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ORF-Schwerpunkt 20 Jahre 9/11: „dokFilm“-Premiere „Der Fall El Masri“ am 12. September

Um 23.05 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Eine weitere Doku-Premiere im Rahmen des ORF-Schwerpunkts anlässlich 20 Jahre 9/11 (Details unter presse.orf.at) zeigt der „dokFilm“ am Sonntag, dem 12. September 2021, um 23.05 Uhr in ORF 2: „Der Fall El Masri“ dokumentiert, wie Khaled el Masri, deutscher Staatsbürger mit libanesischen Wurzeln, Opfer rechtsfreien staatlichen Zugriffs sowie geopolitischer Machtinteressen wurde und welche dramatischen Auswirkungen das auf sein Leben und das seiner Familie hatte. El Masri verschwand während einer Busreise am 31. Dezember 2003 an der mazedonischen Grenze. Die CIA hatte ihn für fünf Monate lang entführt und in ein Geheimgefängnis bei Kabul verschleppt. Er wurde verdächtigt, Mitglied der Al-Qaida bzw. Teil einer mutmaßlichen islamistischen Terrorszene zu sein. Nach seiner Freilassung ging er mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit und beteuerte seine Unschuld. Maßgeblich durch ihn kam das weltweite „Extraordinary Rendition“-Programm des US-amerikanischen Geheimdienstes, das die Auslieferung einer Person durch Entführung von einem Staat zum anderen ohne juristische Grundlage bedeutet, ans Tageslicht. Agenten brachten mutmaßliche Terroristen gewaltsam an geheime Orte, um dort durch Folter Geständnisse und Informationen zu erpressen.

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Khaled el Masri war bis zu seiner Entführung ein unbescholtener Bürger, seit den Folter-Erlebnissen gilt er als schwer traumatisiert. In den Jahren nach der Entführung kämpfte er für eine Entschuldigung und die Wiederherstellung seiner Würde. Vergeblich? Weder die deutsche noch die US-amerikanische Regierung gingen auf seine Anschuldigungen ein. Traumatisiert beging er mehrere Straftaten und musste fünf Jahre ins Gefängnis. Tief enttäuscht brach er mit Deutschland und verließ das Land 2014. So bliebt im Raum stehen, der Verdacht gegen ihn müsse irgendwie stimmen. Niemals konnten ihm tatsächliche Verbindungen zu Terrornetzwerken nachgewiesen werden. 2016 zwangen Menschenrechtsanwälte die CIA dazu, Geheimdokumente offen zu legen, die bestätigten, dass el Masris Inhaftierung ungerechtfertigt war. Sein Fall gilt als ein Beispiel für den fehlerhaften Umgang der USA mit Terrorverdächtigen nach den Anschlägen vom 11. September 2001.

Heute lebt Khaled el Masri mit seiner Familie in Graz und verdient sein Geld mit dem Handel arabischer Lebensmittel. Die Doku „Der Fall El Masri“ von Stefan Eberlein zeigt, wie die Ohnmacht einen Menschen frisst und wie sich die Macht durch die Hintertür aus der Verantwortung stiehlt.

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