- 22.04.2021, 10:26:08
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„Das Tschernobyl-Vermächtnis“: „Universum History“ erinnert an den 35. Jahrestag der Reaktorkatastrophe
Am 23. April um 22.35 Uhr in ORF 2
Utl.: Am 23. April um 22.35 Uhr in ORF 2 =
Wien (OTS) - Vor 35 Jahren, am 26. April 1986, ereignete sich die bis
heute größte Nuklearkatastrophe der Geschichte: Der Super-GAU im
ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl. Das Unglück verseuchte ganze
Landstriche, Zehntausende Menschen mussten ihre Häuser für immer
verlassen. Waleri Legassow, der Chef der von Moskau eingesetzten
Tschernobyl-Untersuchungskommission, nahm sich zwei Jahre nach der
Katastrophe das Leben. Doch unmittelbar davor hat er mehrere
Tonbänder mit sensiblen Details zum Umgang mit der Katastrophe
aufgenommen. Die „Universum History“ Spieldokumentation „Das
Tschernobyl-Vermächtnis“ von Tetyana und Alexander Detig beleuchtet
am Freitag, dem 23. April 2021, um 22.35 Uhr in ORF 2 im Rahmen eines
ORF-Programmschwerpunkts (Details unter presse.ORF.at) diese
brisanten Tonbandaufnahmen und gewährt einen seltenen Blick in den
innersten Kreis des sowjetischen Krisenmanagements.
Rückblende: Am 26. April 1986 zerreißt eine schwere Explosion das
riesige Kraftwerksgebäude des vierten Blocks von Tschernobyl. Die
Folgen sind verheerend – und bis nach Österreich zu spüren. Wien ist
mehr als 1.000 Kilometer vom Unglücksreaktor entfernt, aber auch die
Alpenrepublik ist von der ausgetretenen Strahlung bedroht.
Informationen aus der Sowjetunion über das wahre Ausmaß der
Katastrophe sickern nur langsam durch. Erst zwei Tage nach dem
Super-GAU kann der damalige ORF-Korrespondent in Moskau, Franz
Kössler, über den Hergang berichten. Die Nachrichten sind spärlich,
Kössler liegt bei seinem ersten TV-Auftritt zu Tschernobyl nur ein
kurzes offizielles Kommuniqué vor, das er vorlesen kann. Die
ORF-Fernsehbilder der Tage rund um den 1. Mai 1986 bleiben bis heute
im kollektiven Gedächtnis: Zollbeamte mit Geigerzählern,
Gesundheitsminister Franz Kreuzer vor den Mikrofonen der Presse,
leere Schulhöfe, Salatberge, die entsorgt werden müssen, Sandkisten,
die von Baggern geleert werden.
In der Sowjetunion ist nach der Katastrophe eine
Untersuchungskommission mit der Aufarbeitung des Unfalls betraut.
Hochrangige Wissenschafter arbeiten mehrere Monate lang an einem
umfassenden Bericht. An der Spitze dieser Forschergruppe steht Waleri
Legassow, ein renommierter Chemiker, seit Anfang der 1980er Jahre
Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften. Ende August 1986
kommt Legassow nach Wien, bei der Internationalen Atomenergiebehörde
(IAEO) stellt er die Untersuchungsergebnisse der Kommission vor. Es
geht um die Ursachen, den Hergang und die Folgen der Katastrophe. Die
IAEO selbst wird den Bericht später als wahrheitsgetreu würdigen.
Doch die ganze Wahrheit kommt erst später ans Licht: Erst das
Tonbandvermächtnis Legassows ermöglicht eine Aufklärung der für ihn
wahren Schuldigen. „Das Tschernobyl-Vermächtnis“ rückt die Aussagen
Lagassows in den Fokus. Zudem zeigt „Universum History“ die
Schilderungen von Aleksey Breus, einem Augenzeugen, der 1986 als
Ingenieur im Unglücksblock 4 beschäftigt war, oder des deutschen
Physikers und Bürgerrechtlers Sebastian Pflugbeil.
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