- 26.04.2021, 11:11:59
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„Kinderimpfungen rasch nachholen“
LR Königsberger-Ludwig/Zwiauer/Lechner sprachen über Kinderimpfungen in Zeiten der Pandemie
Utl.: LR Königsberger-Ludwig/Zwiauer/Lechner sprachen über
Kinderimpfungen in Zeiten der Pandemie =
St. Pölten (OTS/NLK) - Über die Notwendigkeit des
Kinderimpfprogrammes in Zeiten der Pandemie sprachen Landesrätin
Ulrike Königsberger-Ludwig, Universitätsprofessor Karl Zwiauer und
Sanitätsdirektorin Irmgard Lechner heute im Landhaus. Denn die Zahl
der Kinderimpfungen sei in Zeiten von Corona massiv gesunken. Alle
drei richteten den Appell an die Eltern, ihre Kinder regelmäßig
impfen zu lassen.
„Gerade in Zeiten der Pandemie darf auf die wichtigen anderen
präventiven Schutzmaßnahmen nicht vergessen werden“, sagte die
Gesundheitslandesrätin zu Beginn der Pressekonferenz. Das
Kinderimpfprogramm sei eines der erfolgreichsten Präventivprogramme
für die allgemeine Gesundheit und die Kindergesundheit. „Impfen ist
eine Erfolgsgeschichte. Wenn man daran denkt, dass die Pocken fast
ausgerottet sind und die Kinderlähmung nur mehr vereinzelt vorkommt.“
Impfen schütze das Individuum, aber immer auch die Gemeinschaft und
jene Menschen, die selbst nicht geimpft werden können. Die
Landesrätin erkenne dennoch eine steigende Zahl von Impfskeptikern:
„Es gibt viele Skeptiker, aber mit guter Aufklärungsarbeit kann man
den einen oder anderen Skeptiker erreichen und davon überzeugen, dass
die Impfung wirkt.“
Die Notwendigkeit der Impfung sei nach wie vor gegeben: „2019 wurden
in Niederösterreich 66.403 Kinder und Jugendliche geimpft. Im Jahr
2020 waren es nur 51.705.“ Ein Grund liege vor allem an den weniger
durchgeführten Schulimpfungen, weil die Schulen teilweise geschlossen
waren. Ihr Appell laute die Kinderimpfungen rasch nachzuholen: „Die
Eltern sollen sich bei jedem Arztbesuch, den sie mit ihren Kindern
machen, den Impfstatus anschauen, um Impflücken schließen zu können.“
Universitätsprofessor Dr. Karl Zwiauer, Mitglied des nationalen
Impfgremiums, unterstrich: „Geschlossen waren die Ambulanzen und
Ordination zu keinem Zeitpunkt, aber vor allem beim ersten Lockdown
sind viele Menschen nicht hingegangen, weil sie Angst hatten, sich
anzustecken. Daher kam es zu einem dramatischen Einbruch aller
Diagnosen. Aber nicht, weil es die Krankheiten nicht mehr gäbe,
sondern weil die Menschen nicht mehr zum Arzt gegangen sind. Ähnlich
verhält sich die Situation bei den Impfungen.“ Er sprach von
„dramatischen Zahlen“ im Hinblick auf die Impfung. Masern-Mumps und
Rötelimpfungen seien etwa um 20 Prozent eingebrochen. „Das sind
beunruhigende Daten, die sich vorläufig noch nicht so ausgewirkt
haben. Denn die Maßnahmen, die gegen Covid wirken, wirken auch gegen
Masern. Aber das hat langfristige Folgen.“ Zwiauer wies ebenso auf
die „riesige Impflücke im Schulbereich“ hin. „Es gilt zu handeln.
Denn die Senkungen wirken sich noch nicht aus, solange wir die Masken
tragen und Social Distancing haben. Aber wenn diese Maßnahmen
wegfallen, werden wir ein Ansteigen dieser Infektionszahlen erleben.“
Sanitätsdirektorin Irmgard Lechner sagte: „Wir waren im Vorjahr mit
anderen Dingen als Impfen beschäftigt. Die Corona-Pandemie hat uns
alle fest im Griff gehabt, da vergisst man gerne auf Dinge, die man
nicht jeden Tag macht.“ Auch sie verwies auf die steigende
Infektionsgefahr „normaler Krankheiten, wenn wir durch die
Covid-Impfung die Hygiene-Maßnahmen etwas zurückfahren können. Wenn
wir die Impflücken nicht nachholen, werden wir spätestens im nächsten
Jahr ein böses Erwachen haben.“
Weitere Informationen: Büro LR Königsberger-Ludwig, Mag. Dr. Anton
Heinzl, Telefon 02742/9005-12576, E-Mail anton.heinzl@noel.gv.at.
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