Spitalsärzte zu Opt-out-Regelung: Keine Änderung des Status quo

Ärztekammer lehnt Ausnahmen beim Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz ab – Gingold: „Es braucht nachhaltige Lösungen“

Wien (OTS) - Ablehnend äußert sich Gerald Gingold, Vizepräsident und Obmann der Kurie angestellte Ärzte der Ärztekammer für Wien, bezüglich der geplanten Änderungen, die Opt-out-Regelung zum Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz (KA-AZG) für weitere vier Jahre zu verlängern. Für Gingold ist dieser Schritt ein typisches „Weiterwurschteln im großen Stil“ und keine nachhaltige Lösung im Sinne eines „gesunden Gesundheitssystems“. ****

„Mit uns wird es in Wien weiterhin kein Opt-out geben, welches das KA-AZG aushebelt und die ohnehin schwer belasteten Spitalsärztinnen und -ärzte zu Mehrarbeit indirekt zwingt“, erklärt Gingold. Die Arbeitsüberlastung würde dadurch nur zunehmen, da damit gleichzeitig vermittelt werde, dass kein zusätzliches Personal in Zukunft in den Spitälern zu erwarten sei.

Gerade auf Basis der jüngsten Umfrageergebnisse in Wien ist dies für Gingold ein „fatales Signal und ein Schlag ins Gesicht der von der Pandemie schwer gebeutelten Ärzteschaft“. Die MedUni Wien und das AKH seien aufgrund der dort stattfinden Lehre ausgenommen, „aber in allen anderen Spitälern darf das Opt-out nicht als permanente Ausnahme zur Regel gemacht werden“.

Wenn es also, wie von der Regierung formuliert, „vor allem um die Versorgungssicherheit“ gehe und dass es wichtig sei, dass man „dieses Signal auch gegenüber der Bevölkerung“ senden wolle, dann müsse man hier, so Gingold, an der „Wurzel des Problems ansetzen, nämlich den eklatanten Personalmangel beheben, der keinesfalls durch Mehrarbeit der schon längst erschöpften Belegschaft zu kompensieren ist“. (ast)

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