- 31.03.2021, 09:16:51
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AK: Für etliche ist’s eng mit den Mietzahlungen – Her mit einem Hilfsfonds!
Aus für Corona-Mietstundungen – Etliche können auch laufende Miete nicht zahlen – Jetzt braucht es rasch einen Hilfsfonds für finanzschwache MieterInnen
Utl.: Aus für Corona-Mietstundungen – Etliche können auch laufende
Miete nicht zahlen – Jetzt braucht es rasch einen Hilfsfonds
für finanzschwache MieterInnen =
Wien (OTS) - „Ende März laufen die gestundeten Mieten für April, Mai
und Juni aus dem Vorjahr aus. Hinzu kommt, manche können sich auch
die laufende Miete nicht leisten“, sagt AK Wohnexperte Thomas Ritt.
„Die Lage ist ernst und die Corona-Krise hält an. Hunderttausende
sind arbeitslos und in Kurzarbeit – wie sollen sie Geld auf die Seite
legen?“ Er warnt vor steigender Obdachlosigkeit: „Schätzungsweise
könnten heuer 48.800 Kündigungen und Räumungsklagen drohen, 17.000
könnten aus ihrer Wohnung fliegen. Daher muss für finanzschwache
MieterInnen ein Hilfsfonds her – und das schnell! Das Geld könnte
auch aus der EU-Corona-Wiederaufbauhilfe kommen“, schlägt Ritt vor.
Laut Covid-Gesetz konnten die Mieten für April, Mai und Juni 2020
später nachbezahlt werden, wenn die Betroffenen wegen der Pandemie in
finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Das Justizministerium hat
die ursprüngliche Frist mit Jahresende bis Ende März 2021 ausgedehnt.
„Die Mieten müssen jetzt im April nachgezahlt werden. Stunden heißt
auch, dass man die drei Monatsmieten plus vier Prozent Zinsen
nachzahlen muss, plus die laufende Miete hat“, gibt Ritt zu Bedenken.
„Übrigens: Wer die laufende Miete nicht zahlen kann, kann sofort
gekündigt und später delogiert werden.“
ExpertInnen gehen davon aus: Die Mietzinsrückstände sind alleine
in Wien bis zum Jahresende 2020 im Vergleich zum Vorjahr um
mindestens 20 Prozent gestiegen. Im Schnitt stehen betroffene
MieterInnen mit über drei Monatsmieten „in der Kreide“ – heuer
könnten österreichweit über 83 Millionen Euro nicht an Mieten bezahlt
werden. So könnten heuer schätzungsweise 48.800 Kündigungen und
Räumungsklagen drohen. Die Anzahl der Delogierungen 2021 könnte sich
im Vergleich zu 2020 mehr als verdoppeln – 17.000 Haushalte könnten
ihr Wohnung verlieren.
„Für die ohnehin schon in Geldnot geratenen Mieterinnen und Mieter
kann die Schuldenfalle schnell zuschnappen“, warnt Ritt. „Mit dem
niedrigen Arbeitslosengeld können sie sich wohl nichts auf die Seite
legen, andere laufende Fixkosten müssen ja auch bezahlt werden.
Besser dran sind die Unternehmen – sie bekommen Fixkostenzuschüsse
und Umsatzersatz.“
Die AK verlangt erneut einen Hilfsfonds, der zahlungsschwachen
MieterInnen generell unter die Arme greift. MieterInnen sollen
unkompliziert Anträge auf Übernahme des ganzen oder teilweisen
Mietzinses stellen können. Der Fonds soll die Mietzahlungen für
Betroffene eine Zeit lang übernehmen. So könnte er je nach
Einkommenseinbußen die entstandenen Mietschulden aus den vergangenen
zwölf Monaten wie auch die künftigen Mietschulden jedenfalls bis Ende
2021 übernehmen. Denn die Pandemie wird noch länger andauern. In
einem ersten Schritt könnte er mit 100 Millionen Euro im Jahr
gespeist werden. Das Geld könnte auch aus der 3,3 Milliarden Euro
EU-Corona-Wiederaufbauhilfe kommen.
Miete: Was tun, wenn es sich nicht ausgeht?
+ Wohnbeihilfe beantragen: Sie können bei der MA 50 um Wohnbeihilfe
ansuchen, wenn Sie ein gewisses Mindesteinkommen haben (etwa 917,35
Euro netto/Person/Monat): Tel.: +43 1 4000-74880, E-Mail:
[email protected].
+ Private Altbaumiete checken: Prüfen Sie Ihren Mietzins mit dem
Richtwertmietzinsrechner der Stadt Wien, ob Sie eventuell zu viel an
Miete zahlen: https://mein.wien.gv.at/Meine-Amtswege/ unter
Richtwert/Lagezuschlag. Sie zahlen tatsächlich zu viel? Antrag bei
wohnrechtlicher Schlichtungsstelle MA 50 einbringen: Tel.: +43 1
4000-744 98, E-Mail: [email protected].
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