• 16.09.2021, 17:13:39
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  • OTS0219

Erzbischof Lackner trifft Justizministerin Zadic

Erstes ausführliches Gespräch des Vorsitzenden der Bischofskonferenz mit der Leiterin des Justizressorts - Suizidbeihilfe und Corona-Pandemie im Zentrum des Gesprächs

Utl.: Erstes ausführliches Gespräch des Vorsitzenden der
Bischofskonferenz mit der Leiterin des Justizressorts -
Suizidbeihilfe und Corona-Pandemie im Zentrum des Gesprächs =

Wien (KAP) - Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner ist am
Donnerstag in seiner Funktion als Vorsitzender der Österreichischen
Bischofskonferenz erstmals mit Justizministerin Alma Zadic
zusammengetroffen. Zadic und Lackner sprachen im Anschluss an die
Begegnung im Bundesministerium für Justiz unisono von einem "offenen
und guten Gespräch". Zentrale Themen dabei waren die nach der
Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes jetzt anstehenden
gesetzlichen Regelungen bei der Suizidbeihilfe sowie die anhaltende
Corona-Krise.

Wie Erzbischof Lackner gegenüber Kathpress erklärte, habe er der
Justizministerin die kirchliche Position zur Suizidbeihilfe
dargelegt. "Einer humanen Gesellschaft darf es um der Humanität
willen nicht gleichgültig sein, wenn ein Mensch sich das Leben nehmen
will", formulierte Lackner das Kernanliegen. Aus dieser Perspektive
sei jede Art von Beihilfe zur Selbsttötung "ein Verlust an
humanitärer Nachhaltigkeit in der Gesellschaft". Es gelte bei den
anstehenden Fragen die Freiheit des Menschen zu respektieren, aber
auch in ihren gesellschaftlichen Bezügen wahrzunehmen. "Der Suizid
des einzelnen schwächt die Lebenskraft aller", gab der Erzbischof zu
bedenken.

Justizministerin Zadic erklärte dazu gegenüber Kathpress: "Heute
hatten Erzbischof Lackner und ich einen offenen und konstruktiven
Austausch über die Bekämpfung der Pandemie und die Entscheidung des
Verfassungsgerichtshofs bezüglich des assistierten Suizids. Das
regelmäßige Gespräch mit allen gesellschaftlichen Stakeholdern, zu
denen auch die Vertreter und Vertreterinnen der Kirchen, Religions-
und Glaubensgemeinschaften gehören, ist mir als Justizministerin ein
besonderes Anliegen. Dabei bin ich insbesondere froh, dass die
katholische Kirche die Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung
der Coronapandemie unterstützt und über die gute Zusammenarbeit in
diesem Bereich. Die Gesundheit aller Menschen in diesem Land ist
unser gemeinsames Ziel. "

Auch der Episkopats-Vorsitzende zeigte sich "dankbar über die gute
Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche bei den notwendigen
Corona-Schutzmaßnahmen".

Erzbischof Lackner war im Juni des Vorjahres in der Nachfolge von
Kardinal Christoph Schönborn zum neuen Vorsitzenden der
Bischofskonferenz gewählt worden. In diesem Amt vertritt er die
Katholische Kirche gegenüber dem Staat und hat damit eine
Schlüsselfunktion hinsichtlich der Staat-Kirche-Beziehungen inne.

(Honorarfreies Fotomaterial zur Begegnung in Kürze unter
www.kathpress.at/fotos)

((ende)) PWU/GPU
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