Missbrauchte Kirche – Buchneuerscheinung

Deutscher Priester rechnet mit sexueller Gewalt in der Kirche ab – eine Spur führt zu österr. Alt-Bischof Küng

München/Wien (OTS) - Pfarrvikar Wolfgang F. Rothe ist mittlerweile der bekannteste Vertreter liberaler Strömungen in der katholischen Kirche in Deutschland. Nicht nur, weil der fortschrittliche Priester Schwule und Lesben gesegnet hat. 2019 hatte er außerdem öffentlich bekannt gemacht, dass der österr. Alt-Bischof Klaus Küng ihn als junger Mann nach der Einflößung von Psychopharmaka sexuell belästigt hatte. Erst jetzt hat Rothe die Kraft gefunden, über -die aus seiner Sicht – grausamen Erfahrungen mit Küng zu reden, der auch Opus-Dei-Mitglied ist. In seinem neuen Buch schildert er nicht nur die Erlebnisse mit Küng ausführlich, sondern er bezeichnet darin die katholische Kirche als “Missbrauchs- und Vertuschungs-Organisation”. Die übersteigerte zwanghafte Fixierung auf das Thema Sexualität fördere Missbrauch. Liberaliserungstendenzen in der katholischen Kirche würden bislang durch ein kleines und konservatives Machtkartell abgewürgt.

Strafverfahren wegen Verjährung eingestellt

Der Fall Küng wurde kirchenintern nie zur Gänze aufgearbeitet. Küng hatte außerdem 2005 einen psychologisch-psychiatrischen “Schwulentest” für Rothe angeordnet und angeblich versucht, ihn zur Aufgabe des Priesteramtes zu bewegen oder nach Rumänien “abzuschieben”. Küng bestreitet die Vorwürfe des sexuellen Übergriffs (es gilt die Unschuldsvermutung) gesteht aber die illegale Verabreichung eines Benzos an Rothe. Ein Strafverfahren gegen Küng wurde wegen Verjährung eingestellt. Ein von Rothe angestrengtes Verfahren vor der vatikanischen Bischofskongregation konnte keine Verfehlung von Küng erkennen – allerdings ohne jemals Rothe und Zeugen dazu befragt zu haben. Der amtierende St. Pöltener Bischof Schwarz drohte Rothe unlängst mit kirchlichen Strafmaßnahmen, sofern er seine Aussagen zum Macht-Missbrauch durch Küng nicht einstelle.

Rothe zeigte auch Schwulenhasser an

Was Rothe freilich unbeeindruckt ließ: Zuletzt zeigte Rothe den polnischen Geistlichen Dariusz Oko wegen Volksverhetzung an. Der Leiter des Lehrstuhls der Philosophischen Fakultät an der Päpstlichen Universität in Krakau hatte schwule Priester in einer deutschen Zeitschrift als „Krebsgeschwüre“ und „Parasiten“ bezeichnet. Gegen Oko wurde daraufhin vom Amtsgericht Köln ein Strafbefehl in Höhe von 4800 Euro erlassen (nicht rechtskräftig). Das wiederum führte zu schweren politischen Verwerfungen zwischen Deutschland und Polen und brachte Rothe eine Unzahl von Hassmails und -Postings aus Polen ein, aber auch Dank und Zustimmung. Mittlerweile ist Rothe gern gesehener Interviewpartner und Gast bei TV-Diskussionssendungen.
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Rothes Buch ist viel mehr als eine Opfergeschichte. Es ist eine Abrechnung mit einem alten und überholten System und eine Vision einer neuen katholischen Sexualmoral.

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WOLFGANG F. ROTHE, Missbrauchte Kirche, Eine Abrechnung mit der katholischen Sexualmoral und ihren Verfechtern, DROEMER, 240 Seiten, gebunden, EUR 20,60

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