Ethikunterricht: Bildungsminister Faßmann und Religionsgemeinschaften präsentieren Mogelpackung

Kommt nun der Religionsunterricht ins Wanken?

Wien (OTS) - Zwei Tage vor der Behandlung des erfolgreichen Volksbegehrens „Ethik für ALLE“ im Unterrichtsausschuss des Parlaments rücken Bildungsminister Faßmann und die staatlich finanzierten Religionsgemeinschaften gemeinsam aus, um sich für den Zwangsethikunterricht ausschließlich für Religionsverweigerer, der nach den Sommerferien eingeführt werden wird, zu rechtfertigen. Dabei macht sich ein markanter Strategiewechsel bemerkbar: der Religionsunterricht, dessen Daseinsberechtigung bisher auf das Konkordat sowie auf die Religionsfreiheit zurückgeführt wurde, soll nun Themen behandeln, die primär dem Ethikunterricht zuzuordnen sind. „Bildungsminister Faßmann und die Religionsgemeinschaften haben heute allen Ernstes versucht, eine Mogelpackung zu verkaufen. Die gemeinsame Erklärung der Religionsgemeinschaften ist ein offensichtlicher Versuch, die Öffentlichkeit, die kein Verständnis für das Ethikunterrichtsmodell der Regierung hat, hinters Licht zu führen. Wer meint, dass eine Debatte über Sterbehilfe oder Schwangerschaftsabbruch im Rahmen des katholischen Religionsunterrichtes oder eine Diskussion über die Rolle der Frau in der Gesellschaft oder über das Verhältnis Staat-Religion im Rahmen des islamischen Religionsunterrichtes mit einer entsprechenden Behandlung im Rahmen des Ethikunterrichtes gleichzusetzen ist, unterschätzt die Intelligenz von Frau und Herrn Österreicher“, meint Volksbegehren-Sprecher Eytan Reif zum heute präsentierten Papier. Reif meint ferner, dass es „ein Armutszeugnis für die gesamte Republik“ ist, wenn „ihr Bildungsminister gemeinsame Sache mit den Religionsgemeinschaften macht und sich gegen eine staatlich beaufsichtigte und nichtdiskriminierende Werte- bzw. Wissensvermittlung in Österreichs Schulen ausspricht“. Laut Reif soll die heute präsentierte Erklärung dennoch keineswegs ignoriert, sondern als Anstoß für eine andere Diskussion dienen: „Wenn der Religionsunterricht primär nicht mehr der Glaubensvermittlung dienen soll – welche Daseinsberechtigung hat er dann überhaupt noch im säkularen und pluralistischen Österreich des 21. Jahrhunderts?“.

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