„Orientierung“ über Kanadas dunkle Vergangenheit – katholische Internate als „Umerziehungslager“ für Indigene

Außerdem am 13. Juni um 12.30 Uhr in ORF 2: Klerus in der Krise – Vatikan-Visitatoren auf Deutschlandbesuch

Wien (OTS) - Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 13. Juni 2021, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Kanadas dunkle Vergangenheit: Katholische Internate als „Umerziehungslager“ für Indigene

Nach der Entdeckung von 215 Kinderleichen auf dem Terrain eines früheren katholischen Internats für indigene Kinder in Kamloops in der kanadischen Provinz British Colombia stellt sich die Frage: Was ist wirklich passiert? Wie wurden die Kinder der „First Nations“ in kirchlichen Internaten behandelt? Wer trägt die Verantwortung für diesen „institutionellen Rassismus“ früherer Jahrzehnte? Wird sich Papst Franziskus – wie vom kanadischen Premier Justin Trudeau gefordert – für die Verbrechen entschuldigen? Die „Orientierung“ hat mit Garry Gottfriedson von der Volksgruppe der Secwepemc gesprochen. Er selbst besuchte die inkriminierte „Kamloops Indian Residential School“ zwischen 1959 und 1963 und berichtet von bitteren Jahren, in denen „der Indianer in uns ausgelöscht werden sollte“, er zu einem – wie es hieß – „guten Christen“ erzogen werden sollte. Er durfte seine indigene Muttersprache nicht sprechen und hatte keinen Kontakt zu Geschwistern und Eltern. Ebenfalls im Interview: die Juristin Nicole Schabus. Die Österreicherin lehrt seit vielen Jahren an der Thompson Rivers University in British Columbia und engagiert sich für die indigenen Völker Kanadas. Bericht: Klaus Ther.

Klerus in der Krise: Vatikan-Visitatoren auf Deutschlandbesuch

Es war ein Knalleffekt innerhalb der römisch-katholischen Kirche in Deutschland: Vergangene Woche bot der Münchner Kardinal Reinhard Marx dem Papst seinen Rücktritt an, wohl auch frustriert durch die langsame Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in den eigenen Reihen. Ein bemerkenswerter Schritt, den der Papst am Donnerstag nun in einem Brief an Marx würdigte, aber dennoch ablehnte. Der Druck auf Marx’ Kölner Amtskollegen Rainer Maria Woelki hält indes an. Dessen Umgang mit dem Thema sorgt im größten Erzbistum Deutschlands seit Monaten für massive Kritik. Sogar der Papst hat sich eingeschaltet: Er hat zwei Apostolische Visitatoren nach Köln geschickt, die u. a. die Vorwürfe gegen Kardinal Woelki persönlich überprüfen sollen. Bericht:
Verena Gleitsmann.

Kirche mit Image-Problem: Droht bald Priestermangel in Polen?

Rund 7.500 katholische Priesteranwärter gab es vor rund 15 Jahren in Polen, nun sind es nur noch etwa 2.500: Das ist im europäischen Vergleich immer noch bemerkenswert viel, doch für polnische Verhältnisse eine erstaunliche „Talfahrt“. Das weiß auch der 33-jährige Jungpriester Michal Bartak, der sich erst vor wenigen Tagen – mit der Priesterweihe in der Kirche der Göttlichen Vorsehung in Warschau – seinen langjährigen Berufswunsch erfüllt hat. Dass das Image der katholischen Kirche durch das Aufzeigen zahlreicher Missbrauchsfälle gelitten hat, ist auch ihm bewusst, ebenso wie die Tatsache, dass die Einkünfte von Priestern in den Monaten der Pandemie gesunken sind. Auch Auslandseinsätze, früher nicht zuletzt aus finanziellen Gründen attraktiv, lohnen sich heute deutlich weniger als noch vor einem Jahrzehnt. „Seinen Weg“ möchte Michal Bartak dennoch gehen, allen Widrigkeiten zum Trotz, gemeinsam mit insgesamt 28.000 römisch-katholischen Priestern, die derzeit in Polen im Einsatz sind. Bericht: Martin Motylewicz.

„Gebt mir Bilder!“: Zeitgenössische Kunst in Tiroler Kirchen

Mit der Schau „Gebt mir Bilder!“ setzt sich die Diözese Innsbruck in diesen Monaten intensiv und erstaunlich mutig mit zeitgenössischer Kunst auseinander. Zum 500. Jubiläum des Diözesanpatrons Petrus Canisius wird auf Initiative von Bischof Hermann Glettler v. a. in Kirchen in Innsbruck und Hall aktuelle Kunst präsentiert – Werke, die für den säkularen Raum geschaffen wurden, die aber im sakralen Kontext eine zusätzliche Dimension bekommen. Die Ausstellung mit acht Stationen ist noch bis 30. September zu besuchen. Bericht: Patrizia Jilg.

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