- 11.06.2021, 10:38:58
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„Orientierung“ über Kanadas dunkle Vergangenheit – katholische Internate als „Umerziehungslager“ für Indigene
Außerdem am 13. Juni um 12.30 Uhr in ORF 2: Klerus in der Krise – Vatikan-Visitatoren auf Deutschlandbesuch
Utl.: Außerdem am 13. Juni um 12.30 Uhr in ORF 2: Klerus in der
Krise – Vatikan-Visitatoren auf Deutschlandbesuch =
Wien (OTS) - Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin
„Orientierung“ am Sonntag, dem 13. Juni 2021, um 12.30 Uhr in ORF 2
folgende Beiträge:
Kanadas dunkle Vergangenheit: Katholische Internate als
„Umerziehungslager“ für Indigene
Nach der Entdeckung von 215 Kinderleichen auf dem Terrain eines
früheren katholischen Internats für indigene Kinder in Kamloops in
der kanadischen Provinz British Colombia stellt sich die Frage: Was
ist wirklich passiert? Wie wurden die Kinder der „First Nations“ in
kirchlichen Internaten behandelt? Wer trägt die Verantwortung für
diesen „institutionellen Rassismus“ früherer Jahrzehnte? Wird sich
Papst Franziskus – wie vom kanadischen Premier Justin Trudeau
gefordert – für die Verbrechen entschuldigen? Die „Orientierung“ hat
mit Garry Gottfriedson von der Volksgruppe der Secwepemc gesprochen.
Er selbst besuchte die inkriminierte „Kamloops Indian Residential
School“ zwischen 1959 und 1963 und berichtet von bitteren Jahren, in
denen „der Indianer in uns ausgelöscht werden sollte“, er zu einem –
wie es hieß – „guten Christen“ erzogen werden sollte. Er durfte seine
indigene Muttersprache nicht sprechen und hatte keinen Kontakt zu
Geschwistern und Eltern. Ebenfalls im Interview: die Juristin Nicole
Schabus. Die Österreicherin lehrt seit vielen Jahren an der Thompson
Rivers University in British Columbia und engagiert sich für die
indigenen Völker Kanadas. Bericht: Klaus Ther.
Klerus in der Krise: Vatikan-Visitatoren auf Deutschlandbesuch
Es war ein Knalleffekt innerhalb der römisch-katholischen Kirche in
Deutschland: Vergangene Woche bot der Münchner Kardinal Reinhard Marx
dem Papst seinen Rücktritt an, wohl auch frustriert durch die
langsame Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in den eigenen Reihen.
Ein bemerkenswerter Schritt, den der Papst am Donnerstag nun in einem
Brief an Marx würdigte, aber dennoch ablehnte. Der Druck auf Marx’
Kölner Amtskollegen Rainer Maria Woelki hält indes an. Dessen Umgang
mit dem Thema sorgt im größten Erzbistum Deutschlands seit Monaten
für massive Kritik. Sogar der Papst hat sich eingeschaltet: Er hat
zwei Apostolische Visitatoren nach Köln geschickt, die u. a. die
Vorwürfe gegen Kardinal Woelki persönlich überprüfen sollen. Bericht:
Verena Gleitsmann.
Kirche mit Image-Problem: Droht bald Priestermangel in Polen?
Rund 7.500 katholische Priesteranwärter gab es vor rund 15 Jahren in
Polen, nun sind es nur noch etwa 2.500: Das ist im europäischen
Vergleich immer noch bemerkenswert viel, doch für polnische
Verhältnisse eine erstaunliche „Talfahrt“. Das weiß auch der
33-jährige Jungpriester Michal Bartak, der sich erst vor wenigen
Tagen – mit der Priesterweihe in der Kirche der Göttlichen Vorsehung
in Warschau – seinen langjährigen Berufswunsch erfüllt hat. Dass das
Image der katholischen Kirche durch das Aufzeigen zahlreicher
Missbrauchsfälle gelitten hat, ist auch ihm bewusst, ebenso wie die
Tatsache, dass die Einkünfte von Priestern in den Monaten der
Pandemie gesunken sind. Auch Auslandseinsätze, früher nicht zuletzt
aus finanziellen Gründen attraktiv, lohnen sich heute deutlich
weniger als noch vor einem Jahrzehnt. „Seinen Weg“ möchte Michal
Bartak dennoch gehen, allen Widrigkeiten zum Trotz, gemeinsam mit
insgesamt 28.000 römisch-katholischen Priestern, die derzeit in Polen
im Einsatz sind. Bericht: Martin Motylewicz.
„Gebt mir Bilder!“: Zeitgenössische Kunst in Tiroler Kirchen
Mit der Schau „Gebt mir Bilder!“ setzt sich die Diözese Innsbruck in
diesen Monaten intensiv und erstaunlich mutig mit zeitgenössischer
Kunst auseinander. Zum 500. Jubiläum des Diözesanpatrons Petrus
Canisius wird auf Initiative von Bischof Hermann Glettler v. a. in
Kirchen in Innsbruck und Hall aktuelle Kunst präsentiert – Werke, die
für den säkularen Raum geschaffen wurden, die aber im sakralen
Kontext eine zusätzliche Dimension bekommen. Die Ausstellung mit acht
Stationen ist noch bis 30. September zu besuchen. Bericht: Patrizia
Jilg.
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