- 28.10.2021, 11:32:55
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ORF-Kulturdokus zu Allerheiligen: Premiere „Sterben 2.0 – Der neue Umgang mit dem Tod“ und „Grabgeschichten“ mit Heller/Stermann
Am 1. November ab 22.05 Uhr in ORF 2
Utl.: Am 1. November ab 22.05 Uhr in ORF 2 =
Wien (OTS) - Als Teil des ORF-Schwerpunkts zu
Allerheiligen/Allerseelen (Details unter presse.ORF.at) präsentiert
die ORF-TV-Kultur am Montag, dem 1. November 2021, ab 22.05 Uhr in
ORF 2 zwei themenaffine Dokumentationen. Als TV-Premiere steht der
neue Film „Sterben 2.0 – Der neue Umgang mit dem Tod“ von Katharina
Liebert und Stefan Wolner auf dem Programm, der sich mit dem
Bedürfnis nach Spiritualität abseits der kirchlichen Tradition
beschäftigt, sowie der Frage, wie sich der Trend zu Individualismus
und Selbstinszenierung auf die Wahrnehmung der eigenen
Vergänglichkeit auswirkt. Die spirituelle Frage, was nach dem Tod
kommt, weicht praktischen Überlegungen, wie man mit der eigenen
Sterblichkeit umgeht oder was man der Nachwelt hinterlassen möchte.
Anschließend zeigt ORF 2 ein Dacapo der Produktion „Grabgeschichten –
André Heller und Dirk Stermann besuchen den Hietzinger Friedhof“
(23.00 Uhr).
„Sterben 2.0 – Der neue Umgang mit dem Tod“ (22.05 Uhr)
Es ist die einzige Gewissheit, die uns das Leben bereithält, zugleich
Kränkung und gesellschaftliches Tabu: unser Tod. Dieses für die
meiste Menschen unliebsame Thema ist wie viele Bereiche des Lebens
stark vom gesellschaftlichen und kulturellen Wandel betroffen. Die
zunehmende Abkehr von traditionellen Religionen wird von der Suche
nach einer neuen Spiritualität abgelöst, die sich auch auf das
Sterben auswirkt. Immer mehr Menschen wollen naturnah bestattet
werden und so dereinst eingehen in den ewigen Kreislauf. Die
Sehnsucht nach Unsterblichkeit spiegelt u. a. die Gier nach Ruhm
durch Selbstinszenierung in den sozialen Medien wider und setzt sich
auch in der Gestaltung unseres digitalen Nachlebens fort. Der Film
„Sterben 2.0 – Der neue Umgang mit dem Tod“ berichtet von
Bestattungs-Start-ups, der Alm als letzter Ruhestätte, von QR-Codes
auf Grabsteinen oder Online-Friedhöfen: Internet-Plattformen, die der
Erinnerung an Verstorbene dienen. Zu Wort kommen u.a. die Künstlerin
und Philosophin Elisabeth von Samsonow sowie Philosoph Franz Schuh.
Dem Begriff „Death Café“ haftet etwas Makaberes an – und doch steht
er dafür, dem Tod etwas von seinem Stachel zu nehmen. Einmal im
Quartal trifft sich eine Gruppe Gleichgesinnter in einem Wiener
Kaffeehaus, um die eigene Endlichkeit ganz genau ins Visier zu nehmen
und um das vielleicht letzte große Tabu unserer Gesellschaft ein
wenig aufzubrechen. Stets gibt es viel Süßes in Form von Mehlspeisen,
um der Bitternis des Themas etwas entgegenzusetzen.
Reiner Pragmatismus dominiert im ersten digitalen Bestattungshaus
Österreichs. Das Start-up befindet sich auf Expansionskurs. Herzstück
ist der Online-Konfigurator: ob Urne oder Sarg, vom Blumenschmuck bis
zur Trauerrede kann man hier seine Bestattung digital buchen.
Aber wie ordnet man sein digitales Nachleben? Auf immer mehr
Friedhöfen finden sich auf Grab- und Gedenksteinen QR-Codes. Ein
digitales Erinnerungsprojekt ist mit der nationalen Gedenkstätte der
„Gruppe 40“ auf dem Wiener Zentralfriedhof verbunden, das dem
Gedenken der Widerstandskämpfer/innen gegen das NS-Regime gewidmet
ist.
Naturnahe Bestattung wird auf dem Land der Forstverwaltung
Mayr-Melnhof in Salzburg großgeschrieben. Hier betreibt Max
Mayr-Melnhof auch sein Unternehmen Paxnatura: Gewisse Areale seines
6.000 Hektar großen Besitzes verpachtet er zum Zweck der naturnahen
Bestattung. 250 Plätze sind bereits mit Urnen belegt. Eine
Naturbestattungsfläche ist die „Vierkaseralm“ auf 1.600 Metern
Seehöhe.
„Grabgeschichten – André Heller und Dirk Stermann besuchen den
Hietzinger Friedhof“ (23.00 Uhr)
Ein Friedhof ist ein geschichtsträchtiger Ort. Hier versammeln sich
all jene, die zu Lebzeiten niemals zueinander gefunden hätten. André
Heller ist im Wiener Bezirk Hietzing aufgewachsen. Der örtliche
Friedhof ist ihm seit seinen Tagen als Ministrant vertraut, unzählige
Geschichten ranken sich um dessen „Belegschaft“. Hier liegen unter
anderem begraben: der Maler Gustav Klimt und der Architekt Otto
Wagner; die TV-Legende Heinz Conrads und die Geliebte des Kaisers,
Katharina Schratt. Die Gräber von Engelbert Dollfuß und Alban Berg
kann man entdecken sowie jenes vom Chef des Generalstabs
Österreich-Ungarns, Conrad von Hötzendorf. Hier findet man Franz
Grillparzer neben dem letzten Kammerdiener von Ludwig VI., und auch
Elise Stein liegt hier begraben, wenig bekannt und doch weltberühmt,
hat Beethoven doch ihr zuliebe „Für Elise“ komponiert. André Heller
kennt zahlreiche Anekdoten, Begebenheiten und Gerüchte zu den Damen
und Herren des Hietzinger Friedhofs und lässt im Gespräch so manchen
toten Zeitgenossen sehr lebendig erscheinen. Regie: Lukas Sturm,
André Heller.
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