• 26.03.2021, 15:11:05
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Greenpeace kritisiert Beipackzettel als Öko-Schwindel: Keine faulen Kompromisse bei EU-Mercosur

Umweltschutzorganisation kritisiert Kommissions-Pläne rund um Zusatzvereinbarungen zu EU-Mercosur - Österreich muss Handelspakt ohne Wenn und Aber ablehnen

Utl.: Umweltschutzorganisation kritisiert Kommissions-Pläne rund um
Zusatzvereinbarungen zu EU-Mercosur - Österreich muss
Handelspakt ohne Wenn und Aber ablehnen =

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisiert die
heute bestätigten Pläne der Europäischen Kommission, das
EU-Mercosur-Abkommen mithilfe einer Zusatzvereinbarung für
vorgeblichen Umwelt- und Regenwaldschutz zum Abschluss zu bringen.
Der EU-Handelskommissar Vladis Dombrovskis bestätigte gegenüber der
dpa in einem Interview, dass die Verhandlungen rund um das
Klimakiller-Abkommen laufen und demnach eine Zusatzvereinbarung
denkbar sei. Greenpeace warnt bereits seit Monaten vor solch einem
Beipackzettel, der keinen Schutz bieten kann, da er keine Sanktionen
vorsieht. Die Umweltschutzorganisation fordert von der
österreichischen Bundesregierung, jedem Versuch der Europäischen
Kommission, das umweltschädliche Abkommen durch legistische
Winkelzüge doch noch zu beschließen, eine klare Absage zu erteilen.

“Der Handelspakt EU-Mercosur kann nicht repariert werden, weil er im
Kern umwelt- und klimaschädlich ist. Durch das Abkommen sollen immer
mehr Agrarprodukte aus dem Mercosur-Raum nach Europa exportiert
werden. Dadurch wird nur noch mehr wertvoller Regenwald zerstört und
unser Weltklima unwiederbringlich geschädigt,” so Natalie Lehner,
Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace. “Im Gegenzug sinken die Zölle
für Autos und Autoteile und der Export von hochgefährlichen
Pestiziden und Antibiotika für die Fleischproduktion nach Südamerika
wird angekurbelt. Eine zahnlose Zusatzvereinbarung zum Abkommen wird
daran nichts ändern. Es ist ein plumper Versuch, Gegner des Abkommens
doch noch umzustimmen. Die österreichische Bundesregierung darf
diesem Öko-Schwindel nicht auf den Leim gehen und muss sich
bedingungslos gegen den EU-Mercosur-Pakt stemmen”, so die Expertin.

Eine aktuelle Studie aus Frankreich zeigt auf, dass allein durch die
steigenden Rindfleischimporte mit EU-Mercosur über die nächsten sechs
Jahre die Waldzerstörung jährlich um 25 Prozent ansteigen würde. Die
schon jetzt katastrophale Regenwald-Zerstörung würde somit weiter
angefacht werden. Das würde dem Weltklima einen zusätzlichen
irreparablen Schaden zufügen, die Lebensräume einzigartiger Tier- und
Pflanzenarten vernichten und die Lebensgrundlage der lokalen
indigenen Bevölkerung weiter zerstören.

Auf die heimische Landwirtschaft hätte das Abkommen verheerende
Auswirkungen. Der europäische Markt würde mit Dumping-Fleisch,
Billig-Zucker und anderen, unter fragwürdigsten Bedingungen
hergestellten Agrarprodukten überschwemmt werden - trotz
Beipackzettel. Schon jetzt importiert die Europäische Union
Agrargüter, für die jährlich 120.000 Hektar Wald alleine in den vier
Mercosur-Ländern Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay
zerstört werden. Das entspricht einem Fußballfeld Waldfläche alle
drei Minuten. Der EU-Mercosur-Pakt würde diese Zerstörung weiter
antreiben und beschleunigen.

Laut einer von Greenpeace beauftragten repräsentativen Umfrage sind
in Österreich 88 Prozent der Bevölkerung der Meinung, dass sich die
Bundesregierung mit vollem Einsatz gegen den EU-Mercosur-Pakt stellen
sollte. „Diesem Klimakiller-Abkommen muss jetzt ein Riegel
vorgeschoben werden. Die Menschen in Österreich wollen kein
Dumping-Fleisch am Teller. Die österreichische Bundesregierung muss
das Veto Österreichs gegen EU-Mercosur ohne Wenn und Aber
verteidigen“, fordert Lehner.

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