• 31.08.2021, 11:53:10
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Multimedialer ORF-Schwerpunkt zu 20 Jahre 9/11

Ab 5. September u. a. mit „kreuz und quer“, WELTjournal“, „ZIB 2 History“ aus New York, „dokFilm“, „zeit.geschichte“-Abend in ORF III uvm.

Utl.: Ab 5. September u. a. mit „kreuz und quer“, WELTjournal“, „ZIB
2 History“ aus New York, „dokFilm“, „zeit.geschichte“-Abend in
ORF III uvm. =

Wien (OTS) - Am 11. September ist es genau 20 Jahre her, dass die
später schlicht „9/11“ genannten Terrorangriffe auf die USA die Welt
erschütterten und nachhaltig veränderten. Der ORF zeigt dazu ab 5.
September in allen seinen Medien einen Programmschwerpunkt. So meldet
sich in ORF 2 etwa am 10. September eine „ZIB 2 History“ mit Martin
Thür aus New York, danach gibt ein Dacapo von Ferdinand Schirachs
„Terror“, zeigt das „WELTjournal“ am 8. September die Reportage „9/11
– Gefangen im Turm und doch überlebt“ und die gleichnamige
österreichisch-deutsche „dokFilm“-Produktion zeichnet am 12.
September den wahren „Fall El Masri“ nach. Die ORF-Hauptabteilung
Religion und Ethik präsentiert einen multimedialen Schwerpunkt, ORF
III bringt am 11. September einen neunteiligen
„zeit.geschichte“-Abend samt Diskussion. Auch Ö3, Ö1 und FM4
berichten.

Montag, 6. September

kulturMontag: „Der Urknall unserer Welt – 20 Jahre 9/11“, 22.30, ORF
2

20 Jahre ist es her, dass eine Attentat-Serie die Welt erschütterte.
Der deutsche Islamwissenschafter Stefan Weidner untersucht in seinem
Buch „Ground Zero: 9/11 und die Geburt der Gegenwart“, wie sehr
dieses tragische Ereignis unsere weltpolitische Gegenwart immer noch
prägt.

Dienstag, 7. September

„kreuz und quer: Mekka 1979 – Urknall des Terrors?“, 22.35 Uhr, ORF 2

Es war ein Ereignis, das die Welt veränderte, und ist doch eines der
am besten gehüteten Geheimnisse der Geschichte: die Erstürmung und
Belagerung der Großen Moschee von Mekka zwischen 20. November und 5.
Dezember 1979. Eine Gruppe von Islamisten nahm knapp 100.000 Betende
als Geiseln und löste eine Krise aus, die drei Wochen dauerte –
Saudi-Arabien brach dabei damals fast zusammen. Die Geiselnahme war
der Beginn einer neuen Ära des islamistisch motivierten Terrorismus.
Die Geschehnisse in Mekka 1979 haben die internationalen Beziehungen
zwischen vielen Staaten beeinflusst und erschüttert. Die
investigative TV-Dokumentation zeigt die dramatischen Fakten und
beleuchtet die Schlüsselfiguren sowie deren Motivation. Die Doku
stellt darüber hinaus den ideologischen Zusammenhalt zwischen den
Mekka-Rebellen, Al Kaida und IS her.

„kreuz und quer: 1979 – Ursprung der Gegenwart“, 23.25 Uhr, ORF 2

Das Jahr 1979 gilt heute als markanter Wendepunkt historischer
Entwicklungen. Im Rückblick hat vieles von dem, was uns heute noch
politisch beschäftigt, vor genau 40 Jahren begonnen: China nahm
damals trotz politischer Repressalien nach innen seine
wirtschaftliche Öffnung nach außen vor. Ayatollah Khomeini kehrte aus
seinem Pariser Exil nach Teheran zurück und führte die Islamische
Revolution im Iran an. Sowjetische Truppen marschierten in
Afghanistan ein. Mit Johannes Paul II. wurde ein Papst aus einem
kommunistischen Land zum Oberhaupt der Katholischen Kirche gewählt.
Und in Genf befasste sich eine Weltklimakonferenz erstmals mit dem
globalen Klimawandel. Die Liste der geschichtsmächtigen Ereignisse
ließe sich fortsetzen. Die Dokumentation von Dirk van den Berg und
Pascal Verroust versucht, die enormen politischen, gesellschaftlichen
und religiösen Entwicklungen von den Umwälzungen des Jahres 1979 her
in ihren Zusammenhängen zu verstehen.

Mittwoch, 8. September

„WELTjournal: 11. September – Überlebende der Katastrophe“, 22.30
Uhr, ORF 2

Der wohl folgenschwerste Terrorangriff der Geschichte, der Anschlag
auf das World Trade Center in New York, jährt sich heuer zum 20. Mal.
Am 11. September 2001 entführten islamistische Terroristen zwei
amerikanische Passagiermaschinen und steuerten sie in die
Zwillinggstürme an der Südspitze von Manhattan. Das explodierende
Kerosin verursachte ein Flammenmeer auf vielen Stockwerken. Beide
Türme mit ihren 110 Stockwerken kollabierten innerhalb von nicht
einmal zwei Stunden. 2.753 Menschen starben.

Das „WELTjournal“ zeigt die bewegende Geschichte von fünf
Überlebenden: „Es war einfach eine Reihe von Entscheidungen, die sich
als richtig erwiesen haben, weshalb ich überlebt habe“, erzählt der
französische Geschäftsmann Bruno Dellinger, der zum Zeitpunkt des
Anschlags in seinem Büro im 47. Stock des Nordturms arbeitete.
Hafen-Manager John Pakowski und Bauingenieur Colin Richardson
befanden sich im Fahrstuhl des 50. Stocks. Unternehmer Brian Clarks
war zu der Zeit in seinem Büro im 84. Stock des Südturms. Und
Feuerwehrmann Jay Jonas versuchte mit seiner Mannschaft, Menschen aus
dem brennenden Nordturm zu retten, als dieser einstürzte. Wie durch
ein Wunder haben sie das Inferno überlebt – und haben heute noch
Tränen in den Augen, wenn sie erzählen, wie sie sich retten konnten.

„WELTjournal +: Traum und Alptraum – Rückkehr nach Afghanistan“,
23.05 Uhr, ORF 2

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 starten die USA und ihre
Alliierten ihren Feldzug in Afghanistan, dem Land, das dem
Drahtzieher der Anschläge, Al-Kaida-Chef Osama bin Laden,
Unterschlupf gewährte. Das Versprechen der Amerikaner lautete, das
islamistische Taliban-Regime zu stürzen und die Afghanen beim Aufbau
von Demokratie, bei Freiheit und Frauenrechten zu unterstützen. 20
Jahre und Hunderttausende Todesopfer später endet der längste und
kostspieligste Konflikt in der Geschichte des NATO-Bündnisses in
einem Desaster. Mit dem Abzug der USA haben die
radikal-islamistischen Taliban wieder die Macht an sich gerissen und
verfolgen Andersdenkende und vor allem Frauen, die selbstbestimmt
leben wollen.

„WELTjournal +“ dokumentiert die Geschichte von Graeme Smith, einem
jungen kanadischen Kriegsreporter, der die US-Truppen und ihre
Verbündeten 2001 bei ihrem Kampf um Afghanistan begleitet. Seinen
Idealismus, dass der US-Einmarsch den Afghanen Frieden, Demokratie
und Wohlstand bringen würde, verliert er schon nach wenigen Monaten.
Doch Graeme Smith liebt Land und Leute und kehrt immer wieder nach
Afghanistan zurück. Ein Abriss über 20 Jahre Krieg am Hindukusch,
persönlich und bewegend erzählt.

Freitag, 10. September

„ZIB 2 History“ aus New York, 22.30 Uhr, ORF 2

20 Jahre nach den Attacken vom 11. September 2001 meldet sich Martin
Thür aus New York mit einer „ZIB 2 History“. Wie haben Betroffene den
Tag erlebt? Wie hat sich der internationale Terror seither verändert?
Welche Auswirkungen hatten die Attentate auf die amerikanische
Gesellschaft, aber auch auf jene Länder, gegen die die USA in den
„Krieg gegen den Terror“ gezogen sind? Zu Wort kommen Augenzeugen und
Experten. Martin Thür spricht mit dem Terrorexperten Peter Neumann
und mit dem ORF-Korrespondenten in den USA Thomas Langpaul.

„Terror nach Ferdinand von Schirach“, 23.00 Uhr, ORF 2

Darf man 164 Menschen töten, um 70.000 Menschen zu retten? Durfte der
Kampfpilot Lars Koch ein Passagierflugzeug abschießen, um zu
verhindern, dass ein Terrorist dieses auf ein vollbesetztes
Fußball-Stadion stürzen lässt? Dieser Frage geht das topbesetzte,
mehrfach ausgezeichnete Gerichtsdrama nach Ferdinand von Schirach mit
„Jedermann“ Lars Eidinger, Florian David Fitz, Martina Gedeck und
Burghart Klaußner in den Hauptrollen nach.

Samstag, 11. September

„Magazin 1“, 18.10 Uhr, ORF 1

Die Sendung beleuchtet 9/11 aus österreichischer Sicht. Dabei wird
aufzeigt, wie sich die Ereignisse 6.700 km entfernt auf unseren
Alltag und unsere Reisegewohnheiten auswirkten und wie sich die
Sicherheitsmaßnahmen der Fluglinien seit damals entwickelt haben.

Sonntag, 12. September

„dokFilm: Der Fall El Masri“, 23.05 Uhr, ORF 2

2004 verschwand der deutsche Staatsbürger Khaled el Masri bei einer
Busreise an der mazedonischen Grenze für fünf Monate. Die CIA hatte
ihn entführt und in ein Geheimgefängnis bei Kabul verschleppt. Durch
seine Geschichte kam das weltweite Rendition-Programm des
amerikanischen Geheimdienstes ans Tageslicht: Agenten brachten
mutmaßliche Terroristen gewaltsam an geheime Orte, um dort durch
Folter Geständnisse und Informationen zu erpressen. Mit der
Aufdeckung dieses Entführungsprogramms der CIA wurde sichtbar, dass
sich nach dem Al-Kaida-Angriff auf das World Trade Center am 11.
September 2001 die moralischen Kategorien verschoben hatten. Heute
lebt El Masri mit Frau und dreien seiner sechs Kinder in Graz und
verdient sein Geld mit dem Handel arabischer Lebensmittel. Der Film
von Stefan Eberlein erzählt, wie die Ohnmacht einen Menschen frisst
und wie sich die Macht durch die Hintertür aus der Verantwortung
stiehlt.

Neunteiliger „zeit.geschichte“-Abend in ORF III am 11. September

Zu Beginn versammelt ORF-Auslandschef Andreas Pfeifer eine Runde an
ausgewählten Expertinnen und Experten zur Diskussion unter dem Motto
„9/11 und die Folgen“ (19.20 Uhr). Ab 20.15 Uhr folgt die europäische
Erstausstrahlung des neuen Doku-Zweiteilers von Michael Kirk mit dem
Titel „Amerika nach 9/11“. Darin beleuchtet der Regisseur anlässlich
des 20. Jahrestags der Katastrophe die Auswirkungen des 11.
Septembers auf die amerikanische Gesellschaft, die amerikanische
Regierung und wirft auch einen Blick auf die weltweiten Folgen, die
der islamistische Terroranschlag mit sich brachte. Dabei kommen
wichtige Entscheidungsträger/innen, wie etwa der ehemalige
US-Außenminister Colin Powell, zu Wort.
Um 22.20 Uhr fragt Regisseur Wolfgang Winkler „9/11 – Wo warst du,
als die Flugzeuge einschlugen?“. Denn was man getan hat, als die
Flugzeuge in New York und Washington einschlugen, ist den meisten,
die damals schon alt genug waren, wohl bis heute noch stark im
Gedächtnis. Anlässlich des 20. Jahrestags befragt der Film
Österreicherinnen und Österreicher, wie sie diesen Tag erlebt haben.
Den Drahtzieher hinter den Terroranschlägen beleuchtet die
„zeit.geschichte“ danach im Rahmen der von Gerry Pomeroy gestalteten
Doku „Osama Bin Laden – Drahtzieher des Terrors“ (23.10 Uhr). Knapp
eine Woche danach erklärte US-Präsident George W. Bush Bin Laden für
die Anschläge des 11. September 2001 hauptverantwortlich. Er müsse
daher „tot oder lebendig“ dingfest gemacht werden. Doch wie konnte es
so weit kommen? Die Dokumentation gibt Einblicke in die Biografie
eines Mannes, der aus einer der wohlhabendsten Familien
Saudi-Arabiens stammte und schließlich zum Mastermind des sogenannten
„Heiligen Kriegs“ und Botschafter des Hasses wurde.
Mit dem Doku-Zweiteiler „9/11 – Die Welt danach“ wird der Schwerpunkt
fortgesetzt. Teil eins „Die Kriegserklärung“ (0.00 Uhr) “
illustriert, welch fatale Konsequenzen es hatte, die wahren Ursprünge
des radikalen Islam und seiner messianischen Bestrebungen zu
verkennen und den Terroristen und ihren Unterstützern im Zuge der
Terroranschläge den Krieg zu erklären. Der zweite Teil „Spirale der
Gewalt“ (0.55 Uhr) verfolgt das Geschehen um die US-Entscheidung, die
Genfer Konvention für Gefangene auszusetzen, und zeigt, wie dadurch
Aufstände angeheizt und der Kampf gegen den Terrorismus bis zum
Dauerzustand ausgedehnt wurde. Folter, Geheimlager und Auslieferungen
waren nur einige der neuen Taktiken, mit denen die CIA ein geheimes
Programm einleitete, das sich rasch von Afghanistan bis Guantánamo
und von dort bis in den Irak ausbreitete. Mit desaströsen Folgen.
Noch mehr Details zu den Terroranschlägen vom 11. September und deren
Folgen rekapitulieren weiters die Dokus „Die Jagd auf Bin Laden – Im
Fadenkreuz des US-Geheimdienstes“ (1.55 Uhr) und „42 Stunden 52
Minuten 51 Sekunden – 9/11 im ORF-Newsroom“ (2.55 Uhr).

20 Jahre 9/11 als Multimedialer Schwerpunkt der ORF-Hauptabteilung
Religion und Ethik in Radio, Fernsehen und Online

In einem multimedialen Schwerpunkt nimmt sich auch die
ORF-Hauptabteilung Religion und Ethik des Themas an – u. a. mit drei
Ausgaben der „Orientierung“ im TV, mit „Lebenskunst“ und „Tao“ im
Radio und auf religion.ORF.at.

Der Schwerpunkt in ORF 2 im Überblick:

Sonntag, 5. September

„Orientierung“, 12.30 Uhr, ORF 2

Nicht nur Christen starben in den Trümmern der Flugzeuge, der Twin
Towers und des Pentagon. Auch Juden, Muslime und Buddhisten zählten
zu den Opfern: Die griechisch-orthodoxe St. Nicholas-Kirche nah am
Ground Zero fiel am 11. September wie viele andere Gebäude in sich
zusammen. Demnächst soll ein Neubau am Ground Zero eröffnet werden –
als griechisch-orthodoxe Kirche, aber auch als nationale
Gedenkstätte. St. Paul’s, eine kleine Kapelle der Episkopalkirche,
blieb dagegen unversehrt und diente nach dem Anschlag als zentrale
Hilfsstelle, als Rast- und Labstation. Pläne einer dialogorientierten
muslimischen Organisation, nahe dem Ground Zero eine Moschee mit
einem interreligiösen Begegnungszentrum zu errichten, sind vorerst
gescheitert. 9/11 hatte und hat schwere Auswirkungen auf die
Religionsgemeinschaften und ihr Verhältnis zueinander. Von allen
beteiligten Religionen aber kamen und kommen angesichts von Hass,
Gewalt und Zerstörung Botschaften des Friedens und der Verständigung.

Samstag, 11. September

„Religionen der Welt – Im langen Schatten von 9/11 – Muslimische
Stimmen 20 Jahre später“, 16.55 Uhr, ORF 2

Am 11. September vor 20 Jahren treffen die Terroranschläge einer
Gruppe von Al-Kaida-Terroristen unter der Führung von Osama bin Laden
das Herz der USA, u. a. das World Trade Center und das Pentagon.
Tausende Menschen sterben. Der Westen reagiert mit dem sogenannten
„Krieg gegen den Terror“. Musliminnen und Muslime weltweit geraten in
den Folgejahren unter Generalverdacht. „Religionen der Welt“ widmet
sich den Auswirkungen dieser Ereignisse, österreichische Musliminnen
und Muslime reflektieren dabei, inwiefern sie heute noch immer im
Schatten von 9/11 leben.

Sonntag, 19. September

„Orientierung – Überlebende und Hinterbliebene gegen den Krieg“,
12.30 Uhr, ORF 2

Nach den Ereignissen des 11. September gründeten Hinterbliebene von
Todesopfern eine NGO, die bis heute aktiv ist: Die „9/11 Families for
Peaceful Tomorrows“ setzten sich dafür ein, dass ihre durch
Terrorismus getöteten Angehörigen nicht als Anlass für Vergeltung und
weitere Gewalt missbraucht werden, sondern dass friedliche Wege aus
dem Schatten von 9/11 gesucht und gefunden werden. Rais Bhuiyan, ein
aus Bangladesch stammender Amerikaner, wurde nach 9/11 zum Opfer
einer Hassattacke. Ein rechtsextremer Schütze schoss ihm ins Gesicht
– als Vergeltung für 9/11, wie der Attentäter zu Protokoll gab. Rais
Bhuiyan überlebte und gründete die Organisation „Eine Welt ohne
Hass“.

Sonntag, 26. September

„Orientierung – 20 Jahre und kein Ende: die Trauer einer Mutter“,
12.30 Uhr, ORF 2

Aicha el-Wafi stammt aus Marokko und lebt im südfranzösischen
Narbonne. Mit viel Fleiß und Disziplin schaffte sie es, für sich und
ihre vier Kinder ein Leben in bescheidenem Wohlstand zu erarbeiten.
Nach dem Terror des 11. September aber wurde bekannt, dass ihr Sohn
Zacarias Moussaoui vermutlich Teil der Verschwörung gewesen war. Er
wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. An dem Anschlag war er nicht
aktiv beteiligt – vermutlich aber nur, weil er wegen eines
Visavergehens bereits in Haft war. Aicha el-Wafi setzt sich, so gut
sie kann, für Dialog und eine friedliche Interpretation des Islam
ein. Aber auch 20 Jahre nach dem Ereignis, das nicht nur die
Weltgeschichte, sondern auch ihr Privatleben verdunkelt hat, sieht
sie für sich selbst kaum einen Weg aus der Verzweiflung. „Osama bin
Laden hat meine Familie zerstört“, sagt sie.

Sonntag, 3. Oktober

„Orientierung – Hat Osama gewonnen?“

9/11 hat eine Vorgeschichte der Gewalt, die nicht zuletzt im Kalten
Krieg der Supermächte USA und Sowjetunion wurzelt. Und es hat eine
Nachgeschichte der Gewalt, die bis heute andauert. Der 20 Jahre
dauernde Krieg der Nato in Afghanistan, die US-geführte Invasion im
Irak, die vielfach gewalttätige Zerschlagung der Reformbewegungen des
„Arabischen Frühlings“, der IS und der grausame Bürgerkrieg in Syrien
sowie mehrere Terroranschläge – nicht zuletzt in Wien – sind dafür
markante Beispiele. Dazu kommt, dass der Westen – etwa in Guantánamo
oder in Abu Ghraib – die selbst propagierten Werte von Freiheit und
Demokratie unterlaufen und an Reputation verloren hat. Triumphieren
am Ende doch Hass und Gewalt? Auf jeden Fall wäre es hoch an der
Zeit, aus dem Schatten von 9/11 zu treten und sich den anstehenden
Fragen der Menschheit zu stellen, sagt der Islamwissenschafter Stefan
Weidner, Autor eines viel gelesenen Essays zum Thema.

Der Schwerpunkt in Ö1 im Überblick

Sonntag, 5. September

„Lebenskunst: 20 Jahre danach – 9/11 als Muslimin reflektiert“

Die dramatische Stimmung in New York erlebt, Jahre später zum Islam
konvertiert und als Kulturanthropologin in Afghanistan Feldforschung
betrieben: Die islamische Theologin und Autorin Katrin
Brezansky-Günes spannt einen gedanklichen Bogen von den damaligen
Ereignissen zu Reaktionen und Empfindungen von Musliminnen und
Muslimen bis heute. Gestaltung: Lise Abid

Mittwoch, 8. September

„Praxis. Religion und Gesellschaft: 9/11 und das
christlich-muslimische Verhältnis in den USA“

In den Twin Towers des World Trade Center kamen auch Musliminnen und
Muslime ums Leben. Aber nach den Terroranschlägen des 11. September
geriet der Islam unter Generalverdacht. 9/11 wurde zur Geburtsstunde
eines neuen Misstrauens und einer nachhaltigen Erschütterung im
Verhältnis der Religionen. Ein Projekt, in der Nähe des Ground Zero
eine Moschee zu errichten, scheiterte. Aber im Schatten von 9/11
entstanden auch Initiativen zur Förderung des gegenseitigen
Verständnisses.

Donnerstag, 9. September

„Gedanken für den Tag: Religionen – Chancen und Risiken 20 Jahre nach
9/11“ von Rainer Bucher, katholischer Theologe

Der 11. September 2001 konfrontierte die westlichen Gesellschaften
dramatisch mit dem fast schon vergessenen Gewaltpotenzial der
Religionen. „Dieses Gewaltpotenzial ist enorm, denn Religion ist
weder harmlos noch an sich etwas Gutes, allein schon deshalb, weil
sich das Heilige der Religionen und das Gute nicht notwendig decken“,
sagt der katholische Theologe und Leiter des Instituts für
Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie der Universität Graz,
Rainer Bucher, in seinen „Gedanken für den Tag“. – Gestaltung:
Alexandra Mantler

Samstag, 11. September

„Tao – aus den Religionen der Welt: 9/11, der Islam und der
sogenannte ‚Westen‘“

„Tao“ nimmt sich Zeit für eine eingehende Analyse. Wie hat nach den
Terrorattacken des 11. September die Reaktion des „Westens“ den
„Islam“ verändert? Welche Prozesse wurden in Gang gesetzt, welche
Entwicklungen gebremst? Vieles spricht dafür, dass die
Al-Kaida-Attacke die Welt sehr grundsätzlich – und je nach Bereichen
unterschiedlich – verändert hat.

Noch mehr 20 Jahre 9/11 in den ORF-Radios

Ö1, Ö3, FM4 und die ORF-Regionalradios berichten aktuell in den
Nachrichten und „Journalen“. Weiters stehen in Ö1 zwei „Journal
Panorama“-Ausgaben (18.25 Uhr) im Zeichen des Jahrestages: Am
Dienstag, dem 7. September, schildert ORF-Washington Büroleiter
Thomas Langpaul, wie sich die US-Gesellschaft seit 9/11 verändert
hat. Und am Donnerstag, dem 9. September, ist „Boat Lift 9/11“ zu
hören – ein Bericht über alle jene Fischer und Bootsführer, die
damals ganz spontan innerhalb weniger Stunden eine halbe Million
Menschen von der Südspitze Manhattans wegbrachten.

Am Samstag, dem 11. September, bringen die Ö1-„Hörbilder“ (9.05 Uhr)
das Feature „Verkauft. Wie Ayub, Akhdar, Ahmed und Abu Bakr im
Gefangenenlager Guantánamo Bay landeten.“: Sie waren zur falschen
Zeit am falschen Ort. Vier Uiguren flüchten im September 2001 vor den
Repressionen aus China nach Afghanistan. Vom Terroranschlag auf das
World Trade Center wissen sie nichts. Doch dieser sollte auch für ihr
Leben fatale Folgen haben – bis heute, wie sie Christian Lerch
erzählen.

9/11 ist auch Thema im Ö1-„Klassik-Treffpunkt“ (10.05 Uhr), in dem
Regisseur Andreas Gergen zu Gast ist. Ab 17.05 Uhr widmet die
Ö1-„Diagonal“-Ausgabe zum Thema „Normalität“ dem Jahrestag einen
Beitrag und „Tao – aus den Religionen der Welt“ (9.05 Uhr) fragt in
„Der Wendepunkt“ in der muslimischen Community sowie bei
Islamwissenschafter/innen und Politik-Expertinnen und -Experten nach,
welche Prozesse innerislamisch durch 9/11 beschleunigt bzw. welche
Entwicklungen gebremst wurden und mit welchen Folgewirkungen sie sich
bis heute auseinandersetzen müssen. Am Sonntag, dem 12. September,
spannt die islamische Theologin und Autorin Katrin Brezansky-Günes in
der Ö1-Reihe „Lebenskunst“ (7.05 Uhr) einen gedanklichen Bogen von
den damaligen Ereignissen zu Reaktionen und Empfindungen von
Musliminnen und Muslimen bis heute.

Das ORF.at-Netzwerk und der ORF TELETEXT erinnern im Rahmen ihrer
aktuellen Berichterstattung ausführlich an die Ereignisse des 11.
September 2001, beleuchten die geopolitischen Folgen und widmen auch
dem nationalen und internationalen Gedenken zum 20. Jahrestag der
Terroranschläge breiten Raum. Die ORF-TVthek bringt, sofern die
entsprechenden Online-Lizenzrechte vorhanden sind, die Sendungen des
TV-Schwerpunkts als Live-Stream und stellt sie im Rahmen eines
eigenen Themenschwerpunkts auch als Video-on-Demand bereit.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRF

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