• 08.06.2021, 09:28:57
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AK Stichprobentest: Im „Netz verfangen“ – Wenn man bei Fake-Shops kauft! 1

Werbung auf Social Media-Plattformen zieht immer öfter auch unseriöse Anbieter an – Bei Probebestellungen kam trotz Zahlung keine Ware, eine andere und eine schlechtere Qualität

Utl.: Werbung auf Social Media-Plattformen zieht immer öfter auch
unseriöse Anbieter an – Bei Probebestellungen kam trotz
Zahlung keine Ware, eine andere und eine schlechtere Qualität =

Wien (OTS) - Online-Shoppen ist gekommen, um zu bleiben – Anlass,
sich einmal einen Schauplatz der anderen Art anzusehen: Werbeflächen,
die große Online-Plattformen an Dritte verkaufen. Das Österreichische
Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) hat für die AK
exemplarisch Werbeanzeigen für Online-Shops auf vier großen Social
Media-Plattformen geprüft. Nach nur einer Stunde Recherche wurden
zwölf „unsaubere“ Dropshipping-Händler – an sich ein seriöses
Logistik-Modell – mit Direkt-Lieferungen meist aus China aufgespürt.
Ernüchternd dabei die Probebestellungen: trotz Bezahlung keine Ware,
eine andere und minderwertigere als bestellt. Rücksenden oder Geld
retour – Fehlanzeige.

Günstige Designerklamotten oder attraktive Technik-Angebote –
unseriöse Online-Shops sind auf den ersten Blick schwer erkennbar.
Ein Merkmal ist Vorabzahlung. „Die vorausbezahlten Waren kommen dann
gar nicht an oder KonsumentInnen bekommen eine andere, minderwertige
Ware, die von der bestellten krass abweicht. Aber: Das Geld ist weg“,
so AK KonsumentInnenschützerin Daniela Zimmer.

Wenig Beachtung wird bislang einem wichtigen Schauplatz geschenkt,
auf dem ebenfalls unseriöse Geschäfte angebahnt werden: Werbeflächen,
die große Online-Plattformen für Werbezwecke Dritten verkaufen. „Auf
Social Media-Plattformen findet sich demnach immer öfter Werbung für
unseriöse Angebote, etwa von Dropshipping-Händlern, die von den
Abbildungen erheblich Abweichendes versenden oder Fake-Shops, die es
auf lupenreinen Vorauszahlungsbetrug anlegen“, berichtet Zimmer. In
der Regel ist Dropshipping eine problemlose Logistik-Variante, bei
der der Händler kein Warenlager hat. KonsumentInnen erhalten die Ware
direkt vom Hersteller oder Großhändler.

Das ÖIAT hat im Auftrag der AK exemplarisch Werbeanzeigen auf vier
ausgewählten sozialen Plattformen unter die Lupe genommen –
Instagram, TikTok, Facebook und Google. Das Ergebnis zeigt: Eine
Stunde Recherche pro Plattform reichte, um auf Werbung für je drei
Online-Shops zu stoßen, vor denen die Watchlist Internet warnt. Bei
diesen insgesamt zwölf Dropshipping-Shops wurden Probebestellungen
durchgeführt und Rücksendungen versucht.

Von zwölf Bestellungen kam in zwei Fällen trotz Bezahlung keine
Lieferung. Zweimal kam nicht die bestellte Kleidung: Einmal wurde ein
T-Shirt geliefert, das sich optisch krass vom bestellten unterschied.
Einmal kam eine Jacke, auf der Kordeln und goldene Knöpfe drauf sein
sollten. Tatsächlich war alles nur aufgedruckt. Bei den anderen acht
Fällen handelte es sich um eine mindere Produktqualität.

„Bei den gelieferten Waren war kein Rücktritt möglich. So fehlte
etwa die Rücksendeadresse, es gab keine Antwort auf Retouren-Anfragen
oder die Rücksendung war mit hohen Rücksendekosten und Zollgebühren
verbunden. Den Einkaufspreis teils oder ganz zurückzubekommen ist
meist unmöglich. Auch gesetzlich geregelte Gewährleistungsansprüche
können nicht durchgesetzt werden“, so Zimmer.

Was KonsumentInnen „blüht“, wenn Sie unseriösen
Dropshipping-Händlern ins Netz gehen, die direkt aus dem asiatischen
Raum liefern:
+ Nicht so wie bestellt: Die Ware ist minderwertig und weicht teils
stark vom beworbenen Produkt ab.
+ Bitte warten: Es kommt teilweise zu ungewöhnlich langen
Lieferzeiten oder Lieferausfällen.
+ Teuer retour: Rücksendungen sind schwierig und teuer – häufig hohe
Rücksendekosten ins außereuropäische Ausland, Zollgebühren und meist
keine Rückerstattung des Kaufpreises.
+ Keine Rechte: Anbieter verletzen europäisches
KonsumentInnenschutzrecht, Rechtsdurchsetzung praktisch unmöglich.

(Forts.)

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