- 04.09.2021, 22:00:32
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TIROLER TAGESZEITUNG "Analyse" Sonntag, 5. September 2021, von Karin Leitner: "Schönrederei einer anderen Landespartei"
Der oberösterreichische ÖVP-Landeshauptmann Thomas Stelzer spricht von einer „anderen FPÖ“. Die gibt es nicht.
Utl.: Der oberösterreichische ÖVP-Landeshauptmann Thomas Stelzer
spricht von einer „anderen FPÖ“. Die gibt es nicht. =
Innsbruck, Wien (OTS) - Oberösterreichs ÖVP-Landeshauptmann Thomas
Stelzer will nicht sagen, mit welcher Partei er nach der Landtagswahl
am 26. September koalieren möchte. Seit 2015 werkt er mit den Blauen.
Dass er mit diesen auch künftig kooperieren will, erschließt sich aus
seinen Aussagen. „Eine andere FPÖ“ als im Bund ortet Stelzer. Dort
wird diese nun nicht mehr von Norbert Hofer geführt, sondern vom
scharfzüngigen Herbert Kickl. Dieser tat sich schon während des
Bündnisses von Türkisen und Blauen im Bund mit Kanzler Sebastian Kurz
schwer. Seit dem Bruch wegen der publik gewordenen Ibizareisen des
damaligen FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache und den Folgen für ihn
als Innenminister kann Kickl mit der ÖVP nicht mehr – und diese nicht
mit ihm.
Im Wissen dessen versucht Stelzer zu differenzieren. Einen Pakt
mit „der Kickl-FPÖ“ werde es nicht geben, sagt er.
Ein klassischer Fall von Schönrederei, bekannt von den
burgenländischen Roten ob ihrer Liaison mit den Blauen.
Es gibt keine zwei FPÖs. Da kann der Oberösterreicher Manfred
Haimbuchner öffentlich noch so oft den Staatstragenden, den
Konzilianten geben, er ist stramm rechts. Da kann Kickl noch so oft
die Nichtburschenschafterei betonen, er ist stramm rechts. Und trotz
seiner überstandenen schweren Corona-Erkrankung redet Haimbuchner die
Pandemie klein. Kickl tut das mit seiner Impfverweigerung.
Angesichts all dessen sind Stelzers Äußerungen Taktik – und als
solche erkennbar.
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