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IDEALE Barometer: Persönliche Freiheit durch Pandemie weniger wichtig geworden

Selbstbestimmung ist den ÖsterreicherInnen weniger wichtig als noch vor der Pandemie. Das zeigt die neue Studie von Pick & Barth und dem IFES zu Wertewandel durch Corona.

Wien (OTS) - Die Corona-Krise hat uns nicht nur vor gesundheitliche, sondern auch vor gesellschaftliche Herausforderungen gestellt. Vom anfänglichen Klatschen für das Pflegepersonal und Einkaufen für die Nachbarin war schnell wenig zu spüren. Zusammen mit dem IFES - Institut für empirische Sozialforschung hat Pick & Barth, die Wiener Agentur für Kampagnen, Strategien und digitale Kommunikation, den IDEALE Barometer durchgeführt: Die nun vorliegende Studie skizziert Werte und Wertewandel im Kontext der Pandemie.

ÖsterreicherInnen wollen mehr Eigenverantwortung, sind aber gleichzeitig mit einer Einschränkung der Freiheitsrechte zum Schutz der Gesundheit einverstanden.

Auffallend stark verändert hat sich in den letzten Jahren die Zahl der Menschen, die sich nicht selbstbestimmt fühlen: 17% der ÖsterreicherInnen geben an, (eher) keinen Einfluss darauf zu haben, was mit ihnen geschieht - 2018 waren es nur jede/r Zehnte. Ebenso sagen mehr Menschen, dass jede/r Bürger/in mehr Verantwortung für sich übernehmen sollte (2021: 57% vs. 2018: 51%).

Geht es um den Schutz der Gesundheit, stimmt allerdings fast jede/r Zweite der Aussage (sehr) zu, dass es in Ordnung sei, die Freiheitsrechte des Einzelnen einzuschränken. Während persönliche Freiheit 2019 noch für 63% der ÖsterreicherInnen „äußerst wichtig“ war, sind es jetzt nur mehr 53%. Dieser Wert bleibt dennoch auf Platz zwei der wichtigsten Werte, nur noch wichtiger ist den ÖsterreicherInnen ein respektvoller Umgang miteinander (für sechs von zehn äußerst wichtig). Die Gleichberechtigung von Mann und Frau liegt jede/r zweiten ÖsterreicherIn sehr am Herzen.

Persönliches Engagement ist eine Frage von Ressourcen.

Bildung und Einkommen sind entscheidend dafür, ob Menschen für eine gerechtere Gesellschaft oder den Klimaschutz aktiv werden: „Geht es darum, eine Partei zu wählen, aktiv in einem Verein mitzuarbeiten oder Geld zu spenden, liegen jene mit höherem Einkommen und höherem Bildungsgrad voran. Anders verhält es sich mit der Bereitschaft, Inhalte in den sozialen Medien zu teilen oder Petitionen zu unterschreiben: Hier gleichen sich die Unterschiede wieder etwas aus“, fasst Eva Zeglovits, IFES-Geschäftsführerin, zusammen.

„Wir sehen, dass Themen wie die gerechte Verteilung von Wohlstand, Gleichberechtigung und Chancengerechtigkeit vielen ÖsterreicherInnen sehr am Herzen liegen“, sagt Yussi Pick, Managing Partner von Pick & Barth. „Umso wichtiger ist es, dass alle - unabhängig von Einkommen und Bildung - die Möglichkeit haben, sich niederschwellig einzubringen und mitzureden!“

Unsere Gesellschaft ist fragmentiert.

Quer durch alle abgefragten Themen fällt auf, dass unsere Gesellschaft immer fragmentierter wird. Alter, Einkommen, Geschlecht und Herkunft beeinflussen wie optimistisch, solidarisch und engagiert Menschen sind. Der IDEALE Barometer zeigt: Je geringer das Einkommen, umso ungerechter bewerten Menschen Österreich und umso weniger vertrauen sie in den Wohlfahrtsstaat und die Demokratie. „Für uns als Gesellschaft bedeutet das, dass wir uns dringend überlegen müssen, wie wir diesen Spaltungstendenzen etwas entgegensetzen und alle Bevölkerungsgruppen gut erreichen können“, so die Conclusio von Pick.

Detaillierte Ergebnisse präsentieren die beiden ExpertInnen in der zweiten Keynote bei der IDEALE-Konferenz am Donnerstag, 30. September im Reaktor in Wien. Wie wir als Gesellschaft Spaltungstendenzen in ganz Europa bekämpfen können, wird Laura-Kristine Krause, Gründungsgeschäftsführerin von More in Common Deutschland, in der ersten Keynote erläutern.

Die Presseunterlage mit Zahlen & Infografiken finden Sie hier zum Download: https://we.tl/t-eX1KrTGHzf

Über die IDEALE:

30. September 2021
13:00-18:30 Uhr
Reaktor, Geblergasse 36-40, 1170 Wien

Das gesamte Programm gibt es hier: https://www.ideale-konferenz.at/
Zum Ticketshop: https://www.eventbrite.de/e/ideale-2021-tickets-156672627045
Interessierte RedakteurInnen sind dazu herzlich eingeladen.

Österreichs erste Konferenz für wertebasierte Kommunikation wird von Pick & Barth zusammen mit Amnesty International Österreich veranstaltet.


Rückfragen & Kontakt:

Yussi Pick
+43 699 126 41 323
pick@pickundbarth.at

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