„Orientierung“: Kaum Platz für Frauen? Vorwürfe gegen die Führung der Islamischen Glaubensgemeinschaft

Außerdem am 9. Mai um 12.30 Uhr in ORF 2: „Mit hartem Geist und weichem Herz“ – Porträt der NS-Widerstandskämpferin Sophie Scholl

Wien (OTS) - Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 9. Mai 2021, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

„Mit hartem Geist und weichem Herz“: Die NS-Widerstandskämpferin Sophie Scholl

München im Februar 1943: Mit nicht einmal 22 Jahren wurde Sophie Scholl zusammen mit anderen Mitgliedern der Widerstandsbewegung „Weiße Rose“ vom NS-Volksgerichtshof – wie es hieß – u. a. wegen „Feindbegünstigung und Vorbereitung zum Hochverrat“ verurteilt und hingerichtet. Sie hatte Flugblätter verteilt, in denen sie gegen Hitlers Angriffskriege protestierte. Im Gedenken an ihren 100. Geburtstag am 9. Mai wird dieser Tage an sie erinnert. Kein Mitglied der „Weißen Rose“ ist nach dem Tod so berühmt, aber auch so verklärt worden wie die junge Biologie- und Philosophiestudentin. Dabei war Sophie Scholl innerhalb des inneren Kreises der „Weißen Rose“ nicht einmal die „Erste unter Gleichen“. Gleichwohl spielte sie eine bedeutende Rolle neben ihrem Bruder Hans Scholl, Alexander Schmorell, Christoph Probst, Willi Graf und Kurt Huber. Die deutsche Historikerin Miriam Gebhardt hat über die „Weiße Rose“ ein Buch geschrieben und versucht dabei, ein „entmystifiziertes Bild“ von Sophie Scholl zu zeichnen. Eine schüchterne, streitbare und widersprüchliche Frau sei Sophie Scholl gewesen, mit außerordentlicher Willenskraft – nicht aber eine Märtyrerin, „in der einen Hand die Bibel, in der anderen Hand Goethe und Schopenhauer“. Bericht: Klaus Ther.
Die „Universum History“-Dokumentation „Furchtlos – Frauen gegen Hitler“ zeigt am Freitag, dem 7. Mai, um 22.35 Uhr in ORF 2 am Beispiel von drei mutigen Frauen, auf welch vielfältige Weise sie im Widerstand tätig waren: Sophie Scholl als Mitglied der Studentenverbindung „Die Weiße Rose“, Libertas Schulze-Boysen im Netzwerk der „Roten Kapelle“ und Ruth Andreas-Friedrich als Initiatorin der Widerstandsgruppe „Onkel Emil“. Um 23.20 Uhr folgt der Historienfilm „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ mit Julia Jentsch in der Titelrolle.

Zehn Jahre Burka-Verbot: „Gemischte Bilanz“ in Frankreich

Zehn Jahre ist es her, dass Frankreich das sogenannte Anti-Burka-Gesetz eingeführt hat. Damit war Frankreich eines der ersten Länder, das die Vollverschleierung im öffentlichen Raum verboten hat. Heutzutage wird das Gesetz zwar größtenteils eingehalten. In einigen Teilen Frankreichs könnte man allerdings den Eindruck gewinnen, es hätte nie existiert. In bestimmten Vierteln wird gar nicht mehr kontrolliert. Die Burka ist so in Frankreich zum Symbol geworden – für Gesellschaftsgruppen, die ihre eigenen Gesetze über die der Republik stellen. Auch wenn das nur sehr wenige sind:
Der Problematik scheint der Staat weiterhin ratlos gegenüberzustehen. Bericht: Leonie Heitz.

Kaum Platz für Frauen? Vorwürfe gegen die Führung der Islamischen Glaubensgemeinschaft

„Frauen in der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) stärken“, dieses Ziel betonen nicht wenige Frauen und Männer in der muslimischen Community. Auch IGGÖ-Präsident Ümit Vural hat dies gleich anlässlich seines Amtsantritts im Jahr 2018 deutlich formuliert. Die ehemalige IGGÖ-Frauenbeauftragte Fatma Akay-Türker, einige Monate auch als einzige Frau im Obersten Rat der IGGÖ vertreten, blickt freilich mit Enttäuschung zurück: In ihrem Buch „Nur vor Allah werfe ich mich nieder“ zieht sie Bilanz. Sie ortet strukturelle Ungleichbehandlung und institutionalisierte Abwertung von Frauen innerhalb der Gemeinschaft. Die IGGÖ wiederum wehrt sich gegen diese Vorwürfe und verweist auf interne Umstrukturierungsmaßnahmen und ein neu geschaffenes Referat, das sich sehr wohl intensiv mit Frauenfragen beschäftige. „Handlungsbedarf“ orten da auch externe Beobachter: die Muslimische Jugend etwa, die sich ein Mehr an gezielter Frauenförderung innerhalb der IGGÖ wünscht. Auch wenn letztlich viele von einer „Stärkung der Frauen im Islam“ sprechen, so scheint man doch recht unterschiedliche Vorstellungen auf dem Weg dorthin zu haben. Bericht: Maresi Engelmayer.

Weg ins Vergessen: Ehrenamtliche Demenzbegleitung im Hospiz Rennweg in Wien

„Dement ist jeder, der aufgrund seiner Gedächtnisprobleme in seinem Alltag nicht zurechtkommt“, sagt der Wiener Psychiater Stefan Stiglitz. Schätzungen zufolge leiden in Österreich 115.000 bis 130.000 Menschen an Demenz. Die meisten von ihnen sind sich ihrer Erkrankung nicht bewusst. Im Hospiz Rennweg der Caritas Socialis (CS) in Wien werden Demenzpatientinnen und -patienten sowohl stationär als auch zu Hause betreut. Diese Betreuung wäre allerdings ohne ehrenamtliche Mitarbeit nicht möglich. Zweimal pro Woche besucht etwa die Wiener Kindergartenpädagogin Helene Lux nach ihrem eigenen Arbeitstag die Station für Demente im Hospiz und kümmert sich als ehrenamtliche Demenz-Wegbegleiterin um Laune und Bedürfnisse der dementen Menschen: „Es ist mir lieber, unter den Patienten zu sein und mich mit ihnen auszutauschen, als mit einer Freundin im Kaffeehaus zu sitzen oder shoppen zu gehen.“ Bericht: Zoran Dobrić.

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