- 28.06.2021, 10:38:26
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„Die Baumeister der Karibik“: „Universum“ dokumentiert die „Rückkehr der Blumentiere“
Teil 3 des „Wunder der Karibik“-Vierteilers am 29. Juni um 20.15 Uhr in ORF 2
Utl.: Teil 3 des „Wunder der Karibik“-Vierteilers am 29. Juni um
20.15 Uhr in ORF 2 =
Wien (OTS) - Sie sind die Baumeister der Karibik: Blumentiere, wie
Korallen noch genannt werden. Sie schaffen artenreiche Riffe – diese
werden in Hunderttausenden von Jahren durch Verkarstung zu
verschachtelten Unterwasserhöhlen, nach Erosion zu weißen
Sandstränden und nach tektonischen Hebungen zu ganzen Inselwelten.
Der von Bernhard Rübe gestaltete dritte Teil des
„Universum“-Vierteilers „Wunder der Karibik“ zeigt am Dienstag, dem
29. Juni 2021, um 20.15 Uhr in ORF 2 jedoch, dass die Baumeister
angeschlagen sind. Bis zu 90 Prozent der karibischen Riffe sind
abgestorben, speziell im Süden des Subkontinents, in Costa Rica und
Panama. Rodungen und Bodenabtragung haben deutliche Spuren im Meer
vor der Küste hinterlassen. Die Riffe wurden zusätzlich zu den
Auswirkungen von Wassererwärmung und -versauerung von Sedimenten und
Schlamm zugeschüttet. Über weite Strecken sind die Korallenstöcke
erstickt, von Algen überwuchert. Der „Universum“-Vierteiler „Wunder
der Karibik“ entstand als ORF/BR-Koproduktion mit Guthknecht-Film und
Blue Paw und Ruebe-Film, Teil 4 – „Die Riesen der Karibik – Wale und
Vulkane“ folgt am Dienstag, dem 6. Juli, um 20.15 Uhr in ORF 2.
Einmal im Jahr finden die magischen Nächte der karibischen
Unterwasserwelt statt – eines der größten Schauspiele und zugleich
Rätsel der Unterwasserwelt. Verschiedenste noch lebende
Korallenstöcke entlassen Milliarden von Eiern und Spermien ins Meer –
in einer Region von mehreren Quadratkilometern, fast auf die Minute
genau synchron. Ihre Mission ist, sich zu finden, als Larven sesshaft
zu werden und zu einer neuen Kolonie heranzureifen – also neuen
Untergrund zu besiedeln. Diese Nacht, meist in zeitlicher Nähe zum
Vollmond, symbolisiert Hoffnung für die abgestorbenen Riffregionen.
„Universum“ dokumentiert dieses Unterwasserspektakel in
außergewöhnlichen Aufnahmen. Fluoreszenzkameras erlauben einen
faszinierenden Einblick in das Leben einer Korallenlarve, vom
Zeitpunkt des Laichens bis zur Ansiedlung auf einem abgestorbenen
Riff.
Auch an Land besteht Hoffnung. Werden abgeholzte Berghänge wieder
sich selbst überlassen, übernehmen Pionierpflanzen, etwa der
Ameisenbaum, der gern den Anfang eines neuen Urwaldes macht.
Samenverbreiter wie Papageien, Pakas, Brüllaffen und der schillernde
Quetzalvogel helfen dabei mit ausgefeilten Strategien. Die Kraft der
Natur, sich vorzuwagen und auszubreiten, zeigt sich auch am
Panamakanal – mehr als 100 Jahre nach seiner Erbauung. Hier sind
innerhalb weniger Jahrzehnte neue Lebensräume entstanden. Durch
Samenverbreitung bestimmter Tiere und vor dem Hintergrund tropischen
Wachstums hat sich wieder dichter Urwald angesiedelt.
Am Ende steht die Erkenntnis, dass die Küsten und Riffe
Zentralamerikas angeschlagen, aber nicht geschlagen sind. Die Natur
weiß sich mit vielen erstaunlichen Tricks anzupassen und zu wehren.
Aber auch: Millionen Jahre Evolution können nicht in wenigen
Jahrzehnten „ersetzt“ werden. Nach einer Zerstörung wird ein
Lebensraum nie wieder derselbe sein.
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