Neues „Universum“ präsentiert „Das Pantanal – Brasiliens geheimnisvolle Wasserwelt“

Am 11. Mai um 20.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Es ist eines der größten Binnenland-Feuchtgebiete der Erde: das Pantanal im Herzen Südamerikas. Fast ein halbes Jahr hindurch stehen hier, dank der ergiebigen Regenzeit, Tausende Quadratkilometer Land unter Wasser. Überschwemmungen und Trockenphasen im Wechsel schufen über Jahrmillionen ein dichtes Mosaik aus Seen, Sümpfen und kleinen Flussläufen. Ein Paradies für viele Tier- und Pflanzenarten, für seltene Säugetiere und Vögel, die im brasilianischen Pantanal ein letztes Refugium finden. Inmitten einer Umgebung, die durch Abholzung, Viehzucht und Ackerbau stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Hier liegen Jaguare und Pumas auf der Lauer, Kaimane und Riesenotter kämpfen um die besten Fischgründe. Himmelblaue Hyazinth-Aras, die größten Papageien der Welt, bevölkern in Gruppen lautstark die dichten Baumkronen. Darunter graben Gürteltiere tiefe Erdbauten und Ameisenbären schicken ihre lange Zunge auf Termitenjagd. Doch nicht alles ist perfekt – der Regen wird stetig weniger. Und vom Regen hängt alles Leben im Pantanal ab, wie die neue „Universum“-Dokumentation „Das Pantanal – Brasiliens geheimnisvolle Wasserwelt“ von Christoph und Almut Hauschild (ORF-Bearbeitung: Doris Hochmayr) am Dienstag, dem 11. Mai 2021, um 20.15 Uhr zeigt.

Pântano – auf Portugiesisch bedeutet dieses Wort schlicht: Sumpf. Ein unspektakulärer Name für eine der spektakulärsten Landschaften Südamerikas – das Pantanal. Mit einer Fläche von 230.000 Quadratkilometern, in etwa der dreifachen Größe Österreichs, ist es das größte Feuchtgebiet der Erde. Der überwiegende Teil liegt im Südwesten Brasiliens, kleinere Gebiete reichen in die Nachbarstaaten Bolivien und Paraguay. Von November bis März ist Regenzeit. Dann heißt es „Land unter“ für die Tiefebene, fast zwei Drittel des Gebietes stehen wochenlang unter Wasser. Ein Schlaraffenland, etwa für Kaimane. Diese Alligatorenart kommt ausschließlich in Südamerika vor. Jungtiere werden in den ersten Lebensmonaten von der Mutter beschützt, während sie selbst vom ersten Tag an nach Fischen und Insekten jagen. Sofern die Riesenotter-Clans den Kaimanen nicht die besten Jagdgründe abspenstig machen. Die gut zwei Meter langen Wassermarder sind stark gefährdet und nur noch an bestimmten Flussläufen im Pantanal relativ häufig anzutreffen. Sie leben in Gruppen von etwa zehn Tieren, die sich einen geräumigen Bau in den Böschungen der Flussufer teilen.

In den Baumkronen der Waldinseln auf den höher gelegenen Geländeflächen herrscht ein buntes Durcheinander. Himmelblaue Hyazinth-Aras konkurrieren mit den knallrot-grünen Grünflügel-Aras um die besten Nistplätze. Die farbenfrohen Kampfgeschwader liefern sich jedoch keine gefährlichen Schlachten. Meist siegt das himmelblaue Papageienpaar, denn die stattliche Körpergröße von einem Meter ist oft ein schlagendes Argument. Auf dem Boden haben Einzelgänger wie der Ameisenbär andere Sorgen. Er ist viele Stunden am Tag damit beschäftig, seinen Magen voll zu bekommen. Schwierig, vor allem bei der „einseitigen“ Kost: Die zwei Meter langen Tiere ernähren sich ausgerechnet von kleinen Ameisen und Termiten. Auf der langen Zunge bleibt auch viel Erdreich haften, sodass die tatsächlich verdaubare Menge an Nahrung höchstens 200 Gramm pro Tag beträgt. Eine spärliche Diät für ein Tier dieser Größe. Gleich nebenan kann sich ein Gürteltierweibchen einem Verfolger-Tross an potenziellen Partnern kaum erwehren. Zur Paarungszeit sieht man die sonst zurückgezogen lebenden Einzelgänger in Gruppen flinken Schrittes über das Grasland laufen. Das Weibchen an der Spitze flüchtet immer wieder in eines der zahllosen Erdlöcher auf der Suche nach der wohlverdienten Auszeit vom anstrengenden Hochzeitsrennen.

Doch das Paradies ist in Bedrängnis. 2020 erlebte das Pantanal die schrecklichste Katastrophe der jüngeren Geschichte: Zehn lange Monate fraßen sich Feuer durch das Sumpfgebiet. Die Ursache: der fehlende Regen. Der Wasserstand kletterte nicht hoch genug, um auch die oberen Bodenschichten zu erreichen. Die ausgetrockneten Wiesen und Wälder brannten wie Zunder, das Feuer verschlang gut ein Fünftel des gesamten Pantanals. Die Natur wird nach wissenschaftlichen Schätzungen etwa drei Jahrzehnte benötigen, um diesen Verlust wieder auszugleichen. Noch kann sich das Pantanal dank seiner Artenvielfalt und diversen Landschaftsformen selbst regenerieren. Sofern die kommenden Regenzeiten nicht wieder ungewöhnlich trocken ausfallen. Auch das riesige Pantanal kann sich dem drohenden Klimawandel letztlich nicht entziehen.

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