• 16.09.2021, 12:15:49
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  • OTS0148

Anderl zu Bildung auf einen Blick: Österreich muss bei der Schulfinanzierung nachziehen

Zwei Drittel der OECD-Länder stockten wegen Corona die Mittel für Pflichtschulen auf – in Österreich ist die Schulfinanzierung nach Chancenindex überfällig

Utl.: Zwei Drittel der OECD-Länder stockten wegen Corona die Mittel
für Pflichtschulen auf – in Österreich ist die
Schulfinanzierung nach Chancenindex überfällig =

Wien (OTS) - „In der Corona-Krise hätte mehr getan werden müssen,
damit die Kinder beim Lernen auf Distanz nicht den Anschluss
verlieren“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. Das zeigt jetzt auch
der OECD-Vergleich Bildung auf einen Blick. Zwei Drittel der
OECD-Länder haben ihre Pflichtschulen mit deutlich mehr Geld
ausgestattet, um auf die Herausforderungen reagieren zu können, in
Österreich gab es kein zusätzliches Budget für die Volks- und die
Mittelschulen. Anderl fordert dringend mehr Mittel für Schulen mit
vielen Kindern, denen die Eltern schon in normalen Zeiten nicht beim
Lernen helfen können, erst recht nicht in der Corona-Zeit. Ziel müsse
die flächendeckende Schulfinanzierung nach dem AK Chancenindex sein.

Bereits vor Corona lagen Österreichs Ausgaben für Bildung unter
dem OECD-Schnitt, erinnert Anderl. Kurzfristig fordert die AK
Präsidentin, dass statt des unterfinanzierten derzeitigen
Pilotprojekts der Bundesregierung zur Unterstützung von 100 Schulen
mit besonderen Herausforderungen zumindest jene rund 500 Volksschulen
unterstützt werden, die die größten Herausforderungen haben.

Mittelfristig müsse eben die flächendeckende Schulfinanzierung
nach dem AK Chancenindex kommen: Schulen brauchen umso mehr Geld, je
mehr SchülerInnen sie haben, die extra Förderung durch die Schule
brauchen. Diese Zusatzmittel sollen mit aktiver Schulentwicklung
verknüpft werden, um eine nachhaltige Weiterentwicklung zu
gewährleisten.

Auch Erwachsene sind von der Corona-Krise stark betroffen.
OECD-weit ging der Anteil von TeilnehmerInnen an Weiterbildung um 27
Prozent zurück, in Österreich um 40 Prozent. Die Arbeiterkammer
springt mit vielen Förderungen für Weiterbildung ein, vor allem im
digitalen Bereich. Um die weitreichenden Änderungen am Arbeitsmarkt
zu meistern, sind viel mehr Mittel vom Bund im Bereich der
Erwachsenenbildung nötig, so Anderl.

Auch die Unternehmen müssen mehr Verantwortung für die
Weiterbildung ihrer Beschäftigten übernehmen. Anderl: „Aktuell sehen
wir, dass der Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an den
Weiterbildungskosten steigt, während der Anteil der Unternehmen
sinkt.“

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