BELVEDERE: Dame mit Fächer

Sonderausstellung über KLIMTS LETZTE WERKE von 25. März 2021 bis 13. Februar 2022 im Oberen Belvedere

  • Letzte Werke eines Künstlers umgibt immer eine besondere Aura. So auch Dame mit Fächer und Die Braut. Die beiden mutmaßlich letzten Gemälde, an die Klimt vor seinem Tod Hand angelegt hat, nach mehr als einem Jahrhundert wieder vereint zu sehen macht diese Ausstellung zum Must-see des Frühjahrs.
    Stella Rollig, Generaldirektorin Belvedere
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  • Es überrascht, dass ein Gemälde von so lichter Farbigkeit und knisternder Erotik von einem zurückgezogen lebenden Melancholiker gemalt wurde. Klimt betrieb die Malerei als Heilmittel gegen die Widrigkeiten des Lebens. Dass er mitten im Ersten Weltkrieg solche Bilder malte, wurde und wird häufig als dekadent empfunden. Klimt sah seine Aufgabe aber nicht in einer Kritik der Verhältnisse, sondern darin, der düsteren Wirklichkeit eine Vision der schönen Dinge des Lebens entgegenzusetzen: Farben, Harmonie, Liebe, Erotik.
    Markus Fellinger, Kurator der Ausstellung
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Wien (OTS) - Gustav Klimts geheimnisvolle Dame mit Fächer ist seit einhundert Jahren erstmals wieder in Wien zu sehen. Das letzte Porträt aus der Hand des Künstlers zeigt eindrucksvoll, wie stark und eigenständig auch seine finale Schaffensphase ist. In einer Sonderausstellung widmet sich das Belvedere diesem letzten Aufbruch der Malerikone.

Generaldirektorin Stella Rollig: Letzte Werke eines Künstlers umgibt immer eine besondere Aura. So auch Dame mit Fächer und Die Braut. Die beiden mutmaßlich letzten Gemälde, an die Klimt vor seinem Tod Hand angelegt hat, nach mehr als einem Jahrhundert wieder vereint zu sehen macht diese Ausstellung zum Must-see des Frühjahrs.

Das Porträt Dame mit Fächer entstand im Laufe des Jahres 1917. Als Klimt am 11. Jänner 1918 einen Schlaganfall erlitt, an dessen Folgen er am 6. Februar starb, war das Bild beinahe fertiggestellt. Es handelt sich nicht um ein Auftragswerk, sondern um eine Variation von Klimts Lieblingsthema der „schönen Wienerin“.

Obwohl der Künstler in seinen letzten Gemälden auf den Einsatz von Blattmetall verzichtete, blieb er der formalen Errungenschaft seiner Goldenen Periode treu: der Neuinterpretation des Tafelbildes als materielles Objekt im Sinne eines kostbaren Schmuckstücks. In seinem Spätwerk versucht Klimt, diesen Eindruck weniger durch die Anmutung kunsthandwerklicher Gestaltung zu erreichen. Vielmehr sucht er nun auf dieser Grundlage eine expressivere Bildsprache, die eine emotionale, positive und weltbejahende Haltung vermittelt.

Kurator Markus Fellinger: Es überrascht, dass ein Gemälde von so lichter Farbigkeit und knisternder Erotik von einem zurückgezogen lebenden Melancholiker gemalt wurde. Klimt betrieb die Malerei als Heilmittel gegen die Widrigkeiten des Lebens. Dass er mitten im Ersten Weltkrieg solche Bilder malte, wurde und wird häufig als dekadent empfunden. Klimt sah seine Aufgabe aber nicht in einer Kritik der Verhältnisse, sondern darin, der düsteren Wirklichkeit eine Vision der schönen Dinge des Lebens entgegenzusetzen: Farben, Harmonie, Liebe, Erotik.

Der erste Teil der Schau zeigt Dame mit Fächer im Kontext der späten, unvollendeten Werke von Gustav Klimt. Zu sehen sind unter anderem die Gemälde Die Braut, Amalie Zuckerkandl, Adam und Eva und Dame in Weiß.

Ab Oktober wird die Ausstellung adaptiert und um eine weitere Komponente ergänzt: Das neue Kapitel beleuchtet Klimts Affinität zu ostasiatischen Kunststilen und zeigt auf, wie sich diese im Werk widerspiegeln. Dame mit Fächer. Gustav Klimts letzte Werke macht den Aufbruch des Malers in eine neue Schaffensphase kurz vor seinem Tod nachvollziehbar.

Dame mit Fächer war im Jahr 1920 als Leihgabe des Industriellen Erwin Böhler in der Kunstschau in Wien ausgestellt. Noch im selben Jahr wurde das Gemälde zu Erwin Böhlers Bruder Heinrich Böhler in die Schweiz gebracht, wo es bis in die 1960er-Jahre im Besitz der Familie verblieb. Zeitweilig im Bestand der Sammlung Rudolf Leopolds, befand sich das Bild seitdem in unterschiedlichem Privatbesitz. Es wurde zuletzt 1981 in Tokio und 1992 in Krakau öffentlich gezeigt. Als Leihgabe wird es nun im Oberen Belvedere im Rahmen einer zweiteiligen Sonderausstellung präsentiert.

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