Die Wiener Schnirkelschnecke – Schnecken ohne Schrecken!

Kein Gemüseklau und eine streng geschützte Art

Wien (OTS) - Schnecken sind nicht sehr mobil – daher sind sie von Veränderungen ihres Lebensraums, wie z. B. der Austrocknung von Feuchtgebieten oder veränderten Nutzung von Arealen, besonders bedroht. Die Stadt Wien-Umweltschutz ist die Wiener Naturschutzbehörde und pflegt im Rahmen des Arten- und Lebensraumschutzprogramms Netzwerk Natur unter anderem bedrohte Schneckenarten bzw. deren Lebensräume.

Unter Schneckenschutz wird meist der Schutz des Gemüses vor gefräßigen Nacktschnecken, vor allem der spanischen Wegschnecke, verstanden. Heimische Gehäuseschnecken hingegen brauchen Schutzmaßnahmen, um ihre Artenvielfalt zu erhalten. Die Wiener Schnirkelschnecke ist durch ihre hübsche Zeichnung mit hell- bis dunkelbraunen Kringeln um das weiße Schneckenhaus gut erkennbar. Damit ist sie in lichten, besonnten Wald- und Wegrändern auch gut getarnt. Sie ernährt sich, wie die meisten Gehäuseschnecken, von vermodertem Pflanzenmaterial. Das Material wird mit der für Schnecken typischen Raspelzunge abgeschabt.

In Wien gibt es rund 150 Schneckenarten zu entdecken - von der bekannten Weinbergschnecke über die zierliche Tellerschnecke oder die Zebraschnecke bis zur Posthornschnecke. Der Name gibt oft schon Auskunft über Form, Größe und Farbe. Die Vielfalt kann sich jedenfalls sehen lassen!

Schneckenkorn sollte in einem umweltfreundlichen Garten nicht zum Einsatz kommen, denn es schadet auch anderen Tieren, die die vergifteten Schnecken als Nahrung verzehren. Mechanische Sperren sind ebenso wirksam und schützen Salat und Erdbeeren vor den kriechenden Feinschmeckerinnen.

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Schnecken haben viele Fressfeinde und müssen sich vor Austrocknung schützen. Deshalb sind sie meist nachts und bei feuchtem Wetter unterwegs, tagsüber verstecken sie sich gerne unter Brettern oder Laub. Sie sehen trotz Stielaugen nicht besonders gut, dafür ist ihr ganzer Körper mit lichtempfindlichen Zellen besetzt. So können sie z.B. den Schatten eines Fressfeindes rechtzeitig bemerken und sich in ihr Schneckenhaus zurückziehen. Gehörsinn haben Schnecken übrigens keinen.

Landschnecken sind Zwitter, was es ihnen einfacher macht, für die Paarung ein passendes Gegenstück zu finden. Gehäuseschnecken haben schon ein Haus, wenn sie aus dem Ei schlüpfen, es wächst dann mit der Schnecke mit. Die Farbe ist meist gut an den Lebensraum angepasst: hell für sonnige Wiesen, dunkel für Waldgebiete.

Mehrjährige Schnecken überwintern versteckt in Bodenspalten, unter Laub oder Altholz in ihren Schneckenhäusern, die sie mit einem Deckel verschließen. Nacktschnecken schützt eine Schleimschicht, die sie wie Frischhaltefolie umgibt, vor Austrocknung. Als Frostschutz dient die hohe Salzkonzentration im Schneckenblut. Manche Schneckenarten können ein Alter von bis zu zehn Jahren erreichen.

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Mehr Informationen, der Link zum Podcast und zum gratis-Folder unter www.umweltschutz.wien.gv.at

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Silvia Kubu
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