• 17.06.2021, 14:44:49
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Caritas feierte 100-Jahr-Jubiläum mit Gottesdienst im Stephansdom

Schönborn: Dank für unverzichtbaren Einsatz für Menschen - Caritas-Bischof Elbs: "Die Beziehung zu den Armen dürfen wir nicht delegieren" - Caritas-Präsident Landau: "Unsere Zukunft ruht auf zwei Pfeilern: Gerechtigkeit und Liebe"

Utl.: Schönborn: Dank für unverzichtbaren Einsatz für Menschen -
Caritas-Bischof Elbs: "Die Beziehung zu den Armen dürfen wir
nicht delegieren" - Caritas-Präsident Landau: "Unsere Zukunft
ruht auf zwei Pfeilern: Gerechtigkeit und Liebe" =

Wien (KAP) - Mit einem Festgottesdienst im Wiener Stephansdom hat die
Caritas am Donnerstagnachmittag ihr 100-jähriges Bestehen in
Österreich gefeiert. Dem Gottesdienst standen u.a. Kardinal Christoph
Schönborn, Caritas-Bischof Benno Elbs und Caritas-Präsident Michael
Landau vor. "Ich bin froh und dankbar, dass wir in Österreich eine so
lebendige, tatkräftige und vielseitig engagierte Caritas haben", so
Kardinal Schönborn in seinen Begrüßungsworten. Wie wichtig dieser
Einsatz sei, "wird gerade auch jetzt in der Krise deutlich".

Mit ihrem Dienst am Nächsten und der Sorge um notleidende Menschen
erfülle die Caritas einen Kernauftrag des Evangeliums, so Schönborn:
"Ihr Auftrag muss es sein, Gesellschaft zum Positiven zu verändern -
aber nicht auf Seite irgendeiner politischen Partei, sondern an der
Seite der Armen." Er danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern,
vor allem den unzähligen Ehrenamtlichen, "für ihren unverzichtbaren
Einsatz für Menschen, die unsere Unterstützung dringend brauchen, in
Österreich und weltweit", so der Kardinal.

Mit Schönborn, Elbs und Landau konzelebrierten auch die Bischöfe
Hermann Glettler, Josef Marketz und Franz Scharl. An der Feier nahmen
außerdem die früheren Caritas-Präsidenten Franz Küberl sowie Helmut
Schüller teil. Caritas-Delegationen aus allen Diözesen waren nach
Wien gekommen und gestalteten den Gottesdienst mit. Für die
musikalische Gestaltung war beispielsweise das Ensemble Carmina,
bestehend aus Mitarbeitern der Caritas Salzburg, verantwortlich.

Auch die Politik war im Stephansdom prominent vertreten. So feierten
die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures, Außenminister
Alexander Schallenberg, Umweltministerin Leonore Gewessler und
EU-Ministerin Karoline Edtstadler mit. Dazu kamen zahlreiche
Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft bzw. von Sponsoren der
Caritas.

Barmherzigkeit sei heute nicht unbedingt in Mode, so Bischof Elbs in
seiner Predigt. Die heutige Gesellschaft scheine eher zu sagen: "Ich
muss mir meine Rechte einfordern. Ich poche auf das, was mir
gesetzlich zusteht." Freilich: "Allein durch das Einfordern der
eigenen Ansprüche wird unsere Welt nicht menschlicher, und wohl auch
nicht gerechter." Ohne Barmherzigkeit, Mitgefühl und Liebe sei kein
Staat zu machen, der Menschenwürde und Menschenrechte großschreibt.
Das Problem sei nur: "Gerechtigkeit kann man einfordern.
Barmherzigkeit nicht. Gerechtes Handeln ist eine Pflicht,
barmherziges Handeln hingegen ist nirgends als Pflicht
festgeschrieben."

Landau: "Ein Dienst von Mensch zu Mensch

Caritas-Präsident Michael Landau zitierte in seinen Dankesworten
Papst Franziskus: "Die Armen müssen umarmt, nicht gezählt werden."
Caritas sei zuallererst "ein Dienst von Mensch zu Mensch, von Gesicht
zu Gesicht"; rund um die Uhr, manchmal rund um die Welt. Die Stärke
der Caritas sei die tägliche Arbeit an so vielen Orten, in
Österreich, Europa und weltweit.

Die Herausforderungen hätten sich in den vergangenen 100 Jahren immer
wieder verändert - doch der Grundauftrag der Caritas sei bis heute
derselbe geblieben: "Gemeinsam geht es darum, Not zu sehen und zu
handeln, Männern, Frauen und Kindern die Möglichkeit zu geben, wieder
ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen - sie von den Rändern
der Gesellschaft in deren Mitte zu führen. Aus Außenseitern
'Innenseiter' unserer Gesellschaft machen, Chancen eröffnen,
mitwirken daran, dass keine und keiner zurückgelassen wird - dafür
setzen wir uns ein, in Österreich und weit darüber hinaus."

Um der Armen willen müsse die Caritas deshalb auch lästig bleiben, so
Landau: "Unsere Zukunft ruht auf zwei Pfeilern: Gerechtigkeit und
Liebe. Und die Kirche soll darin Mutmacherin und Horizonterweiterin
sein." Wer an die Caritas glaubt, glaube nicht nur an das Gute, den
Zusammenhalt, die Gerechtigkeit und an die Zukunftstauglichkeit
unserer Gesellschaft, er glaube vor allem auch "an eine Welt, die wir
zum Positiven gestalten können, in der es auf jede und jeden
einzelnen von uns ankommt".

((forts. mgl.)) GPU/HKL
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