„Sabine Oberhauser Medaille“ für außerordentlichen Einsatz zur Gleichstellung von Frauen

Arbeit der ehemaligen ÖGB-Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzenden lebt im Engagement vieler Menschen weiter

Wien (OTS) - 17 GewerkschafterInnen wurden am 1. Juli für ihren außerordentlichen Einsatz im Sinn der Gleichstellung mit der „Sabine Oberhauser Medaille“ gewürdigt. Der von den ÖGB-Frauen in Erinnerung an die ehemalige ÖGB-Vizepräsidentin und –Frauenvorsitzende ins Leben gerufene Preis wurde bereits zum zweiten Mal verliehen.

Unter den PreisträgerInnen sind Persönlichkeiten wie AK-Vizepräsidentin und stv. Frauenvorsitzende der PRO-GE, Renate Blauensteiner, die als sich als ehemalige Betriebsratsvorsitzende bei Opel in einer Männerbranche durch- und für Frauenanliegen eingesetzt hatte. Ebenfalls ausgezeichnet wurde die ehemalige Frauenstadträtin Wiens und GPA-Funktionärin, Sandra Frauenberger, für ihr Engagement zur Förderung von Frauen in der Gewerkschaft und später in der Stadtpolitik. Geehrte wurde auch die ehemalige ÖGB-Landesgeschäftsführerin und Landtagsabgeordnete von Salzburg, Heidi Hirschbichler. Als erste Frau an der Spitze einer ÖGB-Landesorganisation zeigte sie, wie erfolgreich Frauen die Gewerkschaft führen können, indem sie besondere Akzente in der Kampagnenarbeit und Bildung setzte. In der Landespolitik trat sie als überzeugte Sozialpartnerin auf. Auch ein Mann war unter den PreisträgerInnen. Der ehemalige Vorsitzende der GPA Wien und Betriebsratsvorsitzende von Herba Chemosan, Franz-Georg Brantner, bekam die Medaille für seinen besonderen Einsatz als Chefverhandler der ArbeitnehmerInnen für den Handelskollektivvertrag – insbesondere für sein Engagement bei der zusätzlichen Anrechnungen von Karenzzeiten und Anhebung der Gehälter in dieser weiblich dominierten Branche. Weitere 13 sehr engagierte GewerkschafterInnen erhielten die Auszeichnung für ihren besonderen Einsatz im Sinne der Gleichstellung und der Chancengleichheit.

Die „Sabine-Oberhauser-Medaille“

Der Preis soll an die außergewöhnliche Politikerin und ihr Werk erinnern. Er zeigt, dass ihr auf dem Weg zu mehr Gleichstellung viele Menschen in der Gewerkschaft gefolgt sind. „Wir sind stolz, dass das Erbe von Sabine Oberhauser von so vielen engagierten GewerkschafterInnen weitergetragen wird,“ betonte ÖGB-Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzende Korinna Schumann. Dem ÖGB sei es ein Anliegen, an das Werk der außerordentlichen Politikerin, Frauenrechtlerin und Gewerkschafterin zu erinnern: „Wir wissen aber auch, dass es noch viele Schritte braucht, um Gleichstellung und Chancengleichheit zu erreichen. Umso bewegender ist es zu sehen, wie viele Menschen sich in Politik, Gewerkschaft und Betrieben unermüdlich für Gleichberechtigung einsetzen.“

Dass dieser Einsatz viel Durchhaltevermögen brauche, formulierte Oberhauser in einem Interview einmal sehr treffend: „Politik ist das Bohren harter Bretter. Bei Frauenpolitik kommt noch eine Stahlplatte hinzu”, so Schumann.

Die Gewerkschafterin und Politikerin Sabine Oberhauser

Sabine Oberhauser war nicht nur Gesundheitsministerin und Ärztin, sondern als Frauenministerin, ÖGB-Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzende auch eine engagierte Kämpferin für Chancengleichheit und Gleichstellung. Sie setzte sich besonders für Einkommensgerechtigkeit, Gewaltschutz und für die Bekämpfung von Frauenarmut ein. Zur Gewerkschaft kam sie als Personalvertreterin in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (heute: younion). 2003 wurde sie zur Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) ÄrztInnen im ÖGB. Von 2009 bis 2014 bekleidete sie das Amt der ÖGB-Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzenden, 2014 wechselte sie als Gesundheitsministerin in die Bundesregierung. 2016 übernahm sie schließlich auch das Frauenministerium. 2017 starb sie an einem Krebsleiden.

"Sabine Oberhauser ist vielen durch ihren stets menschlichen Zugang und ihre persönliche Hingabe für die Anliegen anderer Menschen liebevoll in Erinnerung geblieben”, so Schumann abschließend. “Wir lassen diese Erinnerung auch mit unserer Sabine-Oberhauser-Medaille aufleben.”

PreisträgerInnen 2021:
BALDINGER-DE Smet Silvia Nora, GÖD
BAUER Silvia, GPF
BERGER Gabriele, PRO-GE
BERGER-RATLEY Petra, Younion
BLAUENSTEINER Renate, PRO-GE
BOLLER Christine, GPA
BRANTNER Franz-Georg, GPA
FRAUENBERGER Sandra, GPA
HESS-KNAPP Helga, AK Wien
HIRSCHBICHLER Heidi, ÖGB Salzburg
HORN Evelyne, GÖD
MATSCHL Hildegard, Vida
NOGLER-STARK Andrea, PRO-GE
POINTNER Josefa, GÖD
PREUSS Elisabeth, ÖGB Niederösterreich
ROTH Judith, GÖD
STREIBL-ZARFL Ingrid, GPA

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