Grüne zum Abzug aus Afghanistan: Ziviles Engagement muss weiterhin gestärkt werden

Stögmüller und Ernst-Dziedzic verweisen auf Bedeutung von humanitärer Krisenprävention und peace-keeping

Wien (OTS) - "Ich bin froh, dass alle österreichischen Soldatinnen und Soldaten Afghanistan sicher verlassen konnten“, kommentiert David Stögmüller, Landesverteidigungssprecher der Grünen, den Abzug der letzten österreichischen Soldat*innen aus Afghanistan. „Für die afghanischen Sicherheitskräfte wird es jetzt sicher nicht leicht werden - hoffentlich kann die Ausbildung, die sie von österreichischen Soldatinnen und Soldaten bekommen haben, dabei unterstützen, die Lage vor Ort zu stabilisieren.“

In Afghanistan herrschen extreme Armut, Gewalt und Perspektivenlosigkeit. Eine schwere Dürre und eine dritte Covid-19-Welle verschärfen die Situation vor Ort. In Anbetracht des bevorstehenden Abzugs internationaler Truppen ist zudem mit einem weiteren Erstarken der radikalislamischen Taliban zu rechnen, die laufend neue Gebiete unter ihre Kontrolle bringen. "Die Zerschlagung terroristischer Netzwerke, die langsame Demokratisierung des Landes, die Stärkung von Frauen- und Mädchenrechten, all diese kleinen Etappensiege, die während der vergangenen zwei Jahrzehnte erreicht wurden, laufen Gefahr, einem neuen Bürgerkrieg zum Opfer zu fallen", sagt die außenpolitische Sprecherin der Grünen Ewa Ernst-Dziedzic und betont weiters: "Der militärische Abzug darf nicht dazu führen, dass die internationale Gemeinschaft auch ihr ziviles Engagement aufgibt und der afghanischen Zivilgesellschaft und den Hilfskräften vor Ort den Rücken zu kehrt."

"Das Engagement des österreichischen Bundesheers im Ausland, insbesondere im Krisen- und Katastrophenmanagement, bleibt für uns eine wichtige Aufgabe. Der Fokus muss hier auf humanitäre Krisenprävention, peace-keeping und der Hilfe zum Aufbau von rechtsstaatlichen Strukturen liegen. Denn Terrorismus und gravierende Menschenrechtsverletzungen verschärfen alle anderen bestehende Probleme“, betont Stögmüller.

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