• 12.06.2021, 14:02:34
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25. Europa-Forum Wachau vor kurzem zu Ende gegangen

Beiträge von nationalen und internationalen Gästen

Utl.: Beiträge von nationalen und internationalen Gästen =

St. Pölten (OTS/NLK) - Das Europa-Forum Wachau beschäftigte sich
heuer mit dem Aufschwung, so Landeshauptfrau Mikl-Leitner und verwies
darauf, dass „Europäisch denken und regional handeln genau das ist,
was Europa heute braucht.“ Das Stift Göttweig als Veranstaltungsort
für das Europa-Forum Wachau sei der richtige Platz mit einer langen
Geschichte, an der lange Zeit geschrieben und gebaut wurde. Was
Göttweig schon hinter sich hat, so die Landeshauptfrau, das hat
Europa noch vor sich: „Tatsache ist, seit mittlerweile knapp 1.000
Jahren steht dieses Benediktinerkloster auf einem festen und sicheren
Fundament, ist umgeben von starken Wurzeln und hat schon viele
Turbulenzen mitgemacht. Heute erstrahlt dieses Stift in seiner vollen
Pracht und Blüte. Und das ist nur deshalb möglich gewesen, weil viele
engagierte, fleißige Hände immer wieder daran weitergebaut haben.“

Der Präsident des Europa-Forum Wachau, Landesrat Martin Eichtinger
verwies in seiner Rede auf ein Zitat von Alexis de Tocqueville, der
meinte: „Lokale Versammlungen machen die Stärke der freien Nationen
aus.“ Eichtinger dazu: „Das macht deutlich, wie wichtig es ist, die
regionalen und lokalen Gebietskörperschaften in den Mittelpunkt der
Konferenz zur Zukunft Europas zu stellen. Wir in den Regionen und
Gebietskörperschaften sind näher an den Bürgerinnen und Bürgern und
können diejenigen erreichen, die normalerweise nicht teilhaben und
ihre Meinung äußern.“ Dazu müsse man das europäische Projekt neu
beleben, indem man die demokratische Funktionsweise der Union
verbessert. „Unser Haus der europäischen Demokratie besteht aus einem
soliden Fundament, den regionalen und lokalen Gebietskörperschaften.
Aus starken Mauern, den Mitgliedsstaaten und einem schützenden Dach,
der Europäischen Union“, so der Landesrat, der unterstrich: „Die
Konferenz der Zukunft Europas bietet die einzigartige Gelegenheit,
dieses Haus weiter auszubauen. Doch sie kann nur Erfolg haben, wenn
sie über Brüssel und die Hauptstädte hinausgeht und wenn die
eingebrachten Maßnahmen umgesetzt werden.“ In Niederösterreich sei
der Austausch mit der Bevölkerung zu europäischen Zukunftsfragen sehr
wichtig, weshalb bereits 2018 das Bürgerbeteiligungsmodell „Salons
Europa-Forum Wachau“ ins Leben gerufen wurde. Aus diesen
Salongesprächen und den Gesprächen der letzten Tage seien drei
konkrete Forderungen des Europa-Forums Wachau ausgearbeitet worden.
„Diese drei Forderungen sind die Stärkung des Forschungsstandorts und
der Selbstversorgungssicherheit Europas, die Förderung der
Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft und drittens die
Attraktivierung des ländlichen Raums“, erklärte Eichtinger. Diese
Forderungen werde man in die Konferenz zur Zukunft Europas einbringen
und damit die Durchlässigkeit und Kommunikation zwischen den Bürgern
und Brüssel erhöhen und verbessern.

Bundeskanzler Sebastian Kurz merkte an, dass Österreich nun wieder
aufblühe: „Wir haben ein hartes Jahr hinter uns. Jetzt können wir
durch den Impffortschritt öffnen und im Sommer zur Normalität
zurückkehren.“ Dass das Europa-Forum Wachau wieder stattfinden könne,
sei laut Kurz gut. „Wir brauchen internationale Zusammenarbeit und
Vernetzung in Friedenszeiten, aber besonders wenn es darum geht,
Krisen zu bewältigen.“ Die Pandemie habe viele Themen überlagert,
aber auch fünf Punkte hervorgebracht, die nun angegangen werden
müssen. Kurz: „Wir müssen erstens die Krisenresilienz und die
Entscheidungsgeschwindigkeit in der EU erhöhen. Zweitens die
Zusammenarbeit in Europa ausbauen, auch mit Staaten, die nicht Teil
der Europäischen Union sind. Das dritte Thema ist, dass wir auf den
Westbalkan nicht vergessen dürfen. Viertens müssen wir uns im Kampf
gegen den Klimawandel weiter engagieren, aber unter Berücksichtigung
der Wettbewerbsfähigkeit. Und das fünfte Thema ist das selbstbewusste
Auftreten der Europäischen Union in der Welt.“

EU-Kommissar Johannes Hahn merkte ebenfalls an, dass die Europäische
Union in der Welt eine Rolle zu spielen habe. „Europa ist ein
Kontinent von freien Menschen für freie Menschen. In der Mehrheit der
Staaten der Welt haben sie diese Freiheit nicht.“ Die Herausforderung
des 21. Jahrhunderts sei es, den „european way of life“, den
Wohlstand und die individuelle Freiheit zu sichern. „Als Gegenmodell
zu Diktatur und Turbokapitalismus“, so Hahn.

Der Schweizer Bundesrat Ignazio Cassis sagte: „Die Schweiz und die
Europäischen Union sind eng verbunden. Wir pflegen einen intensiven
wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Austausch. Wir
teilen die gleichen Lebensräume. Wenn uns die Covid-Pandemie etwas
gezeigt hat, dann wie wichtig gute Beziehungen unter Nachbarn sind.
Freundschaftlich miteinander verbunden zu sein, heißt nicht gleich zu
sein. Die Länder der Europäischen Union und die Schweiz stehen sich
nahe, gerade weil sie ihre Individualität pflegen. Diese
Individualität gilt es zu respektieren. Sie ist Teil unserer
Geschichte. Unserer Identität.“

Litauens Premierministerin Ingrida Šimonyté merkte an, dass ihr Land
seit 17 Jahren Mitglied der Europäischen Union sei und man während
dieser Zeit gelernt habe, dass ungeachtet aller Unterschiede die EU
eine Gemeinschaft sei, die den gemeinsamen Werten verpflichtet ist.
„Jeder bringt seine Perspektive ein und wir erkennen, dass wir
zueinander gehören. Wie bei einem Puzzle, bei dem alle
Berührungspunkte haben und alles Sinn ergibt, wenn die Puzzleteile
zusammengefügt werden.“ Neue Horizonte könne man nur erreichen, wenn
man gemeinsam vorangehe.

Die Jugendaktivisten Andreas Moser und Dave Kock berichteten dem
Plenum über ihre Aktion „stand for something“. Weitere Inputs gab es
via Videobotschaft von Economist Jeffrey David Sachs, Doug Ford,
Premier der kanadischen Provinz Ontario, EU-Kommissions-Präsidentin
Ursula von der Leyen und der Oppositionsführerin in der Republik
Belarus, Sviatlana Tsikhanouskaya.

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