Marktcheck: Welche Eier verwenden österreichische Bäckereien?

VIER PFOTEN und Konsumentenschutz der AK Oberösterreich: Mangels Kennzeichnungspflicht tappen KonsumentInnen im Dunkeln

Dass wir im Jahr 2021 nicht wissen, woher unser Essen kommt, ist inakzeptabel. Gerade wenn es um tierische Produkte geht, wollen die Menschen wissen, wie die Tiere gehalten werden. Eine Kennzeichnungspflicht für verarbeitete Eiprodukte in Handel und Gastronomie ist mehr als überfällig, denn sie machen mehr als 60 Prozent der in Österreich konsumierten Eier aus. Nach wie vor landen viel zu viele „versteckte“ importierte Käfigeier auf unseren Tellern
VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck

Wien (OTS) - Welche Eier verwenden die österreichischen Bäckereiketten und Supermarkt-Backshops, um Osterpinzen, Golatschen oder pikante Snacks zu produzieren? Rechtzeitig vor Ostern haben VIER PFOTEN und der Konsumentenschutz der AK Oberösterreich insgesamt 29 Unternehmen gefragt. Das Ergebnis liegt in einer praktischen Online-Broschüre vor, die Konsumentinnen und Konsumenten über die Haltungsform der verarbeiteten Eier informiert. Fazit: Einige Bäckereien haben erfreulicherweise ausschließlich österreichische Eier aus Bio-Freilandhaltung im Sortiment. Der größte Teil verwendet allerdings Eier aus Bodenhaltung, sowohl aus der EU als auch aus Österreich. Zwei Betriebe haben keine Auskunft gegeben. VIER PFOTEN und der Konsumentenschutz der AK Oberösterreich fordern erneut eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für verarbeitete Eiprodukte nach dem Vorbild der Frischeier.

Keine der Bäckereien verwendet eigenen Angaben zufolge noch importierte Eier aus Käfighaltung. Eier aus Bio- und Freilandhaltung werden vorrangig für ausgewählte Frischei-Produkte wie Frühstückseier oder Aufstriche verwendet. Der überwiegende Teil der verarbeiteten Eier – vor allem für Backwaren - stammt aber aus Bodenhaltung. Ohne transparente Kennzeichnung ist die Haltungsform für Konsumentinnen und Konsumenten jedoch nicht ersichtlich.

Dass wir im Jahr 2021 nicht wissen, woher unser Essen kommt, ist inakzeptabel. Gerade wenn es um tierische Produkte geht, wollen die Menschen wissen, wie die Tiere gehalten werden. Eine Kennzeichnungspflicht für verarbeitete Eiprodukte in Handel und Gastronomie ist mehr als überfällig, denn sie machen mehr als 60 Prozent der in Österreich konsumierten Eier aus. Nach wie vor landen viel zu viele „versteckte“ importierte Käfigeier auf unseren Tellern“, sagt VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck.

Die größten Bäckereiketten wie Der Mann, Ströck und Anker verwenden Eier aus Bodenhaltung, Anker sogar ausschließlich. Die Firma Ströck hat aber angegeben, zumindest für ihre Bioprodukte, im Café und bei Frischeiern auch Eier aus Bio-Freilandhaltung zu verarbeiten. Die Selbstbedienungs-Backshops von Hofer, Lidl und Spar setzen auf Freiland- und Bodenhaltung, die REWE Märkte Billa, Merkur und Penny nur auf Bodenhaltung teils unbekannter Herkunft. Von Bio also derzeit noch keine Spur. Die Bäckereien Hubert Auer und Naglreiter haben auf die Anfrage nicht geantwortet, die Haltungsform der Legehennen und Herkunft der Eier sind daher gänzlich unbekannt.

„Die Konsumentinnen und Konsumenten haben ein Recht auf Transparenz. Eine verpflichtende Kennzeichnung verringert die Chance, dass sie zu Produkten aus Tierqual greifen“, erklärt Weissenböck.

Situation in Österreich

Seit 2020 ist die Käfighaltung in Österreich komplett verboten, bis dahin waren seit 2009 so genannte ausgestaltete Käfige noch erlaubt. Leider sind der Import nach und die Verarbeitung von Eiern aus konventioneller und auch ausgestalteter Käfighaltung in Österreich aber nach wie vor möglich. In vielen verarbeiteten Produkten der Lebensmittelindustrie, aber auch in der Gastronomie befinden sich verarbeitete Eibestandteile fragwürdiger Herkunft. Häufig gelangen so Eier aus Käfighaltung - meist in Form von Flüssig- oder Trockenei - in unsere Lebensmittel, etwa in Nudeln, Süß- oder Backwaren.

Seit Jahren fordert VIER PFOTEN daher eine Kennzeichnungspflicht für verarbeitete, eihaltige Produkte nach Herkunft und Haltungsform, nach dem Vorbild der Kennzeichnung bei Frischeiern. „Nur so haben die Konsumentinnen und Konsumenten die Möglichkeit zu erfahren, aus welcher Haltungsform die verwendeten Eier und Eibestandteile tatsächlich stammen und kann eine bewusste Kaufentscheidung treffen“, so Veronika Weissenböck.

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