Erzbischof Lackner trifft Justizministerin Zadic

Erstes ausführliches Gespräch des Vorsitzenden der Bischofskonferenz mit der Leiterin des Justizressorts - Suizidbeihilfe und Corona-Pandemie im Zentrum des Gesprächs

Wien (KAP) - Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner ist am Donnerstag in seiner Funktion als Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz erstmals mit Justizministerin Alma Zadic zusammengetroffen. Zadic und Lackner sprachen im Anschluss an die Begegnung im Bundesministerium für Justiz unisono von einem "offenen und guten Gespräch". Zentrale Themen dabei waren die nach der Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes jetzt anstehenden gesetzlichen Regelungen bei der Suizidbeihilfe sowie die anhaltende Corona-Krise.

Wie Erzbischof Lackner gegenüber Kathpress erklärte, habe er der Justizministerin die kirchliche Position zur Suizidbeihilfe dargelegt. "Einer humanen Gesellschaft darf es um der Humanität willen nicht gleichgültig sein, wenn ein Mensch sich das Leben nehmen will", formulierte Lackner das Kernanliegen. Aus dieser Perspektive sei jede Art von Beihilfe zur Selbsttötung "ein Verlust an humanitärer Nachhaltigkeit in der Gesellschaft". Es gelte bei den anstehenden Fragen die Freiheit des Menschen zu respektieren, aber auch in ihren gesellschaftlichen Bezügen wahrzunehmen. "Der Suizid des einzelnen schwächt die Lebenskraft aller", gab der Erzbischof zu bedenken.

Justizministerin Zadic erklärte dazu gegenüber Kathpress: "Heute hatten Erzbischof Lackner und ich einen offenen und konstruktiven Austausch über die Bekämpfung der Pandemie und die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs bezüglich des assistierten Suizids. Das regelmäßige Gespräch mit allen gesellschaftlichen Stakeholdern, zu denen auch die Vertreter und Vertreterinnen der Kirchen, Religions-und Glaubensgemeinschaften gehören, ist mir als Justizministerin ein besonderes Anliegen. Dabei bin ich insbesondere froh, dass die katholische Kirche die Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung der Coronapandemie unterstützt und über die gute Zusammenarbeit in diesem Bereich. Die Gesundheit aller Menschen in diesem Land ist unser gemeinsames Ziel. "

Auch der Episkopats-Vorsitzende zeigte sich "dankbar über die gute Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche bei den notwendigen Corona-Schutzmaßnahmen".

Erzbischof Lackner war im Juni des Vorjahres in der Nachfolge von Kardinal Christoph Schönborn zum neuen Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt worden. In diesem Amt vertritt er die Katholische Kirche gegenüber dem Staat und hat damit eine Schlüsselfunktion hinsichtlich der Staat-Kirche-Beziehungen inne.

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