- 21.06.2021, 09:40:31
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mehrplatz.kurier.at - Der KURIER startet ein Zielgruppenportal für Menschen mit Migrationshintergrund

Wien (OTS) - Die Gesellschaft ändert sich – und der KURIER wird das
journalistisch begleiten. Im neuen Zielgruppenportal
mehrplatz.kurier.at setzt sich der KURIER mit den Themenwelten
migrantischer Communities auseinander, beleuchtet Chancen und
Probleme und gibt Informationen und Einblicke.
Das Team
Die Redaktion besteht aus Mirad Odobašić (40) und Naz Küçüktekin
(25). Odobašić ist seit 2007 im KURIER und hat vor seinem Einstieg in
das Projekt in der Sportredaktion gearbeitet, in der er die
Online-Berichterstattung maßgeblich aufbaute. Küçüktekin ist seit
2018 als Journalistin tätig. Nach Stationen in der BZ und bei Biber
arbeitete sie zuletzt für profil. Die beiden bilden den Kern der
Anstrengungen der KURIER-Redaktion, diverser in Berichterstattung und
in der Personalrekrutierung zu werden.
Das Projekt
mehrplatz.kurier.at bietet einen thematischen Einstieg für Menschen
verschiedener Migranten-Communities in die journalistische Welt des
KURIER, gleichzeitig soll das Portal auch eine Öffnung für künftige
Mitarbeiter aus diesem Bereich signalisieren.
„Mehr Platz – eine vielfältige Gesellschaft braucht neue Geschichten“
bietet qualitätsvolle Informationen für unterschiedliche
Sprachniveaus. Dazu gibt es Serviceartikel in den Erstsprachen. In
einem ersten Schritt sind diese in Bosnisch/Kroatisch/Serbisch
(B/K/S) und Türkisch. Dazu gibt es Reportagen und Interviews. So
genannte „Leuchttürme“ aus den Communities bieten einen Anker und
Identifikationspunkt. Auch diese Artikel werden in die Erstsprachen
der Leserinnen und Leser übersetzt.
In „Kurz und Verständlich“ bietet die Seite einen niederschwelligen
Zugang zu den Themen des Tages mit weiterführenden, tiefergehenden
Links. Simple Sprache dient hier als Brücke zu komplexeren
Sprachmustern - Menschen werden nicht auf ein bestimmtes Niveau
reduziert.
„Bisher sei von den österreichischen Medien für Menschen mit
Migrationshintergrund kein Angebot gekommen.“, sagt Naz Küçüktekin:
„Die Menschen waren für die Redaktionen nicht wichtig. Sie waren halt
die Kassierer und die Putzkräfte.” Gleichzeitig habe es nie die
notwendigen Mittel gegeben, die Zielgruppe anzusprechen. „Ein
60-jähriger mittelständischer Mann Österreicher weiß nicht, wie man
mit der Zielgruppe umgehen soll. In vielen Redaktionen hat man nicht
die Ressourcen, um diesen Bereich abzudecken.”
Die Darstellung von Migrantinnen und Migranten in den
österreichischen Massenmedien sei zudem immer nur von der
Problemseite aus erfolgt, sagt Mirad Odobašić: „Es gibt gewisse
Communities, die werden so in diese Ecke gedrängt, dass man kaum
glauben mag, dass es unter ihnen sogenannte Leuchttürme gibt.”
Daneben gibt es echte Problemfelder in Ausbildung und
Chancengleichheit. „Die Wege sind schon in einem sehr frühen Alter
vorbestimmt. Man geht viel zu oft automatisch davon aus, dass der
Hakim oder der Zoran es sowieso nicht aufs Gymnasium schaffen
werden.”
Verantwortlich für das Projekt ist KURIER-Debattenchef und
Medienredakteur Philipp Wilhelmer (42). „Der KURIER hat hier zurecht
ein Defizit erkannt. Wir haben in guter Absicht viel zu lange über
die betroffenen Communities gesprochen, statt mit ihnen. Mirad
Odobašić und Naz Küçüktekin sind journalistische Vollprofis mit
unterschiedlichsten Erfahrungen. Dass sie authentische Erfahrungen
über das Leben von Migranten in Österreich in unsere
Berichterstattung und unsere täglichen redaktionellen Diskussionen
einbringen, ist ein Gewinn für den KURIER. Und ein Startschuss für
einen Kulturwandel, den sich die Redaktion zum Ziel gesetzt hat.”
KURIER-Geschäftsführer Thomas Kralinger: „mehrplatz.kurier.at ist ein
wichtiger Schritt, um migrantischen Communities den Zugang zum
hochqualitiativen, faktenorientierten Journalismus des KURIER zu
erleichtern. Diversität und Toleranz sind wesentliche Werte unseres
Redaktionsstatuts und liegen somit in der DNA des KURIER. Ich freue
mich über diese Initiative und gratuliere dem engagierten Team zum
Auftakt!“
mehrplatz.kurier.at wird gefördert durch die Wirtschaftsagentur Wien.
Ein Fonds der Stadt Wien., realisiert in redaktioneller
Unabhängigkeit.
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