- 11.10.2021, 11:29:47
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- OTS0066
Sprengstoffanschlag auf Asylunterkunft in Graz geklärt
Sprengstoffanschlag nach erneuter Sichtung von Videoaufzeichnungen nach über elf Jahren geklärt – Ermittlungen gegen mehrere Tatverdächtige, einer davon geständig
Utl.: Sprengstoffanschlag nach erneuter Sichtung von
Videoaufzeichnungen nach über elf Jahren geklärt –
Ermittlungen gegen mehrere Tatverdächtige, einer davon
geständig =
Wien (OTS) - In den Nachtstunden des 11. September 2010 brachten
unbekannte Täter im Eingangsbereich einer Asylunterkunft einen
selbstgebauten Sprengkörper zur Explosion – die Tatverdächtigen
hatten Schwarzpulver in einem Aluminiumbehälter verdichtet und
gezündet. Trotz der unvorhersehbaren Wirkung des Sprengkörpers wurden
keine Personen unmittelbar verletzt. Ein Bewohner schreckte jedoch
infolge der Detonation auf, stürzte aus dem Bett und zog sich eine
Kopfverletzung zu.
Die sofort nach der Tat eingeleiteten Ermittlungen verliefen
ergebnislos. Der Tatverdacht gegen zwei im Zuge von Zeugenaussagen
ausgeforschten, mutmaßlichen Tätern bestätigte sich nicht. Auch eine
Fahndung, bei der Videos aus einer Überwachungskamera veröffentlicht
wurden, brachte keine weiteren Erkenntnisse.
Tatverdächtiger im Zuge weiterführender Ermittlungen
wiedererkannt
Im Zuge weiterführender Ermittlungen des LVT Steiermark wurden die
damals gesicherten Videoaufzeichnungen und Fahndungsfotos im August
2020 einem Zeugen zur Ansicht vorgelegt, wobei ein Tatverdächtiger
wiedererkannt wurde. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Graz wurde
der zum Tatzeitpunkt 15-Jährige zum Tatvorwurf einvernommen und
zeigte sich geständig. Außerdem gab er an, von einem weiteren Mann –
einem amtsbekannten Rechtsextremisten – zur Tat genötigt worden zu
sein, um „in die rechtsextreme Clique“ aufgenommen zu werden.
Ermittlungen führen zu weiteren sechs Tatverdächtigen
Die umfassenden Ermittlungen führten zu sechs weiteren namentlich
bekannten Tatverdächtigen, jene nach zumindest einem weiteren
unbekannten Täter sind nach wie vor im Gange. Drei der Männer stehen
im Verdacht, an der Tatausführung beteiligt gewesen zu sein, ein
anderer Verdächtiger wurde wegen einer verbotenen Tätowierung nach
dem Verbotsgesetz sowie wegen des Verdachts der Zeugenbeeinflussung
zur Anzeige gebracht. Gegen einen weiteren Beschuldigten wird
ermittelt, weil er einen der Mitbeschuldigten dazu genötigt haben
soll, seine Aussage zurückzunehmen.
Vorläufige Festnahmen, mehrere Hausdurchsuchungen und
Sicherstellungen
Im bisherigen Ermittlungsverfahren wurden zwei Beschuldigte auf
Anordnung der Staatsanwaltschaft vorläufig festgenommen. Insgesamt
kam es zu drei Hausdurchsuchungen, bei denen insgesamt 21
Mobiltelefone, fünf Laptops, Tablets und Computer sowie verschiedene
Datenträger sichergestellt werden konnten. Bislang ist einer der
Tatverdächtigen geständig, weitere Ermittlungen laufen.
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