Autobahn-Stopp rückt Verkehrsdilemma im Waldviertel ins Blickfeld

Zwettl/Krems (OTS) - „Es darf in Niederösterreich keine benachteiligten Lebensräume geben“, befand 2018 die neue Landeshauptfrau, Johanna Mikl-Leitner, im Hinblick auf das stark veraltete Straßennetz im Waldviertel (WV). Diese positive Aussage freute die Leute, da ihnen selbst seit langem bewusst war, dass die kümmerliche Infra- struktur das Grundübel der Region ist, an dem vieles scheitere. Auch die amtliche Kaufkraftstatistik besagt, dass die regionale Wirtschaftslage und der Lebensstandard des Volkes stets im Einklang stehen. Der reguläre Index liegt im Waldviertel um -18,7 Prozent UNTER dem NÖ-Schnitt!

Eisenbahnfahren ohne Geleise?

Da die Idee einer WV-Autobahn Ende 2020 der Klimakrise zum Opfer fiel, erstellte NÖ mit dem Bund ein alter-natives Mobilitätspaket (MP) im Werte von 1,8 Mrd. Euro, das zu 75 % der Schiene gilt. Im Straßenbau nützt das Ersatzkonzept, dem Norden und speziell dem mittleren und südlichen Weinviertel. Das zentraleWaldvier- tel mit adäquaten Bereichen von Zwettl und Krems, kommt in dem Paket nur halbherzig, primär mit der Kor-rektur von uralten Fahrbahnmängeln, vor. Eine Analyse zeigt, dass die realen Ausbauprojekte im Wald- und Weinviertel, in den beiden analogen Territorien und darüber hinaus, in der Anzahl sowie im Ausmaß, im WV überwiegen. Umso unerklärlicher ist daherdie um 40 Millionen höhere Dotierung der Weinviertler Projekte. Diese Divergenz kann nur an der Planung von ganz gediegenen Ausführungen oder außertourlichen Bau-For-maten - auf Kosten anderer (!) - liegen.

Ein weiteres Verkehrsdebakel im mittleren Waldviertel ist die verfehlte Demontage von 22 km Gleise der einst bewährten Personen- und Güterbahn. Seit dieser Zeit (2012) istdie Teilregion mit 41.800 Bewohnern und 1.800 km² der größte Lebensraum Österreichs OHNE Personenzüge. Die FJ-Bahn ist damit für eine private Wienreise- etwa von Grafenschlag aus - keine Variante mehr. Jeder fährt gleich direkt mit dem Pkw in die Bundeshaupt-stadt und erspart sich hin und zurück den Umweg von 187 km.

Vom Westen abgeschottet.

Viele Besucher wissen, dass es im idyllischen„Herzen des Waldviertels", noch immer sehr kurvige und durch ver-winkelte Orte führende Straßen, gibt. Die Strecke Zwettl-Karlstift kanndazu als Objekt böser Schikanen dienen. Auf der 35 km langen, stets mühsamen Route, wurde nämlich seitens der jeweiligen (Wien-orientierten) Herr-scher, ab 1955 gezielt nichts geändert, um so den Waldviertlern Einkaufsfahrten und das Pendeln in das fort-schrittlicheLinz zu verleiden. Damit war für dieRegion auch die stärkste LEBENSADER für den Handel und Tou-rismus nach Westen, vor allem aber nach Deutschland, blockiert: Diese Strecke schreit geradezu nach einer „anständigen“, zeitgemäßen und soliden Straße!

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