- 10.08.2021, 16:12:14
- /
- OTS0118
Publikumsrat Beiglböck pocht weiter auf Unabhängigkeit des ORF
Grazer Caritasdirektor und Kirchenvertreter im ORF-Publikumsrat dankt Wrabetz für gute Zusammenarbeit und hofft auf Fortsetzung mit neuem Generaldirektor Weißmann - Kritik an Bestellungsvorgang mit Eindruck politischer Einflussnahme durch "Freundeskreise"
Utl.: Grazer Caritasdirektor und Kirchenvertreter im
ORF-Publikumsrat dankt Wrabetz für gute Zusammenarbeit und
hofft auf Fortsetzung mit neuem Generaldirektor Weißmann -
Kritik an Bestellungsvorgang mit Eindruck politischer
Einflussnahme durch "Freundeskreise" =
Wien (KAP) - Der Vertreter der Katholischen Kirche im
ORF-Publikumsrat, Herbert Beiglböck, hat dem neuen
ORF-Generaldirektor Roland Weißmann zu seiner Wahl durch den
Stiftungsrat am Dienstag gratuliert und ihm alles Gute für seine neue
Aufgabe gewünscht. Zugleich dankte der Caritasdirektor der Diözese
Graz-Seckau dem bisherigen ORF-Chef Alexander Wrabetz für die gute
Zusammenarbeit, die sich erst jüngst bei einer Vereinbarung über
Gottesdiesdienstübertragungen gezeigt habe: Demnach soll im
ORF-Fernsehen das diesbezügliche Angebot auf alle Sonn- und Feiertage
ausgeweitet werden. Beiglböck pochte im Gespräch mit Kathpress nach
erfolgter Wahl im Stiftungsrat außerdem auf die gesetzlich
festgelegte Unabhängigkeit des ORF.
Roland Weißmann wurde am Dienstagnachmittag mit 24 von 35 Stimmen zum
nächsten ORF-General bestellt. 6 Stimmen entfielen auf den
amtierenden ORF-Chef Alexander Wrabetz, 5 Stimmen auf ORF-1-Managerin
Lisa Totzauer.
Es gehe nun darum, das größte Medienunternehmen des Landes
bestmöglich für die Zukunft zu rüsten. Beiglböck, der 2018 von der
Bischofskonferenz in den ORF-Publikumsrat entsendet wurde, nannte als
Rahmenbedingungen zum einen gesetzliche Weichenstellungen, die eine
konkurrenzfähige Digitalisierung des ORF ermöglichen. Hier sei die
Politik säumig, das Thema werde in der parlamentarischen Arbeit
offenbar nachgereiht. Zum anderen hält Beiglböck auch eine neue
Gremialstruktur des ORF für notwendig: Der jetzige Bestellungsvorgang
mit einer Kandidatenliste fast ohne externe Bewerbungen lasse
politische Einflussnahme vermuten. Man habe den Eindruck gewinnen
können, dass es nicht um die besten Köpfe gehe, sondern, dass die
Interessen der parteinahen "Freundeskreise" Vorrang haben, sagte
Beiglböck.
Gut aufgestellt werde der ORF dann sein, wenn dessen digitale Zukunft
abgesichert werden kann. Der kirchliche Medienexperte sieht hier
weniger Konkurrenz durch Privatmedien in Österreich, als durch
internationale Social-Media-Konzerne, der es zu begegnen gelte. Dafür
sei auch eine stabile Finanzierung des ORF erforderlich, ebenso
Unabhängigkeit in der Berichterstattung, um die Marktposition zu
festigen.
Bereits bei seiner Mandatsübernahme im Publikumsrat hatte Beiglböck
betont, er wolle wie seine Vorgänger Alfred Trendl und davor Franz
Küberl unabhängig agieren und "damit die nötige Unabhängigkeit des
ORF stärken".
TV-Gottesdienst an jedem Sonn- und Feiertag
Über die von Beiglböck erwähnten Gottesdienstübertragungen wurde am
Dienstag bekannt, dass von ORF-Verantwortlichen wie Generaldirektor
Wrabetz und Religionsabteilungschefin Barbara Krenn sowie von
Kirchenvertreter Beiglböck folgende Vereinbarung getroffen wurde,
über die auch Kardinal Christoph Schönborn in seiner Eigenschaft als
Medienbischof informiert wurde: Als Reaktion auf das große
Publikumsinteresse gerade während der Conona-Pandemie soll es in den
nächsten drei Jahren deutlich mehr Gottesdienstübertragungen im
ORF-TV geben. Zusätzlich zu den jährlich rund 60 Messübertragungen in
den ORF-Regionalradios wird es auch im ORF-Fernsehen an jedem Sonn-
und Feiertag einen christlichen Gottesdienst geben. Die zusätzlichen
TV-Gottesdienste werden auf ORF Ill gesendet, redaktionell betreut
von der ORF-Hauptabteilung "Religion und Ethik multimedial".
((forts. mgl.)) RME/GPU
Copyright 2021, Kathpress (www.kathpress.at). Alle Rechte vorbehalten
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KAT






