- 08.04.2021, 10:00:18
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Ehemalige Synagoge St. Pölten wird als Kulturinstitution neu aufgestellt
LH Mikl-Leitner: Geschichtliche, kulturelle und baukulturelle Verantwortung für ein einzigartiges Bauwerk
Utl.: LH Mikl-Leitner: Geschichtliche, kulturelle und baukulturelle
Verantwortung für ein einzigartiges Bauwerk =
St. Pölten (OTS/NLK) - Ein Meilenstein des „Kunst- und
Kulturschwerpunkts St. Pölten 2024“ ist die Renovierung und
Weiterentwicklung der ehemaligen Synagoge der Landeshauptstadt. Nach
dem kürzlich erfolgten Abschluss eines unentgeltlichen
Bestandvertrages zwischen der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG)
Wien und der NÖ Museum Betriebs GmbH wird nun ein Generalplaner
ausgeschrieben, um die notwendigen Sanierungen und Adaptierungen mit
einem Volumen von 4 Millionen Euro umzusetzen. Das Land
Niederösterreich und die Stadt St. Pölten stellen die finanziellen
Mittel dafür zur Verfügung; darüber hinaus laufen konstruktive
Gespräche über eine finanzielle Unterstützung durch den Nationalfonds
der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus. Ab dem
Frühjahr 2024 wird das einmalige Kulturdenkmal einem breiten Publikum
zugänglich gemacht.
„Es ist ein wichtiges Signal für die Zukunft, das Land und Stadt hier
gemeinsam mit der Israelitischen Kultusgemeinde Wien – bei deren
Vertretern ich mich für die konstruktiven Verhandlungen bedanken
möchte – aussenden. Wir übernehmen geschichtliche, kulturelle sowie
baukulturelle Verantwortung für ein einzigartiges Bauwerk und
ermöglichen die Vermittlung und damit die Diskussion über jüdische
Kultur und jüdisches Leben, und zwar in allen, auch den mit Ermordung
und Vertreibung verbundenen, Aspekten“, betont dazu Landeshauptfrau
Johanna Mikl-Leitner.
Die ehemalige Synagoge St. Pölten war in den vergangenen Jahrzehnten
für die Öffentlichkeit nur eingeschränkt geöffnet. Mit Beginn des
Jahres 2024 soll das Jugendstiljuwel des Architekten Theodor Schreier
aus dem Jahr 1913 in neuem Glanz erstrahlen. Sowohl der Chor als auch
das Kantorhaus sind dann barrierefrei zugänglich. Die Sanierung und
Adaptierung des denkmalgeschützten Gebäudes erfolgt gemäß den
gültigen Standards der Baudenkmalpflege und mit finanzieller
Unterstützung des Bundesdenkmalamts.
„Die Synagoge war religiöses und kulturelles Zentrum der jüdischen
Gemeinde in St. Pölten. Das Gebäude zu einer Begegnungsstätte für
spätere Generationen zu machen, ist ein sehr wichtiges Signal. Es
freut mich sehr, dass die Israelitische Kultusgemeinde Wien als
Bestandgeber und die NÖ Museum Betriebs GmbH als Betreiberin der
Sanierung sowie des Museumsbetriebs gemeinsam zu einem langfristigen
und unentgeltlichen Bestandvertrag gefunden haben, der die Grundlage
für das nun gestartete Projekt darstellt“, meint Oskar Deutsch,
Präsident der IKG Wien.
Die Adaptierung der Räumlichkeiten und die verbesserte Ausstattung
ermöglichen eine Erweiterung des Vermittlungsangebots und machen die
ehemalige Synagoge gemeinsam mit Kunstinstallationen, Medienstationen
und einem jüdischen Kunst- und Kulturfestival zu einem lebendigen
Raum. Die Einrichtung wird das kulturelle Leben in der Stadt St.
Pölten mitprägen und einen Verbindungspunkt zwischen Kulturbezirk und
Innenstadt bilden.
„Gerade auch als Historiker freue ich mich sehr über die Renovierung,
Adaptierung und vor allem Bespielung dieses besonderen Hauses. Die
ehemalige Synagoge war für mich immer ein Ort, an dem durch die
Vernichtung der jüdischen Gemeinde die Auswirkungen der Diktatur und
unsere damit einhergehende Verantwortung sowie auf der anderen Seite
auch der Segen unserer demokratischen Freiheiten am anschaulichsten
greifbar werden. Eine Institution, die es schafft, Geschichte,
Gedenken und Gegenwart gerade auch für junge Menschen zu verbinden,
kann weit über St. Pölten hinaus große Bedeutung erlangen“, sagt dazu
St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler.
Neben dem Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich wird die
ehemalige Synagoge als eigenständige Institution Teil der NÖ Museum
Betriebs GmbH. Der Betrieb wird in enger Kooperation mit dem Institut
für jüdische Geschichte Österreichs (INJOEST) geführt. Dessen
Direktorin, Martha Keil, erklärt: „Wir richten kein Museum ein, wir
lassen den Raum selbst erzählen. Geschichte – Gedenken – Gegenwart,
diese drei Aspekte werden die Leitmotive sein, um die Gründung, Blüte
und Vernichtung der jüdischen Gemeinde in St. Pölten zu vermitteln.
Wir schaffen einen Ort, der sich mit jüdischer Kultur und unserer
gemeinsamen Geschichte auseinandersetzt.“ Mit der ehemaligen Synagoge
geht nun nach dem kürzlich vorgestellten Neubauprojekt
„KinderKunstLabor“ die zweite Kulturinstitution mit Start 2024 in die
Umsetzungsphase.
Nähere Informationen bei der NÖ Museum Betriebs GmbH unter
0664/60499911, Florian Müller, und e-mail
[email protected].
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