VIDC/IOM: Maßnahmen gegen Arbeitsausbeutung von Erntearbeiter*innen in Österreich

Expert*innen fordern umfassende, finanziell abgesicherte Beratungsangebote

Wien (OTS) - Erntearbeiter*innen sind in Österreich zum Teil unter prekären Bedingungen beschäftigt und erfahren Arbeitsausbeutung. Die Gründe dafür: Sie sind oft stark von ihren Arbeitgeber*innen abhängig und haben Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren. Es gibt Sprachbarrieren, und das komplexe Arbeits- und Sozialrecht ist fast unmöglich zu durchblicken. Ein von VIDC und IOM organisierter Workshop verfolgte das Ziel, Maßnahmen aufzuzeigen, die die Bedingungen in der Erntearbeit verbessern und Ausbeutung vorbeugen können.

"Arbeiter*innen über ihre Rechte aufzuklären, ist die wichtigste präventive Maßnahme gegen Arbeitsausbeutung", erklärt Nadja Schuster (VIDC). "Das muss niederschwellig, in den Erstsprachen der Arbeiter*innen und mobil, d.h. am besten gleich am Feld oder in der Umgebung des Arbeitsplatzes, passieren." Ein umfassendes, mobiles Beratungsangebot brauche aber auch eine langfristig garantierte, staatlich abgesicherte Finanzierung, so die Expertin. Weiters sollten Kontrollorganie - wie die Land- und Forstwirtschaftsinspektionen, die Finanzpolizei oder Behörden im Asylwesen - im Hinblick auf mögliche Fälle von Arbeitsausbeutung und Menschenhandel geschult werden. Parallel zu diesen Maßnahmen in Österreich sollte es auch breite, öffentlichkeitswirksame Kampagnen in den Herkunftsländern geben. Diese sollten Erntearbeiter*innen bereits vor ihrer Ausreise über die relevantesten arbeitsrechtlichen Regelungen informieren.

Der Workshop des Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation (VIDC) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) fand im Rahmen der Konferenz der Österreichischen Task Force zur Bekämpfung des Menschenhandels "Follow the Money: Finanzielle Aspekte in der Bekämpfung des Menschenhandels" am 14. Oktober statt. Nadja Schuster diskutierte dabei mit Walter Medosch (Generalsekretär des Österreichischen Landarbeiterkammertages), Stephan Wöckinger (Referatsleiter der Land- und Forstwirtschaftsinspektion Oberösterreich), Susanne Haslinger (Sozialpolitik, Produktionsgewerkschaft) und Manuela Hargassner-Delpos (Verbindungsbeamtin Österreichs zur European Labour Authority).

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Martina Neuwirth, Tel. 0664 5206878, Email: neuwirth@vidc.org

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