JournalistInnengewerkschaft appelliert an Medienhäuser: Inserate dürfen keinen Einfluss auf Berichterstattung haben

Vorsitzender Kullmann bricht Lanze für JournalistInnen und lädt zum runden Tisch zur Zukunft des Qualitätsjournalismus

Wien (OTS) - „Qualitätsjournalismus war noch nie so wertvoll wie in diesen Zeiten. Qualitätsjournalismus, den wir heute das Glück und die Ehre haben auszuzeichnen, war aber leider auch noch nie so gefährdet. Alle reden derzeit zu Recht von der Inseratenaffäre, von frisierten Umfragen, ja sogar von gekauftem Journalismus. Eine Wortspende von höchster Stelle, wonach es natürlich für ein Inserat auch ein Gegengeschäft gebe, befeuerte derartige Verdächtigungen“ sagt der Vorsitzende der JournalistInnengewerkschaft in der GPA, Eike Clemens Kullmann anlässlich der Verleihung des Kurt Vorhofer und Robert Hochner Preises.

„Die Journalismusbranche ist nicht so“, bricht Kullmann eine Lanze für Kolleginnen. Eine Branche dürfe daher keinesfalls von Einzelfällen als Ganzes in Misskredit gebracht werden.

Dennoch hätten die Medienhäuser dringende Hausaufgaben zu leisten: „Inserate dürfen keinerlei Einfluss auf die Berichterstattung in ihren Redaktionen beinhalten. Denn eines ist klar: wo Propaganda gedeiht, stirbt die Pressefreiheit. Es muss daher zweifelsfrei zum Wohl der Medienbranche unverrückbar sein und bleiben: Ein Gegengeschäft für ein Inserat ist einzig und allein ein Inserat - egal von wem es geschaltet wird. Dafür braucht es klare und neue Spielregeln“, stellt Kullmann klar.

Klarer neuer Spielregeln bedarf aber auch die Presseförderung oder besser die Medienförderung. Denn, so Kullmann, ein qualitativ hochwertiger Journalismus sei unmöglich, wenn er gleichzeitig totgespart wird. „Während also die Redaktionen sukzessive ausdünnen, steigt die Zahl der KommunikationsmitarbeiterInnen in Ministerien und anderen öffentlichen Stellen munter weiter an. Wir brauchen eine drastische Erhöhung der Fördermittel, um hier wirklich etwas bewirken zu können. Eine Größenordnung von 100 Millionen Euro plus jährlicher Inflationsanpassung sei erforderlich“, so der Gewerkschafter.

„Die Vergabe der Medienförderung müsse endlich an der Qualität ausgerichtet werden. Qualitätsvoller Journalismus, der eben klar messbaren Kriterien unterworfen ist, soll, egal auf welcher Plattform er stattfindet, unterstützt werden. Um sich umfassend über all diese Probleme des Qualitätsjournalismus auszutauschen und gemeinsam Lösungen zu diskutieren, lädt die JournalistInnengewerkschaft in der GPA zu einem runden Tisch ein. Daran sollen alle Parlamentsparteien, die universitären Einrichtungen, der Presseclub Concordia und die Sozialpartner teilnehmen. Den Ehrenschutz soll Präsident Van der Bellen übernehmen.

Ausgezeichnet mit dem u.a. von der JournalistInnengewerkschaft vergebenen Preis wurden gestern Wiener Zeitung-Chefredakteur Walter Hämmerle sowie Puls 4-Moderatorin Alexandra Wachter und Elke Ziegler aus der Ö1-Wissenschaftsredaktion.

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