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TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" vom 24. April 2021 von Alois Vahrner "Endlich Öffnungen mit Prinzip Hoffnung"
Innsbruck (OTS) - Kurz vor Pfingsten macht die türkis-grüne Regierung
ernst mit der heiß ersehnten Öffnungswelle bei Gastronomie,
Hotellerie, Schulen, Kultur und Sport. Das Licht am Ende des Tunnels
wird heller, noch gibt es aber weiter Risiken.
Deutschland fixierte gerade neue Verschärfungen, während Österreich
am 19. Mai ein großflächiges Aufsperren ankündigt – freilich
begleitet von umfassenden Sicherheits- und Freitestungs-
Vorgaben. Seit 13 Monaten steht auch Österreich im Bann der
Corona-Pandemie. Nach einem halbwegs freien Sommer 2020 sind es jetzt
schon mehr als fünfeinhalb und bis zur Öffnung dann sechseinhalb
Monate ununterbrochener Lockdown, ob nun wechselweise als hart oder
etwas milder tituliert.
Wohl alle sind der vielen Einschränkungen in der Wirtschaft und in
vielen Bereichen des privaten Lebens längst müde und überdrüssig
geworden. Und sehr viele waren das auch in Bezug auf die
Hoffnungs-Karotten, die uns die Regierung seit November vor die Nase
gehalten hat – alle paar Wochen immer wieder ein Stück noch weiter
entfernt.
Nicht nur die Tourismusbranche, die Kultur und der Sport wollten nach
der überlangen Zwangspause statt immer neuer Vertröstungen endlich
ein klares Datum und einen Öffnungsplan. Auf den wartete die ganze
Bevölkerung. Den gibt es jetzt, und allein das ist tatsächlich
positiv zu werten.
Vor Pfingsten wird Österreich so etwas wie einen Neustart erleben.
Wegen der dann weiter gültigen Regeln wird es ein Soft Start werden.
Genau das wird aber gleichzeitig hoffentlich das Risiko senken, dass
wir nochmals in einen Lockdown zurückfallen werden. Immerhin werden
viele der neuen Freiheiten wie Reisen oder einen Gastro- oder
Theaterbesuch nur jene genießen können, die geimpft oder getestet
sind oder die nach einer Covid-Erkrankung Antikörper haben.
Die hiesige Öffnungswelle basiert auf Daten und Empfehlungen der
Experten – aber auch zu einem Teil auf dem Prinzip Hoffnung. Darauf
nämlich, dass die Disziplin der Bevölkerung nicht weiter nachlässt
und die vorerst verbleibenden Einschränkungen auch eingehalten
werden.
Die Regierung, vor allem Kanzler Kurz, liebt Superlative. Wenn es
davon zuletzt auch nur wenige gab: Beim Test-Angebot ist Österreich
tatsächlich Spitze, da ist Deutschland im Vergleich fast ein
Entwicklungsland. Größte Hoffnung sind aber die nach anfänglichen
Pannen in Europa und Österreich jetzt großflächig laufenden
Impfungen. Bis zur Öffnung am 19. Mai sollen mehr als drei Millionen
Österreicherinnen und Österreicher geimpft sein – darunter längst
auch alle Älteren und Risikogruppen, zumindest jene, die eine Impfung
wollten. Mit dem Effekt, dass in Tirol trotz gestiegener
Infektionszahlen und Virus-Mutationen die Zahl der Patienten in
Krankenhäusern und Intensivstationen nicht gestiegen ist. Dass das so
bleibt, ist die Bedingung für jegliche neue Öffnung.
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