- 21.03.2021, 09:03:50
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Wiener Neustadt: Stadttheater wird bis zum 230-Jahr-Jubiläum modernisiert
LH Mikl-Leitner und Bgm. Schneeberger: „Stadttheater wird Hotspot der Landeskultur!“
Utl.: LH Mikl-Leitner und Bgm. Schneeberger: „Stadttheater wird
Hotspot der Landeskultur!“ =
St. Pölten (OTS/NLK) - Das Stadttheater Wiener Neustadt wird in den
nächsten Jahren baulich modernisiert und organisatorisch komplett neu
aufgestellt. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bürgermeister
Klaus Schneeberger präsentierten die Pläne gemeinsam mit Marie
Rötzer, der künstlerischen Leiterin des Landestheaters
Niederösterreich. Die Wiedereröffnung des traditionsreichen Hauses
erfolgt pünktlich zum 230-Jahr-Jubiläum im Herbst 2024.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner: „In einer Zeit massiver
Einschränkungen, die besonders auch die Kulturszene betreffen, wollen
wir der Kultur in Niederösterreich Perspektiven bieten. Das tun wir
mit der Neuausrichtung des Theaters Wiener Neustadt: nicht nur mit
der Sanierung und der wirtschaftlichen Neuaufstellung, sondern auch
mit einem eigenständigen künstlerischen Profil, das Gäste aus dem In-
und Ausland sowie junges Publikum und Familien ansprechen wird. Damit
wird das Theater Wiener Neustadt zu einem weiteren Hotspot der
Landeskultur.“
Bürgermeister Klaus Schneeberger: „Das Stadttheater Wiener Neustadt
ist mit seiner jahrhundertelangen Tradition und Geschichte eine ganz
wichtige Visitenkarte unserer Stadt. Um diesen Stellenwert auch in
Zukunft zu erhalten, ist es unbedingt notwendig, das Haus baulich,
organisatorisch und inhaltlich fit für eine erfolgreiche kulturelle
Zukunft zu machen. In der neuen Partnerschaft mit dem Land
Niederösterreich bzw. seiner Kulturbetriebe sind diese Schritte in
einer hohen Qualität möglich. Mit den Umbauarbeiten bringen wir das
Haus technisch auf den neuesten Stand, ohne aber die Charakteristik
des einmaligen Raumes zu zerstören. Wir verbinden Geschichte mit
Gegenwart und Zukunft. Ab 2024 wird dann ein zeitgemäßer, aber
dennoch traditioneller Spielplan dafür sorgen, dass wir weiterhin DAS
Theater für Jung und Alt sein werden und gleichzeitig Bühne für die
lokale Szene bleiben können. Ich bedanke mich bei Landeshauptfrau
Johanna Mikl-Leitner für die Partnerschaft und dem gesamten Team der
NÖ Kulturbetriebe für die konstruktive Zusammenarbeit.“
Marie Rötzer, Künstlerische Leiterin Landestheater Niederösterreich:
„Es ist eine sehr schöne Herausforderung und eine große Freude für
uns als Landestheater Niederösterreich, dem Publikum in Wiener
Neustadt und Umgebung mit unseren Stücken und Theaterprojekten
innerhalb der neuen Programmierung die Sparte „Sprechtheater“ zu
präsentieren. In dieser langen Kulturpause aufgrund der Corona-Krise
wurde besonders deutlich, wie wichtig das Theater als Ort der
Begegnung und als sozio-kulturelles Zentrum ist. Deshalb wollen wir
auch besonders für junges Publikum und für Familien zukünftig
verstärkt eine vielseitige Reihe von theatralen Veranstaltungen und
Vermittlungsformaten anbieten.“
Das Wiener Neustädter Stadttheater wird in eine neue
Kultur-Gesellschaft überführt. Gesellschafter der neuen GmbH sind die
NÖ Kulturwirtschaft GesmbH (51 Prozent) und die WN Kul.Tour.Marketing
GmbH, der bisherige Betreiber des Stadttheaters (49 Prozent). Die
bisherigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden von der neuen GmbH
übernommen. Der Spielplan wird mit Produktionen des Landestheater
Niederösterreichs, Filmen in Kooperation mit dem „Kino im
Kesselhaus“, sowie Auftritten der NÖ Tonkünstler gestaltet. Kabaretts
bleiben erhalten, Gastspiele von Tourneetheatern und Operetten finden
nicht mehr statt, Operetten-Metropole des südlichen Niederösterreichs
ist und bleibt Baden. Gleichzeitig bleibt der Platz für lokale
Theaterproduktionen erhalten. Das Theater Wiener Neustadt wird somit
zu einer weiteren wichtigen Säule der Landeskultur.
Die Teilsanierung des Gebäudetraktes Stadttheater erfolgt mit dem
Ziel, dem Stand der Technik unter Berücksichtigung der Vorgaben der
Denkmalpflege zu entsprechen. Darunter fallen u.a. die
Neuorganisation des Foyers sowie des Publikumsbereichs, Adaptierung
bei den Brandschutzanlagen oder die notwendige Sanierung der
Bühnentechnik, um den Spielbetrieb aufrecht erhalten zu können, sowie
Maßnahmen zur Verbesserung der Raumakustik, um das mögliche
Repertoire zu erweitern. Das Projekt wird mit einer EU-weiten
Planerfindung unmittelbar nach den Beschlüssen noch im ersten Quartal
2021 gestartet.
Laut Kostenschätzung wird das gesamte Projekt rund 10,7 Millionen
Euro kosten. Die Finanzierung teilen sich die Stadt Wiener Neustadt
zu einem Drittel und das Land Niederösterreich zu zwei Dritteln. Die
Fertigstellung der Umbau- und Reorganisationsmaßnahmen ist für das
Jahr 2024 geplant, bis dahin pausiert der Spielbetrieb. Passend zur
Wiederaufnahme feiert das Stadttheater 2024 auch sein
230-Jahr-Jubiläum.
Das Haus, in dem sich das heutige Stadttheater Wiener Neustadt
befindet, blickt auf eine lange, wechselvolle Tradition zurück. Das
Theater befindet sich in der ehemaligen Klosterkirche des früheren
Karmeliterinnenklosters und wurde 1668 errichtet. Nach der
Profanisierung unter Josef II entstand anstelle der Kirche ein
opulentes Theater.
Dass dieses Theater stets ein Prestigeobjekt der jeweiligen
Stadtführung war, beweist die Tatsache, dass es nach dem großen Brand
im September 1834, ebenso wie nach der völligen Zerstörung der Stadt
im Zweiten Weltkrieg, rasch wieder aufgebaut und bespielt wurde. Im
Inneren des Hauses befindet sich ein zweirangiger Zuschauerraum
(Parkett plus 2 Ränge) mit 624 Sitzplätzen, welcher von 1977 bis 1979
einer Modernisierung unterzogen wurde.
Im Stadttheater Wiener Neustadt gastierten viele große Namen –
angefangen von Alexander Girardi, Johann Nepomuk Nestroy und Adele
Sandrock über Attila Hörbiger, Elfriede Ott und Oscar Homolka bis hin
zu Alfred Dorfer, Josef Hader und Wolfgang Ambros. Auch lokale
Schauspielgrößen wie Karl Merkatz, Christoph Dostal oder Viktor
Gernot sind in diesem geschichtsträchtigen Theater aufgetreten.
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