- 15.06.2021, 13:03:35
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Neue „Landesstrategie Niederösterreich 2030“ wird erarbeitet
LH Mikl-Leitner/LH-Stv. Schnabl/LR Waldhäusl: Ziel ist die Erarbeitung einer Zukunftsstrategie für Niederösterreich
Utl.: LH Mikl-Leitner/LH-Stv. Schnabl/LR Waldhäusl: Ziel ist die
Erarbeitung einer Zukunftsstrategie für Niederösterreich =
St. Pölten (OTS/NLK) - Am heutigen Dienstag fiel der Startschuss für
die „Landesstrategie NÖ 2030“. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner,
LH-Stellvertreter Franz Schnabl und Landesrat Gottfried Waldhäusl
informierten gemeinsam mit Dr. Stefanie Burkhart (Autorin, Dozentin
und Gründerin des Human & Technology Centered Ecosystems), Prof. Dr.
Peter Filzmaier (Politikwissenschaftler und Leiter des Instituts für
Strategieanalysen) und Prof. Dr. Christoph Badelt (Leiter des Wifo
und Präsident des Fiskalrats) bei einer Pressekonferenz im Landhaus
über die Entstehung der Zukunftsstrategie für das Land
Niederösterreich.
„Niederösterreich, Österreich, Europa und darüber hinaus: Alle stehen
vor großen Herausforderungen. Weil wir mit Themen konfrontiert sind
wie mit Corona, dem Wiederaufbau, der Veränderung der Wirtschafts-
und Arbeitswelt, dem Klimawandel. All das sind zentrale Themen, die
uns fordern werden. Themen, wo es vor allem konkrete und richtige
Antworten braucht, wo wir aber nicht in allen Themenbereichen
Antworten haben, sondern diese strategisch erarbeiten müssen. Das
geht nicht kurzfristig, sondern nur mittel- und langfristig. Und
genau dafür braucht es eine langfristige Ausrichtung, einen Plan für
die Zukunft, eine Landesstrategie für Niederösterreich 2030 und
darüber hinaus“, eröffnete Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner die
Pressekonferenz. „Es braucht eine Landesstrategie, die vor allem
zentrale Antworten geben soll auf die Frage: ‚Wie und wohin soll sich
unser Bundesland entwickeln?‘“, so die Landeshauptfrau. Nach einem
Jahr enormer Herausforderungen sei nun der richtige Zeitpunkt für den
Startschuss. Laut Mikl-Leitner müsse man sich den Anforderungen der
Zeit und den zentralen Anliegen der Bürger widmen. „Das tun wir mit
den besten Köpfen und Meinungsführern, mit Experten aus der
Wissenschaft, aber vor allem auch im Austausch mit unseren
niederösterreichischen Landsleuten.“
„Mein Land denkt an die Zukunft“, so die Landeshauptfrau, die heute
mit ihren Regierungskollegen den Startschuss dafür gab und ergänzte:
„In den kommenden zwölf Monaten werden wir uns intensiv mit der
zukünftigen Ausrichtung unseres Bundeslandes Niederösterreich
auseinandersetzen und wir haben uns zum Start auf fünf zentrale
Fragestellungen als Dreh- und Angelpunkt verständigt, auf die wir in
Antworten geben wollen.“ Die zentralen Fragen lauten: Wovon leben wir
morgen? Wie leben wir morgen? Worauf achten wir morgen? Wer wollen
wir morgen sein? Wie organisieren wir uns morgen? „Das sind fünf
zentrale Fragestellungen, die wir auf drei verschiedenen Ebenen
abarbeiten wollen. Und ich bin stolz darauf, dass wir für alle drei
Ebenen namhafte Experten als Leiter gewinnen konnten“, so Johanna
Mikl-Leitner.
Bei der ersten Ebene gehe es um die internationale Kompetenz für
Niederösterreich, geleitet von Stefanie Burkhart. Burkhart sei ein
Sprachrohr der jungen Generation, Autorin, Universitätsdozentin und
Gründerin einer Zukunftsfirma. „Sie wird über den Tellerrand blicken,
Megatrends erkennen, Antworten darauf geben und diese für die Zukunft
nutzen“, unterstrich die Landeshauptfrau. Die zweite Ebene widmet
sich der Bürgerbeteiligung. Mit Peter Filzmaier habe man dafür einen
ausgewiesenen Experten gefunden. „Er ist Politikwissenschaftler und
Meinungsforscher. Er ist darüber hinaus Professor für Politische
Kommunikation an der Karl-Franzens-Universität in Graz und
Politikforscher an der Donau-Universität Krems. Professor Filzmaier
wird in seinem Bereich auch alle Landsleute miteinbeziehen und
befragen, um Meinungen und Ideen für Niederösterreich abzuleiten“,
ergänzte sie. Die dritte Ebene sei der Wissenschaft gewidmet,
geleitet von Christoph Badelt. Professor Badelt war unter anderem
Rektor der Wirtschaftsuniversität Wien, ist Chef des
Wirtschaftsforschungsinstituts und seit Mai 2021 Präsident des
Fiskalrates. Mikl-Leitner: „Einer, der es versteht, Wissenschaft
konkret verständlich zu machen.“ Badelt wird in seinem Bereich das
umfassende Spektrum an vorhandenen Studien und wissenschaftlichen
Arbeiten in Niederösterreich durchleuchten, zielgerichtete neue
Studien in Auftrag geben und so einen wissenschaftlichen Gesamtblick
auf aktuelle und kommende Entwicklungen in Niederösterreich geben
können.
Die Landeshauptfrau bedankte sich bei den drei Bereichsleitern für
ihre Bereitschaft und ihren Einsatz. „Denn die Landesstrategie soll
Leitfaden für die nächsten Jahre werden, der Niederösterreich
erfolgreich in die Zukunft führen wird.“ Ihr Dank gelte auch allen
politischen Parteien in der Landesregierung, denn „unsere
Landesstrategie für Niederösterreich 2030 ist kein Alleingang,
sondern ein Gemeinschaftsprojekt. Jetzt beginnen die Vorbereitungen
für all die Veranstaltungen und Befragungen im Herbst. In einem Jahr
wollen wir die Landesstrategie 2030 gemeinsam präsentieren.“
LH-Stellvertreter Franz Schnabl betonte: „Niederösterreich hat sich
hervorragend entwickelt, darauf können wir stolz sein. Es war ein
langes Entwicklungskonzept, das dahinterstand. Aber unser
Landesentwicklungsplan ist in die Jahre gekommen und die Welt bleibt
nicht stehen. Die Veränderung schreitet mit einer unheimlichen
Dynamik voran, irrsinnig schnell gibt es immer neue Entwicklungen. Es
liegt an der besonderen Verantwortung von uns allen diese
Modernisierung und ihre gesellschaftlichen Veränderungen zu begreifen
und daraus Schlüsse abzuleiten. Auf die Veränderungen müssen wir mit
einer breiten Strategie antworten.“ Er erkenne drei Handlungsfelder:
„Erstens die Verschiebung der globalen Kräfteverhältnisse Richtung
Asien, zweitens der menschengemachte Klimawandel und drittens der
digitale Wandel in der Wirtschaft und in der Kommunikation.“ Das
alles habe Einfluss darauf, wie man heute lebt, morgen lebt und
morgen leben will.
Landesrat Gottfried Waldhäusl unterstrich: „Auch von mir ein klares
‚Ja‘ zu dieser Strategie. Denn ohne Strategie keine ordentliche
Zukunft. Der Zeitpunkt ist einer, der nicht besser sein könnte. Wir
stecken mitten in Problemen, bedingt durch eine Pandemie. Unsere
Landsleute erwarten jetzt bereits Lösungen für die Probleme von
heute, Antworten für die Herausforderung von morgen und Visionen für
die nächsten Jahrzehnte.“ Er definiere drei Punkte, die nicht
schiefgehen können, wenn man sie beachtet: „Denken in Generationen,
die Eigenständigkeit Niederösterreichs erhalten und Wissenschaft und
Forschung trotzdem zu beachten. Und nicht zu vergessen, der Mensch
bleibt weiter im Mittelpunkt.“
„Die Veränderungen sind dermaßen extrem und passieren in einem
rasanten Tempo“, sagte Stefanie Burkhart. Die Transformation von
einem alten Millennium in ein neues finde genau jetzt statt. „Jeder
Einzelne von uns ist betroffen und mit der Herausforderung
konfrontiert, genau jetzt mutig und entschlossen mit anzupacken“,
führte sie weiter aus. Ganz nach dem Motto „Ja, mein Land denkt nach
vorne, mein Land kann Zukunft“ müsse man alle Generationen
miteinbinden.
Politikwissenschaftler Peter Filzmaier führte aus: „Ich darf den
Bereich Bürgerbeteiligung koordinieren. Es geht darum bei der Frage
‚Welchen Weg soll Niederösterreich bis 2030 und darüber hinaus
gehen?‘ die Meinungen und Einstellungen von Bürgerinnen und Bürgern
zu erheben und zu berücksichtigen. Um diese Meinungen kennenzulernen
planen wir drei Forschungsprojekte. Das Erste wird eine
Haushaltsbefragung sein. Zweitens wollen wir tiefergehend wissen, wie
diese Meinungen nach soziodemografischen Indikatoren aussehen. Der
dritte Punkt ist eine Schülerinnen- und Schüler-Befragung aller
Schultypen.“ Das Ergebnis des Bereiches Bürgerbeteiligung wird eine
Information für die Politik sein. Das bedeute nicht, dass alles
umgesetzt werde, aber es werde eine Grundlage für die politischen
Entscheidungen sein.
Christoph Badelt führte aus: „Niederösterreich ist ein Bundesland, in
dem Wissenschaft zählt, einen positiven Wert hat und das die
Wissenschaft sehr gefördert hat. Das kommt dem Land und uns zugute.
Denn eine Strategie, die weit in die Zukunft gerichtet ist und alle
wichtigen Lebensbereiche umfassen soll, muss auf profunden Analysen
aufbauen. Die Wissenschaft hat schon viele Analysen geliefert. Meine
Aufgabe wird es sein, zunächst zu schauen, was es schon an Analysen
gibt und allfällige Defizite aufzudecken, um Erkenntnisse für die
zukünftige Entwicklung zu ziehen.“
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