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Anderl zu Bildung auf einen Blick: Österreich muss bei der Schulfinanzierung nachziehen

Zwei Drittel der OECD-Länder stockten wegen Corona die Mittel für Pflichtschulen auf – in Österreich ist die Schulfinanzierung nach Chancenindex überfällig

Wien (OTS) - „In der Corona-Krise hätte mehr getan werden müssen, damit die Kinder beim Lernen auf Distanz nicht den Anschluss verlieren“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. Das zeigt jetzt auch der OECD-Vergleich Bildung auf einen Blick. Zwei Drittel der OECD-Länder haben ihre Pflichtschulen mit deutlich mehr Geld ausgestattet, um auf die Herausforderungen reagieren zu können, in Österreich gab es kein zusätzliches Budget für die Volks- und die Mittelschulen. Anderl fordert dringend mehr Mittel für Schulen mit vielen Kindern, denen die Eltern schon in normalen Zeiten nicht beim Lernen helfen können, erst recht nicht in der Corona-Zeit. Ziel müsse die flächendeckende Schulfinanzierung nach dem AK Chancenindex sein.

Bereits vor Corona lagen Österreichs Ausgaben für Bildung unter dem OECD-Schnitt, erinnert Anderl. Kurzfristig fordert die AK Präsidentin, dass statt des unterfinanzierten derzeitigen Pilotprojekts der Bundesregierung zur Unterstützung von 100 Schulen mit besonderen Herausforderungen zumindest jene rund 500 Volksschulen unterstützt werden, die die größten Herausforderungen haben.

Mittelfristig müsse eben die flächendeckende Schulfinanzierung nach dem AK Chancenindex kommen: Schulen brauchen umso mehr Geld, je mehr SchülerInnen sie haben, die extra Förderung durch die Schule brauchen. Diese Zusatzmittel sollen mit aktiver Schulentwicklung verknüpft werden, um eine nachhaltige Weiterentwicklung zu gewährleisten.

Auch Erwachsene sind von der Corona-Krise stark betroffen. OECD-weit ging der Anteil von TeilnehmerInnen an Weiterbildung um 27 Prozent zurück, in Österreich um 40 Prozent. Die Arbeiterkammer springt mit vielen Förderungen für Weiterbildung ein, vor allem im digitalen Bereich. Um die weitreichenden Änderungen am Arbeitsmarkt zu meistern, sind viel mehr Mittel vom Bund im Bereich der Erwachsenenbildung nötig, so Anderl.

Auch die Unternehmen müssen mehr Verantwortung für die Weiterbildung ihrer Beschäftigten übernehmen. Anderl: „Aktuell sehen wir, dass der Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an den Weiterbildungskosten steigt, während der Anteil der Unternehmen sinkt.“

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