Weltklimakonferenz (COP26) nach Glasgow
reisen wird. Die kirchlichen Umwelt-Fachleute forderten den Kanzler
am Freitag in ihrer Aussendung auf, "ambitionierte Pläne zur
Reduktion der CO2-Emissionen vorzulegen und die Initiative von
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zur Verminderung des
Freiwerdens von Methan nachhaltig zu unterstützen".
Ein Zaudern der beim Gipfel in Schottland versammelten
Regierungsvertreter hätte schwerwiegende Folgen, warnten die
Umweltbeauftragten. "Für ein friedliches und gutes Miteinander
braucht es eine intakte Umwelt." Genau dies hätten auch 43
Mitgliedsstaaten bei der jüngsten Session des UNO-Menschenrechtsrates
unterstrichen, erinnerte Markus Gerhartinger, Sprecher der
katholischen Umweltbeauftragten. Die Resolution, die das Recht auf
eine gesunde, sichere, saubere und nachhaltige Umwelt festschreibt,
sei zwar rechtlich nicht bindend, "trotzdem ist der Schritt
bedeutsam, denn eine intakte Umwelt stellt die grundlegende
Voraussetzung für die Bewahrung Menschenwürde in dar, sowie
Gleichheit und Freiheit".
Gerhartinger ortet in dieser Hinsicht auch in Österreich positive
Signale. In der aktuellen Regierungsperiode seien bereits einige
wichtige Themen angegangen worden: Der Experte nannte das
Klimaticket, den "ersten Schritt in Richtung Ökologisierung der
Steuergesetzgebung" und die Bestrebungen für ein Plastikpfand. Auf
baldige weitere ambitionierte Schritte in diese Richtung sei zu
hoffen. Gerhartinger verwies aber auch auf noch bestehende
"entscheidende Baustellen" wie das noch fehlende
Energieeffizienzgesetz. Es brauche diese Regelungen bald, damit die
Einsparungspotenziale gehoben werden.
Die Diagnose von Papst Franziskus in seiner Enzyklika "Laudato si"
aus dem Jahr 2015, dass "die Umwelt-Gipfeltreffen der letzten Jahre
(...) aus Mangel an politischer Entscheidung (...) keine wirklich
bedeutungsvollen und wirksamen globalen Umweltvereinbarungen
erreicht" haben, sollte spätestens für Glasgow nicht mehr zutreffen,
hofft Gerhartinger. Das in Paris formulierte 1,5-Grad-Ziel einer
maximalen Erderwärmung zu erreichen, sei entscheidend für die
Lebenschancen der Menschheit und für ein stabiles gesellschaftliches
Miteinander. "Es braucht jetzt ein gemeinsames tiefgreifendes
Umdenken", nahm Gerhartinger ausdrücklich die österreichische
Bundesregierung in die Pflicht.
Klimaabkommen von Paris umsetzen
Vom 31. Oktober bis zum 12. November trifft sich die
Staatengemeinschaft zur Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow.
Die Zusammenkunft, bei der über die weitere Umsetzung des
Klimaabkommens von Paris beraten werden soll, war ursprünglich
bereits für das vergangene Jahr geplant, musste aber wegen Corona
verschoben werden. Das am 12. Dezember 2015 abgeschlossene
Klimaabkommen sieht vor, den Anstieg der globalen
Durchschnittstemperatur im Vergleich zum vorindustriellen Niveau auf
unter 2 Grad, nach Möglichkeit auf unter 1,5 Grad, zu begrenzen. Dies
soll durch Verminderungen beim Ausstoß von Kohlendioxid und anderen
klimaschädlichen Gasen wie Methan oder Lachgas geschehen.
Um dieses Ziel zu erreichen, legten die Länder freiwillige Beiträge
vor - sogenannte "Nationally Determined Contributions" (NDC). Weil
sich allerdings schon damals abzeichnete, dass diese
Selbstverpflichtungen nicht ausreichen würden, verständigte man sich
in Paris darauf, alle fünf Jahre die Messlatte höher zu legen.
((forts. mgl.)) RME/HKL
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