Nie wieder Rana Plaza: Lieferkettengesetz als Fundament für sichere Textilfabriken

Zivilgesellschaftliche Kampagne fordert ein Lieferkettengesetz in Österreich und in der EU. Am Samstag jährt sich der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza zum achten Mal.

Wien (OTS) - Am 24. April 2013 kamen über 1.100 Menschen beim Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch ums Leben, über 2.000 Menschen wurden verletzt. Der Gebäudeeinsturz gilt als schwerste Katastrophe der Textilindustrie. “Rana Plaza darf sich nie wieder wiederholen. Mit einem Lieferkettengesetz würde ein Fundament für sichere Textilfabriken geschaffen werden.”, erklärt Bettina Rosenberger Koordinatorin der zivilgesellschaftlichen Kampagne “Menschenrechte brauchen Gesetze!”. Mit einer aufgebauten Mauer, auf der “Nie wieder Rana Plaza! - Menschenrechte brauchen Gesetze!” steht, macht die Kampagne vor einer Filiale von ZARA auf den Jahrestag der Katastrophe aufmerksam. Inditex, der Mutterkonzern von ZARA, ließ in der Textilfabrik produzieren. “Die Bausteine für ein effektives Lieferkettengesetz bestehen aus einer zivilrechtlichen Haftung sowie menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten. Zudem muss ein Lieferkettengesetz für alle Sektoren gelten und die gesamte Lieferkette abdecken.”, betont Rosenberger.

Im Fall des Rana Plaza Desasters vergingen fast zwei Jahre, bis die Familien der Opfer Entschädigungen aus einem Fonds erhielten, der sich aus freiwilligen Beiträgen der in die Katastrophe involvierten globalen Textilkonzerne speist. Die vom Fonds ausgezahlten Entschädigungsbeträge waren äußerst gering: Die hinterbliebenen Familien der Todesopfer erhielten knapp 10.000 Euro. Überlebende der Katastrophe, die aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen arbeitsunfähig wurden, bekamen etwa 1.800 Euro. Dies reichte – wenn überhaupt – gerade dazu, um ihre direkten medizinischen Behandlungskosten zu decken. Nur mittels einer zivilrechtlichen Haftung kann gewährt werden, dass Betroffene auch entschädigt werden. Reine Strafzahlungen gehen an den Staat und stellen keine Abhilfe für Betroffene dar. Eine solche zivilrechtliche Haftung fehlt auch im Entwurf, der von der deutschen Regierung vorgelegt wurde. Die Kampagne “Menschenrechte brauchen Gesetze!” startete eine Petition, die sich an die Bundesregierung richtet und die Einführung von verbindlichen Regeln für Unternehmen fordert. “Um das Zeitalter der einstürzenden Textilfabriken zu beenden und sicherzustellen, dass Ausbeutung in der Textilindustrie kein Leiberl hat, braucht es ein Lieferkettengesetz!” so Rosenberger abschließend.

Die Petition kann unter www.menschenrechtebrauchengesetze.at unterzeichnet werden.

Fotos von der Aktion auf der Mariahilfer Straße: https://www.flickr.com/photos/184904131@N04/

MENSCHENRECHTE BRAUCHEN GESETZE!
Petition unterzeichnen

Rückfragen & Kontakt:

Bettina Rosenberger
Kampagnenkoordinatorin
„Menschenrechte brauchen Gesetze!“
+43 660 8835409, bettina.rosenberger@nesove.at
c/o Netzwerk Soziale Verantwortung

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