„kulturMontag Spezial aus Oslo“: Vorzeige-Architektur in Europas Umwelthauptstadt, Eröffnung Munch-Museum, neuer Jo Nesbø

Danach in memoriam: „Bernard Haitink: Der geheimnisvolle Maestro“

Wien (OTS) - Von Rekorden und Morden in Oslos Fjorden: Aus Norwegens Hauptstadt meldet sich eine von Clarissa Stadler präsentierte Spezialausgabe des „kulturMontag“ am 25. Oktober 2021 um 23.10 Uhr in ORF 2. Die Sendung begibt sich anlässlich der Eröffnung des imposanten neuen Munch-Museums – das weltweit größte Museum, das einem einzigen Künstler gewidmet ist – auf Lokalaugenschein im hohen Norden. Im Land der Fjorde, Elche, Trolle und Dichter wird mit Kulturbauten wie diesem oder auch umweltbewussten Stadterneuerungsprojekten, die die gesamte Küstenlinie Oslos verändern, nicht gespart. Mitten in dieser mythenumrankten Synthese zwischen Natur und Kultur entstehen die Bestseller-Krimis von Jo Nesbø. Ihn hat Clarissa Stadler zum Interview im privaten Rahmen getroffen.
Anschließend an das Magazin erinnert der ORF mit dem Porträt „Bernard Haitink: Der geheimnisvolle Maestro“ an den gestern (21. Oktober) verstorbenen Dirigenten.

Oslo – eine Synthese zwischen Natur und Kultur

Norwegens Hauptstadt Oslo mit ihren mehr als 600.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist eine lebhafte aber trotzdem entspannte Stadt. Ihr mythenumranktes Image, inspiriert von malerischen Landschaften mit ihrem Naturschauspiel aus tanzenden Polarlichten über Fjorden, Seen, Inseln, Wald und Wasserfällen sowie allerhand mystischen Fabeln, wird seit geraumer Zeit von spektakulärer Architektur verwandelt. Spätestens mit dem tollkühnen Opernhaus, das wie eine gigantische Eisscholle am Fjordufer in der Bucht von Bjørvika zu schwimmen scheint, ist Oslo auf dem Radar architekturaffiner Reisender gelandet. Auch die neben der Oper gelegene gläserne Stadtbibliothek, die im vergangenen Jahr eröffnet wurde, entspricht nicht dem Klischee eines verstaubten Lesesaals mit meterhohen Bücherregalen und gedämpfter Atmosphäre. Nicht zuletzt energetisch ist diese Eye-Catcher-Architektur Oslos ein Vorzeigeprojekt: Sie erreicht Passivhausstandard, der Energieverbrauch ist niedrig, die Belüftung über die Böden nutzt die thermische Masse der Gebäude, ein externer Sonnenschutz reduziert im Sommer den Kühlbedarf der Häuser. 2019 ist Oslo als Umwelthauptstadt Europas durchgestartet. Der Verkehr wird durch einen Unterwassertunnel, den Oslofjordtunnel, umgeleitet. Es summen Elektro- oder Hybridfahrzeuge herum, denn Oslo will bis 2030 seine Emissionen um 95 Prozent senken. Auch die neuen architektonischen Projekte zeichnen sich durch besonders ökologische und kulturelle Eigenschaften aus, wie das neue Nationalmuseum, das 2022 eröffnet werden soll.

Zum Schreien cool – Das neue Munch-Museum

Neue Infrastruktur-Projekte und Kulturbauten sollen für internationales Renommee Oslos sorgen. Alles drängt ans Wasser, zum Fjord, zum Meer – so auch das neben der Oper gelegene neue und architektonisch auffällige dreizehnstöckige Munch-Museum, dessen oberer Gebäudeteil sich wie der griechische Buchstabe „Lambda“ nach vorne neigt und so der Stadt und dem Fjord seine Reverenz zu erweisen scheint. Das weltweit größte Museum, das einem einzigen Künstler gewidmet ist, wird jene Sammlung von fast 30.000 Werken beherbergen, die Edvard Munch einst der Stadt Oslo vermacht hat – darunter auch sein ikonisches expressionistisches Meisterwerk „Der Schrei“. Zwar war eine neue Heimat für die Arbeiten von Norwegens bedeutendstem Künstler längst überfällig, die Konstruktion wie auch die Kosten von rund 200 Millionen Euro sind freilich nicht unumstritten. Die Stadt war einst mit Edvard Munchs Schenkung heillos überfordert. Erst zum 100. Geburtstag des Künstlers 1963 wurde im Osloer Osten ein Munch-Museum eröffnet, abseits der Touristenpfade und bei Kuratoren wie Kunstfreunden gleichermaßen unbeliebt. Eine Erweiterung und Renovierung 1994 zum 50. Todestag von Munch änderte daran wenig, und der Diebstahl des „Schreis“ 2004 schadete der Reputation des Hauses zusätzlich. Für einen Künstler, dessen berühmtestes Zitat lautet „Krankheit, Wahnsinn und Tod waren die Engel, die meine Wiege umgaben und die mir mein Leben lang gefolgt sind“, ist das neue Munch-Museum jetzt endlich ein würdiger Rahmen.

Der Krimi-König, der aus der Kälte kam – Zu Besuch bei Jo Nesbø

Dunkle Geheimnisse und ungezügelte Rachegelüste, Schuld und Scham, jede Menge Betrug und vor allem Mord – das sind die Zutaten des unumstrittenen Königs des skandinavischen Kriminalromans. Der norwegische Autor Jo Nesbø hat mit seiner charismatisch-kaputten Hauptfigur namens Harry Hole einen Millionenseller erfunden. Seine Bücher wurden rund 30 Millionen Mal verkauft und in 47 Sprachen übersetzt. Mittlerweile sind zwölf Kriminalromane entstanden. Mit Michael Fassbender, Val Kilmer und Charlotte Gainsbourg wurde sein Roman „Schneemann“ 2017 prominent besetzt verfilmt. Aus seinem Thriller „Der Sohn“ ist derzeit eine US-Serie mit Hollywoodstar Jake Gyllenhaal in der Hauptrolle im Entstehen. „Blade Runner 2049“-Regisseur Denis Villeneuve inszeniert und Jo Nesbø ist als Produzent an der Umsetzung beteiligt.
In seinen Büchern weicht er seit einigen Jahren in Romanen wie „Blood On Snow“, „Macbeth“ oder „Ihr Königreich“ radikal vom Schema seiner Thrillerserien ab. Auch in seinem jüngsten Wurf „Eifersucht“, der Anfang November erscheint, wagt Nesbø Neues. Mitten in Athen lässt er seinen neuen Kriminalisten ermitteln. Nikos Balli ist ein Spezialist für das Mordmotiv Eifersucht, das ihn auf die Insel Kalymnos führt. Im Oslos Nobelbezirk Briskeby empfängt der sympathische Bestseller-Autor und studierte Ökonom, der sich auch als Musiker einen Namen machte, Clarissa Stadler ganz privat, zu Hause in seinem Osloer Refugium, zum Gespräch.

Dokumentation „Bernard Haitink: Der geheimnisvolle Maestro“ (0.00 Uhr)

Die Musikwelt trauert um einen ihrer beliebtesten Dirigenten: Der niederländische Maestro Bernard Haitink ist am 21. Oktober 92-jährig in seiner Wahlheimat London gestorben. Aus diesem Anlass wiederholt der ORF das letzte filmische Porträt, das der Brite John Bridcut über den charismatischen Musiker gestaltet hat. Es beobachtet den auf der ganzen Welt beliebten Meister, der vor allem für seine Bruckner- und Mahler-Interpretationen berühmt war, während er seine letzten Konzerte vorbereitete.
Einige der Musiker, mit denen er zusammengearbeitet hat, versuchen, die Geheimnisse seiner ganz eigenen Dirigiertechnik zu erklären. Haitink selbst spricht in dem berührenden Film offen und emotional über die prägenden Momente in seinem Leben und darüber, wie sich sein Denken während seiner 68 Jahre am Pult vieler großer Orchester verändert hat.

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