- 28.04.2021, 12:33:34
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Rauch/Siegele: „Endlich wieder mehr Mehrweg!“
Umweltlandesrat und Umweltgemeindeverband begrüßen den Entwurf für die Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes
Utl.: Umweltlandesrat und Umweltgemeindeverband begrüßen den Entwurf
für die Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes =
Bregenz (OTS) - „Wir wissen aus unzähligen Umfragen, dass der größte
Teil der Bevölkerung sich ein besseres Angebot an Mehrweg- und
Pfandflaschen im Sortiment des Lebensmittelhandels wünscht“, erklärt
Vorarlbergs Umweltlandesrat Johannes Rauch. „Daher freue ich mich
sehr darüber, dass Klimaschutzministerin Leonore Gewessler Nägel mit
Köpfen macht und heute (Mittwoch) einen Gesetzesentwurf in die
Begutachtung geschickt hat, der verbindliche Mehrwegquoten für den
Lebensmittelhandel vorsieht.“
„Die Jüngeren unter uns können sich daran wahrscheinlich gar nicht
mehr erinnern, aber bis in die 1990er Jahre hatten wir im
österreichischen Lebensmittelhandel aufgrund einer Zielverordnung
eine Mehrwegquote von beinahe 80 Prozent“, erläutert Rauch. „Dann
wurde diese Verpflichtung zu einer ‚freiwilligen Selbstverpflichtung‘
abgeschwächt, und seither ist die Mehrwegquote ständig gesunken.
Zurzeit stehen wir bei 19 Prozent. Das zeigt aus meiner Sicht
deutlich, dass es gesetzliche Rahmenbedingungen braucht, um diese
wichtige umweltpolitische Kennzahl anzuheben.“
Die Vorteile von Mehrweggebinden liegen auf der Hand:
• Mehrweg reduziert Müll. Wer Mehrwegflaschen kauft, wirft sie nicht
achtlos weg. Mehrwegflaschen können bis zu 50-mal wiederbefüllt
werden und tragen so zur Abfallvermeidung bei.
• Mehrweg schont die Umwelt, senkt produktionsbedingte CO2-Emissionen
und spart Geld für Säuberungsmaßnahmen in der Natur und am
Straßenrand.
• Mehrweg fördert nachhaltige Konsummodelle und die Abkehr von der
Wegwerfmentalität.
• Mehrweg stärkt aber auch die regionale Wirtschaft, da Österreichs
Getränkeabfüller bereits über große entsprechende Sortimente
verfügen, die jetzt stärker nachgefragt werden, und verkürzt die
Transportwege.
„Auch aus Sicht der Gemeinden und des Umweltgemeindeverbandes
begrüßen wir die verbindlichen Quoten für Mehrweggebinde. Ergänzend
würden wir uns sehr über die Einführung eines Pfandsystems auf
Einweggebinde freuen“, so Bürgermeister Rainer Siegele, Obmann des
Umweltgemeindeverbandes.
Ab 2024 hat der Lebensmittelhandel verbindliche Quoten anzubieten,
und zwar 60 Prozent bei Bier und Biermischgetränken, 20 Prozent bei
Mineral- und Sodawasser sowie 10 Prozent bei Säften, alkoholfreien
Erfrischungsgetränken und Milch. Die Verpflichtung gilt dabei
lediglich für Lebensmittelhändler, die zumindest einen Standort
betreiben, der größer als 400 m2 ist.
„Damit will die Ministerin den Konsumentinnen und Konsumenten die
Wahlfreiheit geben, um die ökologisch richtige Entscheidung beim
Getränkekauf zu treffen – was im Moment mangels Angebot oft gar nicht
möglich ist“, erklärt Rauch. „Ich bin zuversichtlich, dass der
Gesetzesentwurf zügig umgesetzt wird.“
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