Keine Arbeit ohne Bildung

Barrieren im Bildungswesen verbauen gehörlosen SchulabgängerInnen den Zugang zum Arbeitsmarkt

„Die Ankündigung von BM Kocher, Job-Barrieren für Menschen mit Behinderung mittels gerechter Entlohnung von Menschen mit Behinderungen abzubauen, spiegelt gute Absichten wider, setzt jedoch am falschen Ende des Problems an“, weiß Mag.a Helene Jarmer, Präsidentin des Österreichischen Gehörlosenbundes ÖGLB. „Die Ursache für die Benachteiligung von gehörlosen Personen in der Arbeitswelt liegt in der diskriminierenden Bildungspolitik!“

Entgegen allen wissenschaftlichen Erkenntnissen werden gehörlose Kinder noch immer in der deutschen Lautsprache unterrichtet, nicht in ihrer Muttersprache, der Österreichischen Gebärdensprache ÖGS. Das hat gravierende Auswirkungen auf ihr Ausdrucksvermögen, ihre Fertigkeiten und ihre soziale Kompetenz. Sie schließen die Pflichtschule mit einem vergleichsweise geringen Wortschatz, mangelhafter Lese- und Schreibkompetenz und geringem Allgemeinwissen ab, was die Weiterbildung (Lehre, weiterführende Schulen, Universität) und ein dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis in einem Beruf ihrer Wahl auf wenige Berufe, wiederkehrende Routinetätigkeiten und Arbeit gegen Taschengeld in Tagestätten einschränkt.

Ein chancengleicher Zugang zum Arbeitsmarkt setzt Chancengleichheit in der Bildung voraus. Der ÖGLB fordert daher:

  • ÖGS als Unterrichtssprache auf allen Schulstufen
  • Gebärdensprachdolmetschung in der Berufsausbildung
  • Anspruch auf und Kostenübername von Dolmetschung für Weiterbildung und Umschulung

Bildung steht immer vor Arbeit. Deshalb appellieren wir an Minister Kocher: Job-Barrieren können nur in der Zusammenarbeit mit dem Bildungsminister abgebaut werden!

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Petra Navara, politik@oeglb.at; 0676 617 3949

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