Geistiges Eigentum – mehr als ein Jahrestag

JournalistInnengewerkschaft fordert faire Entlohnung freier JournalistInnen. Die Verlage sind im Verzug und rütteln damit auch an einem Standpfeiler unserer Demokratie

Wien (OTS) - Am Montag, 26. April, ist weltweit der „World Property Day“, also der „Tag des geistigen Eigentums“. Auf den ersten Blick wird das bei vielen Menschen nicht mehr als ein Achselzucken hervorrufen. Dieses Achselzucken jedenfalls ist eines zu viel. Denn das „geistige Eigentum“, das JournalistInnen tagtäglich schaffen, ist der Treibstoff einer Demokratie. Ohne die Arbeit kritischer, unabhängiger JournalistInnen wäre eine Demokratie funktionsunfähig. Deshalb ist der „Tag des geistigen Eigentums“ ein außerordentlich wichtiger Tag. Es gibt viele Bereiche, in denen die Absicherung des geistigen Eigentums mehr oder weniger gut funktioniert, wie etwa beim Schutz klassischer Patente.++++

Bei den Produkten der Arbeit von JournalistInnen und AutorInnen gibt es jedoch große Defizite. Auch und gerade in Österreich. Denn hierzulande ist es gerade für freie JournalistInnen extrem schwierig, das wirtschaftliche Auslangen zu finden. Das liegt daran, dass österreichische Verleger in der Mehrzahl der Fälle freien JournalistInnen nicht einmal das sozialpartnerschaftlich vereinbarte Mindesthonorar bezahlen. „Das ist nicht nur unfair den KollegInnen gegenüber“, sagt Eike-Clemens Kulllmann, Vorsitzender JournalistInnengewerkschaft in der GPA. „Es bedeutet auch eine Gefährdung der gesellschafts- und demokratiepolitischen Aufgabe, die sich dem Journalismus stellt.“


Schon immer waren freie MitarbeiterInnen ein wichtiger Baustein für das Funktionieren von Redaktionen. Diese Bedeutung hat in den vergangenen Jahren zugenommen – nicht zuletzt aufgrund des Drucks, unter dem Medienhäuser heute stehen und der durch die zunehmende Macht von Google, Facebook & Co verschärft worden ist und weiter wird.

Angesichts dessen hat die EU eine neue Copyright-Richtlinie verabschiedet. Die Umsetzungsfrist läuft in wenigen Wochen – Anfang Juni – ab. In dieser Richtlinie werden die weltweit agierenden Internet-Konzerne in die Pflicht genommen und auch das Recht der InhaberInnen der Urheberrechte – also zum Beispiel JournalistInnen – sie in „angemessenem Ausmaß“ an den Einnahmen der Veröffentlichung zu beteiligen, wird verstärkt verankert.


„Diese Forderung kann nicht nur für die zusätzlichen Einnahmen gelten, die entstehen wenn Google und andere für die Nutzung zahlen. Diese Forderung muss auch auf direktem Wege – zwischen Verlagen und freien MitarbeiterInnen – erfüllt werden“, sagt Kullmann. Die JournalistInnengewerkschaft in der GPA fordert deshalb, dass für alle freien MitarbeiterInnen, die regelmäßige Beiträge liefern und damit zum Funktionieren unserer Demokratie beitragen, gerecht entlohnt werden. „Und Gerechtigkeit kann nur bedeuten, dass die Arbeit dieser KollegInnen endlich zumindest mit den vereinbarten Honorarsätzen abgegolten wird.“

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